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Ruckelfreies Streaming So behebt man WLAN-Probleme

Eine Lampe leuchtet an einem WLAN-Router. Foto: Armin Weigel/Archiv

Nur mit einem guten WLAN ist TV-Streaming ein ungetrübtes Vergnügen.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Wenn beim TV-Streaming das Bild schlecht ist oder ruckelt, liegt das nicht selten an einer miesen WLAN-Verbindung. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal spielen Hardware oder Software nicht mit, oft muss man aber nur ein paar Kleinigkeiten verändern.

Chips und Getränke sind griffbereit, die gestreamte Serie flimmert über den Bildschirm. Doch dann ruckelt es und die Bilder laufen nur noch stockend. Wenn Internet-Anbieter und Streaming-Dienst keine Probleme haben, ist oft eine schlechte WLAN-Verbindung die Ursache. Manchmal hilft dann nur neue Hardware, oft genügen aber auch ein paar veränderte Einstellungen oder eine Ortsveränderung.

Ist die Verbindung zu langsam, kostet das viel Zeit beim Laden von Inhalten - und damit Nerven. Ein Grund kann ein veralteter Router sein, der sich etwa mit der Übertragung hochauflösender Full-HD- oder UHD-Videos schwertut. "Das trifft zum Beispiel zu, wenn ein Teil der WLAN-Verbindung nur mit dem alten Übertragungs-Standard 802.11g arbeitet", sagt Thomas Rau von der Zeitschrift " PC-Welt". Eine weitere mögliche Ursache sind Funknetze aus der Nachbarschaft. Deren Signale können überlappen, oder die Netze auf demselben Kanal funken. Beides führt dazu, dass die Datenübertragung im eigenen WLAN gedrosselt wird.

Zentraler Router-Standort

Wie lassen sich die Probleme beheben? Grundsätzlich sollten Verbraucher ihren Router zu Hause möglichst zentral aufstellen. Idealerweise hält man den Abstand zwischen Router und Empfangsgerät gering. "Den Router platzieren Nutzer in der Mitte des Bereichs, den das WLAN abdecken soll und am besten höher in einem Regal", rät Rau. In einer Ecke, hinter Möbeln oder einer dicken Wand sollte das Gerät eher nicht stehen. Die Empfangsstärke in bestimmten Räumen lässt sich anhand der WLAN-Anzeige des Smartphones oder Computers erkennen. Dazu kann man auch kostenlose Analysetools nutzen, beispielsweise Heatmapper, Wifi Analyzer oder die Fritz-WLAN-App von AVM.

Es empfiehlt sich außerdem, die Zahl der Geräte im WLAN-Netzwerk gering zu halten. Stationäre Geräte wie Spielekonsole oder PC sollten besser per Kabel mit dem Internet verbunden werden. So bleibe das Funknetz störungsfreier, sagt Jan Kluczniok vom Portal Netzwelt.de.

5-GHz-Band nutzen

Eine spürbare Verbesserung der WLAN-Verbindung kann auch der Wechsel in das 5-Gigahertz-Netz bringen. Dazu sind nur minimale Änderungen in den Einstellungen des Routers nötig. Viele aktuelle Router können sowohl mit 2,4 GHz als auch mit 5 GHz funken.

Grundsätzlich besitzen 5-GHz-Netze auf kurze Distanzen eine geringere Störungsanfälligkeit und bieten einen höheren Datendurchsatz, 2,4-GHz-Verbindungen können bei geringeren Datenraten längere Strecken überbrücken. "Ältere Geräte unterstützen allerdings keine 5-Gigahertz-Frequenzen und finden daher das entsprechende WLAN-Netzwerk nicht", warnt Jan Kluczniok. Wer auf Nummer sicher gehen will, keines seiner Geräte vom Netz abzuhängen, setzt auf einen Router mit simultaner Dual-Band-Funktion. Dieser kann gleichzeitig in beiden Frequenzbereichen funken.

Kanal wechseln

Eine weitere Maßnahme: die Änderung des WLAN-Kanals. Im Menü des Routers könne man auf eine Kanalnummer wechseln, die noch nicht so stark frequentiert ist, erklärt Alexander Kuch. "Das kann die Datenübertragung signifikant beschleunigen." Aktuelle Fritzboxen und andere moderne Router finden den besten Kanal aber gewöhnlich alleine und wechseln selbstständig.

Grundsätzlich sollten Verbraucher keine Bedenken haben, wenn sie am Router etwas verändern. "Es bestehen keine Gefahren, das WLAN dauerhaft zu schädigen. Sollten Probleme entstehen, lassen sich diese einfach durch ein Zurücksetzen des Routers auf die Grundeinstellungen beheben", sagt Jan Kluczniok.

Reichweite vergrößern

Wenn die WLAN-Reichweite für die Größe der Wohnung einfach zu knapp ist, kann man sie mit Repeatern und Powerline-Geräten erweitern. Repeater empfangen das WLAN-Signal des Routers und strahlen es mit einem eigenen Funkmodul ab. Viele Geräte haben zusätzlich einen oder mehrere LAN-Anschlüsse, mit denen beispielsweise Computer per Kabel verbunden werden können.

Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass der Repeater zum Router und dem gebuchten Internetanschluss passt und man kein Geld zum Fenster hinauswirft. Zu einer etwas älteren Fritzbox ohne 5-Gigahertz-Netz oder dem neuesten WLAN-Standard AC darf man ruhig zum günstigeren Repeater greifen, der eine ähnliche Ausstattung hat. Ist die Internetverbindung lahm, zündet auch eine schnelle Erweiterung keinen Turbo. Beherrscht der Router WPS, ist es praktisch, wenn auch der Repeater dazu fähig ist. Denn dann gelingt die Einbindung des Geräts ins heimische Netzwerk per Knopfdruck. Gibt es nur wenige freie Steckdosen, ist es nützlich, ein Gerät mit integrierter Buchse zu wählen.

Statt einen neuen Repeater zu kaufen, können Nutzer aber auch einen alten Router wiederbeleben. Das ist vor allem bei Fritzboxen eine gute Alternative. Wie das funktioniert, erklärt n-tv.de hier.

Powerline geht durch Wände

WLAN-Repeater sind nur dann gute Erweiterungs-Lösungen, wenn sie selbst eine gute Verbindung zum Router herstellen können. So ist es mitunter notwendig, mehrere Geräte zu installieren, um einen Raum zu erreichen. In solchen Fällen ist es wesentlich praktischer, den Weg über das heimische Stromnetz zu wählen. Dabei wird ein Powerline-Gerät mit dem Router verbunden, danach kann an jede Steckdose, die mit demselben Stromzähler oder Sicherungskasten verbunden ist, ein LAN- oder WLAN-Adapter gesteckt werden. So können theoretisch Distanzen von mehreren Hundert Metern überbrückt werden, da sich Powerline-Verbindungen nicht durch Wände ausbremsen lassen. Außerdem nimmt die Datenrate im Gegensatz zu WLAN-Repeatern bei Powerline-Verbindungen bei zunehmender Entfernung praktisch nicht ab. Etagen können allerdings ein Problem sein, da in mehrgeschossigen Häusern Stromnetze oft getrennt arbeiten.

Quelle: n-tv.de, Mit dpa

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