Technik

Apple will Trend nicht verpassen Siri soll in allen Apps assistieren

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2011 war Siri eine kleine Sensation, jetzt ist sie in die Jahre gekommen und droht, den Anschluss zu verlieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Apple entlässt seine Sprachassistentin Siri offenbar in die Freiheit und erlaubt ihr, in allen Apps und auf Macs ihre Dienste anzubieten. Bald soll sie auch ein neues Zuhause in einem vernetzten Lautsprecher finden, was Datenschützer gar nicht so toll finden.

Apple will angeblich App-Entwicklern den Zugang zu Sprachassistentin Siri öffnen. Auf diese Weise könnte der iPhone-Konzern mit den groß angelegten Plänen von Google und Amazon mithalten. Zudem arbeite Apple ebenfalls an einem vernetzten Gerät mit Lautsprecher und Mikrofon, das Sprachbefehle von Nutzern annehmen könne, schreibt der Branchendienst "The Information". Der Konzern habe bereits mit der Entwicklung begonnen, bevor Amazons Lautsprecher "Echo" zum Hit in den USA wurde, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Bisher hat Apple nur ausgewählten Apps die Integration von Siri gewährt.

Ein erstes Entwicklerpaket stelle Apple voraussichtlich kurz nach der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC (13. bis 17. Juni) zur Verfügung, schreibt der Autor unter Berufung auf einen Insider. Konzernchef Tim Cook wird bei seiner Keynote Siri wahrscheinlich auch als Bestandteil im neuen Mac-Betriebssystem OS X vorstellen, darüber wird schon länger spekuliert.

Google & Co. haben mächtig vorgelegt

Bis ein eigener smarter Lautsprecher von Apple mit integriertem Mikrofon für die Kommunikation mit Siri als Echo-Rivale auf den Markt kommen wird, dürfte es aber noch dauern, hieß es. Dabei bringt sich die Konkurrenz verstärkt in Stellung: Der US-Handelsriese Amazon ist mit seinem vernetzten Lautsprecher Echo in den USA erfolgreich. Erst vergangene Woche kündigte Google auf seiner Entwicklerkonferenz I/O mit "Home" einen smarten Lautsprecher an, der ähnlich wie Amazons Echo auf Sprachbefehle reagiert und unter anderem Musik abspielen, Terminpläne aktualisieren oder einen Tisch im Restaurant buchen kann. Herzstück von Home ist der Google Assistant, der mit Hilfe künstlicher Intelligenz den Kontext von Gesprächen verstehen kann und künftig in vielen Anwendungen zur Verfügung stehen soll. Zuvor demonstrierte Microsoft bei seiner Entwicklerkonferenz BUILD, zu was seine Assistentin Cortana durch Cloud Computing und maschinellem Lernen fähig ist. Und wie Facebook setzen Google und Microsoft auf Chatbots, die unter anderem in sozialen Netzwerken oder Verkaufsplattformen menschliche Gesprächspartner ersetzen können.

Datenschutz schränkt ein

Branchenbeobachter zweifelten nach der Konferenz an, ob Apple mit dieser Vision angesichts der Stärke der Konkurrenz bei künstlicher Intelligenz und Cloud-Computing mithalten kann - auch weil Apple sich mit seinen vergleichsweise strengen Datenschutz-Richtlinien etliche Beschränkungen bei der Auswertung von Daten der Kunden auferlegt. Die deutsche Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Andrea Voßhoff, warnte unterdessen generell vor dem Konzept. "Als Datenschützerin sehe ich intelligente Sprachassistenten, die mit einem Mikrofon permanent ihre Umgebung "belauschen", kritisch", sagte Voßhoff der "Wirtschaftswoche". Bedenklich sei vor allem, dass in der Regel nicht hinreichend transparent sei, wie die dabei erfassten Informationen genutzt und gespeichert würden.
Es stehe jedem selbst frei, solche Systeme zu nutzen, räumte die Datenschutzbeauftragte ein. Sie rate allerdings, eine solche Entscheidung gut zu überdenken und dabei "den Komfortgewinn durch die Nutzung des Sprachassistenten gegen eine - jedenfalls theoretische - Rund-um-die-Uhr-Überwachung der Privatsphäre abzuwägen."

Quelle: ntv.de, kwe/dpa