Technik

Marshalls XL-Bluetooth-Speaker Tufton bringt fetten Sound in Kult-Optik

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Der Tufton ist Marshalls größter tragbarer Bluetooth-Lautsprecher.

(Foto: jwa)

Marshalls neuer Bluetooth-Lautsprecher Tufton ist ein echter Brocken. Er ist schwer und wuchtig und klingt richtig gut. Seine Stärke ist aber zugleich seine einzige Schwäche.

Marshall macht mit seinen Kopfhörern und Bluetooth-Lautsprechern seit einiger Zeit vieles richtig. Musikfans jenseits der 30 bringen die Briten vielleicht noch eher mit Gitarrenverstärkern in Verbindung, aber die Kopfhörer mit dem unverkennbaren Design und die Bluetooth-Lautsprecher mit dem Metallgitter und dem ikonischen Logo an der Front gehören längst zur Lifestyle-Ausstattung hipper Großstädter.

Klar, man kauft bei Marshall immer auch den Namen und den Look mit, doch Kopfhörer wie der Mid A.N.C. oder der Bluetooth-Lautsprecher Kilburn II konnten im Test bei n-tv.de auch mit ihrem guten Sound überzeugen. Mit dem Tufton hat Marshall jetzt einen mächtigen Bluetooth-Speaker im Angebot, der sich an alle richtet, denen der Kilburn II zu mickrig ist.

Noch mehr Wumms

Nicht, dass man eine XL-Version des Kilburn wirklich bräuchte, denn der klingt so gut, laut und raumfüllend, dass man ihm ohne Weiteres auch alleine die Beschallung einer Wohnzimmerparty oder einer größeren Grillrunde im Park überlassen kann. Aber manchmal muss es eben doch ein bisschen mehr sein und hier tritt der Tufton auf den Plan.

Laut Hersteller ist er der größte tragbare Bluetooth-Lautsprecher auf dem Markt. Die Grenzen sind da zwar fließend und was gerade noch tragbar ist und was schon zu schwer, liegt immer auch im Auge des Betrachters - beziehungsweise in den Händen des Trägers. Der Tufton markiert aber definitiv einen Grenzbereich, denn viel größer und viel schwerer darf ein tragbarer Lautsprecher sicher nicht sein.

Fast 5 Kilo

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Der Tufton hat einen stabilen Tragegriff im Gitarrengurt-Look.

(Foto: jwa)

Er wiegt fast fünf Kilogramm, ist mit 35 Zentimetern (cm) höher als eine LP, 23 cm breit und 16,3 cm tief. Damit passt er in keinen Rucksack und ist auch sonst zu groß und zu schwer für einen mobilen Begleiter unter freiem Himmel. Immerhin: Der stabile Tragegriff ist an den Seiten fest vernietet und bietet sicheren Halt, wenn man ihn tatsächlich mal durch die Gegend schleppen will. Immerhin: Das auf den ersten Blick ungewohnte Hochkant-Format erweist sich zum Herumtragen als praktisch, weil das Gewicht besser verteilt ist. 

Der Tufton findet seine Bestimmung aber trotzdem eher in den eigenen vier Wänden oder im Freien an einem festen Platz. Hier macht er seine Sache richtig gut. Der Drei-Wege-Sound strahlt gleichmäßig in den Raum, er klingt voll und warm, hat viel Wumms in den Bässen und ausreichend Klarheit in den Mitten und Höhen. Die Ausstattung ist minimalistisch und schnörkellos. Für den fliegenden Musikwechsel verbindet sich der Tufton über Bluetooth 5.0 mit zwei Geräten gleichzeitig, über den Aux-Eingang mit 3,5-mm-Klinke empfängt er zudem analogen Input.

Analoges Feeling

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Die analogen Drehregler des Marshall Tufton sind ein Segen.

(Foto: jwa)

Highlight sind die drei Drehregler an der Oberseite: Hier kann man nicht nur die Musik stufenlos anpassen, sondern auch Bässe und Höhen nachregeln. Das klingt banal, ist aber im Praxiseinsatz ein echtes Vergnügen und geht viel intuitiver und direkter als mit den Lautstärketasten bei der Konkurrenz. Vor allem die butterweichen Bass- und Treble-Regler sind ein Segen - in den eigenen vier Wänden kann man den Bass ruhig auf null lassen, aber mit  den Höhen auf 5 bekommt der Tufton noch einmal deutlich mehr Klarheit und Brillanz. Gehts nach draußen ins Freie, kann auch der Bass ruhig ein paar Stufen aufgedreht werden. Nach ein paar Tagen mit dem Tufton fragt man sich, warum nicht alle Bluetooth-Lautsprecher Drehknöpfe haben - es wäre eine Freude.

Überraschungen bietet das Datenblatt ansonsten nicht. Der Tufton tönt im Frequenzbereich von 40 bis 20.000 Hertz, ist nach IPX2 spritzwassergeschützt und hat eine Spielzeit jenseits der 20-Stunden-Marke. Das ist alles ordentlich und voll im erwartbaren Rahmen. Ein Akkumonster ist er nicht, aber das ist in Ordnung. Mit dem beiliegenden Netzkabel kann man ihn in zweieinhalb Stunden voll aufladen, 20 Minuten am Strom reichen laut Marshall für vier Stunden Spieldauer.

Natürlich ist so ein Bluetooth-Monster nicht günstig - Marshall möchte rund 400 Euro für den Tufton haben. Das ist nicht günstig, aber angemessen. Trotzdem: Man muss ihn wirklich wollen, denn sonst gibt es günstigere Alternativen, die ähnlich gut klingen und sich zudem besser transportieren lassen. Die größte Konkurrenz bekommt der Tufton aus dem eigenen Haus. Denn der Kilburn II ist leichter und kompakter, sein Sound ist für die meisten Anlässe völlig ausreichend, der Akku ähnlich ausdauernd und er kostet inzwischen unter 240 Euro.

Quelle: n-tv.de

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