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So funktioniert der Austausch Samsung ersetzt explosives Note 7

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So sieht das Note 7 von Reddit-User Crushader nach dem Laden aus.

(Foto: Crushader / imgur.com/user/crushader)

Skandal mit teuren Folgen: Das Galaxy Note 7 droht beim Laden zu explodieren. Nach alarmierenden Berichten hat Samsung inzwischen eine weltweite Rückrufaktion gestartet. Was deutsche Kunden jetzt beachten müssen.

Kaum war das Samsung Galaxy Note 7 in den Verkauf gegangen und bei den ersten Kunden angelangt, kam der Skandal: Vereinzelt berichteten Kunden von explodierenden oder in Brand geratenen Geräten. Die Ursache lag offenbar in fehlerhaften Akkus. Ein Super-Gau für Samsung, auf den der Konzern reagieren musste: Der Verkauf wurde vorerst gestoppt, bereits ausgelieferte Geräte zurückgerufen. Die Meldungen zum Note 7 reißen nicht ab, doch inzwischen hat Samsung ein Austauschprogramm gestartet und informiert die Kunden transparent darüber, wie sie ein bereits gekauftes Gerät ersetzen können.

Die Zahl der in Brand geratenen Note 7 ist klein, weltweit waren rund 35 Geräte betroffen - zuletzt berichtete "Sammobile" von einem Fall in Australien, wo ein Note 7 in einem Hotelzimmer während des Ladens in Brand geraten war. "Reddit"-Nutzer Crushader belegt seine Schilderung mit erschreckenden Fotos. Den Schaden von rund 1400 Dollar will Samsung zahlen. Zudem erwägt die US-Luftfahrtbehörde FAA angeblich, das Note 7 auf allen Flügen mit US-Airlines zu verbieten, meldet "Phone Arena".

70 Prozent aller Geräte betroffen

Der tatsächlich entstandene Schaden ist zwar gering, doch trotz der geringen Fallzahl muss ein Unternehmen wie Samsung auf diese Meldungen natürlich mit der größtmöglichen Konsequenz reagieren und die Geräte mit den betroffenen Bauteilen weltweit aus dem Verkehr ziehen. Bitter: Schuld an den Bränden und Explosionen sind vermutlich Akkus aus der Fertigung von Samsungs Tochterfirma SDI. Der Konzern spricht offiziell von "Unstimmigkeiten bei den Akkuzellen". Wie "GSM Arena" unter Berufung auf koreanische Medien berichtet, will Samsung nun nicht länger Akkus von SDI im Note 7 einsetzen.

Dem Bericht zufolge stecken die SDI-Akkus in rund 70 Prozent aller bisher gefertigten Note 7. Nur die in China verkauften Geräte haben Akkus vom Hersteller Amperex Technology und sind nicht von der Rückrufaktion betroffen, die den koreanischen Hersteller eine "herzzerreißend" hohe Summe koste, wie Samsungs Smartphone-Chef Koh Dong Jin unlängst bekannte. Wie hoch die Kosten genau sind und wie viele Geräte weltweit zurückgerufen werden, ist nicht bekannt. Experten gehen von Kosten von rund einer Milliarde Dollar aus, berichtet "GSM Arena".

Website für deutsche Kunden

Auf einer eigens eingerichteten Website informiert Samsung die Kunden jetzt darüber, was sie zu tun haben. Unter anderem wird dort geraten, das Note 7 vorsichtshalber nicht mehr zu nutzen: "Obwohl wir die Wahrscheinlichkeit, dass mit Ihrem Gerät Probleme auftreten, als gering einschätzen, steht für uns bei Samsung Ihre Sicherheit an oberster Stelle. Wir bitten Sie, kein Risiko einzugehen und das Galaxy Note 7 Austauschprogramm zu nutzen."

Ab dem 19. September können Kunden ihr Gerät gegen ein neues eintauschen - entweder beim Händler, wo sie das Gerät gekauft haben, oder im Netz über Samsung.de. Samsung empfiehlt derzeit allen Kunden, ihr Note 7 zu ersetzen. Wer sich bereits per Telefon oder E-Mail bei Samsung Electronics Deutschland für einen Austausch registriert hat, muss nichts weiter unternehmen. Vorbesteller müssen sich etwas gedulden und bekommen ab 19. September direkt ein neues Gerät.

Quelle: n-tv.de, jwa