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Keine Hits bei Spotify & Co. Warum finden wir Prince nicht?

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Alle Prince-Alben gibt's nur bei einem Streaming-Dienst.

(Foto: Screenshot)

Viele Fans versuchen derzeit die großen Hits von Prince zu streamen, doch keiner der großen Dienste hat sie. Das musikalische Erbe des verstorbenen Popstars gibt's nur bei einem Anbieter, der dies auch entsprechend würdigt.

Wenn ein großer Popstar wie Prince stirbt, will man seine Musik hören. Weil man ein großer Fan war, sich an besondere Momente mit seinen Songs erinnern möchte oder vielleicht, weil man erst durch den traurigen Anlass auf ihn aufmerksam wurde. Klar, das Radio spielt jetzt für eine Weile mehr Prince-Songs, aber richtig würdigen kann man das Musikgenie nur, wenn man seine Alben oder wenigstens eine Sammlung seiner größten Hits hört. Was liegt da näher, als in seinem Streaming-Dienst nach dem Werk des Popidols zu suchen? Bei den meisten Nutzern geht die Suche aber größtenteils ins Leere oder sie finden nur ein paar weniger bekannte Titel des Künstlers. Was ist da los?

Prince, der in den 90ern im Freiheitskampf gegen die mächtigen Schallplattenfirmen sogar jahrelang seinen Namen aufgab, blieb sich auch im digitalen Zeitalter treu. Im vergangenen Jahr entzog er allen großen Streaming-Diensten das Recht, seine Songs anzubieten. "Streaming hat den Plattenfirmen im Grunde erlaubt, sich selbst zweimal zu bezahlen und gleichzeitig das, was sie Künstlern schulden, zu reduzieren", schrieb Prince im vergangenen Juni auf Twitter. Nur ein einziger Dienst darf seitdem seine großen Hits und legendären Alben streamen: Tidal.

"Ich will kein Teil davon sein"

Es ging Prince dabei nicht nur um Geld, auch die künstlerische Freiheit und der Respekt vor dem Künstler spielten für ihn bei der Entscheidung eine wichtige Rolle. Die anderen Dienste nähmen sich einfach nur die Songs und böten sie an. Sie präsentierten Musiker nicht persönlich, sondern ließen Algorithmen die Arbeit erledigen, erklärte er in einem Interview mit dem Magazin "Ebony". "Ich will kein Teil davon sein". Tidal, das Rap-Star Jay Z gehört, hat einen anderen Ansatz. "Wir wollen ein Dienst sein, der sowohl Nutzern als auch Künstlern dient und sie dabei einander näher bringt", heißt es in den FAQ des Dienstes.

Die Startseite von Tidal gehört aktuell alleine dem verstorbenen Star. "Ein Genie, ein Erneuerer, ein Familienmitglied, Prince wird schmerzlich vermisst", steht dort. Er habe seine kreative Vision geteilt und im Gegenzug dafür nichts verlangt. "Lasst uns eine Legende feiern."

Wer mitfeiern möchte, kann den Dienst 30 Tage kostenlos testen, das Abo kann in dieser Zeit jederzeit gekündigt werden. Ansonsten kostet es wie bei anderen Anbietern 10 Euro im Monat. Musik in Hi-Fi-Qualität gibt's für 20 Euro, Familienangebote ab 15 Euro (zwei Personen).

Quelle: ntv.de, kwe