Unterhaltung

Abschied von den Streaming-Diensten Prince pfeift auf Spotify & Co

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Will in der schönen neuen digitalen Welt nicht mitspielen: Prince.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie sammeln noch MP3-Dateien? Wie bitte? Sie kaufen sogar noch CDs? Du liebe Güte, sind Sie oldschool! Heute wird Musik doch einfach gestreamt! Blöd nur, wenn Ihr Lieblingskünstler den Streaming-Diensten die kalte Schulter zeigt. So wie nun Prince.

Totgesagte leben länger. Zumindest in Deutschland. Denn hier wird Musik tatsächlich immer noch am häufigsten in physischer Form von CDs, DVDs oder gar dem guten alten Vinyl verkauft. Doch der Trend geht seit Jahren hin zum digitalen Absatz. Nach den MP3-Verkäufen boomen mittlerweile Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder nun auch Apple Music. Weltweit liegen die Umsätze der Musikindustrie im digitalen Bereich inzwischen gleichauf mit denen bei Tonträgern.

Doch nicht alle Künstler zeigen sich begeistert von der schönen neuen Digitalwelt. Schon 15 Jahre ist es her, dass Metallica seinerzeit der MP3-Tauschbörse Napster den Kampf ansagten. Und auch der Hype um Spotify und Co der jüngeren Zeit löst Debatten aus. Denn: Viele Musiker fühlen sich von ihren Labels und den Streaming-Anbietern nicht ausreichend entlohnt. US-Sängerin Taylor Swift ließ deshalb bereits ihre Songs bei Spotify entfernen. Auch deutsche Stars wie Herbert Grönemeyer und Farin Urlaub taten es ihr gleich.

Alle außer Tidal

Nun reiht sich ein weiterer prominenter Name in die Schar der Verweigerer ein: Prince. "Der Verleger von Prince hat alle Streaming-Dienste gebeten, sein Verzeichnis zu entfernen", ist mittlerweile auf der Spotify-Seite des Popstars zu lesen. Das US-Musikmagazin Billboard präzisierte: alle Streaming-Dienste bis auf einen. Denn bei Tidal, dem im März gestarteten Angebot von Rapper Jay Z, sind die Songs von Prince nach wie vor zu finden. Bei Tidal sollen Künstler tatsächlich stärker am Umsatz beteiligt sein als bei der Konkurrenz.

Dass es Prince letztlich auch ums Geld geht, bestätigte er via Twitter. "Streaming hat den Plattenfirmen im Grunde erlaubt, sich selbst zweimal zu bezahlen, und gleichzeitig das, was sie Künstlern schulden, zu reduzieren", zitierte der 57-jährige Sänger von Hits wie "Purple Rain" und "Kiss" aus einem Artikel zum Thema.

Noch werden die Streaming-Dienste das Ausscheren einzelner Künstler aus ihrem Geschäftsmodell verschmerzen können. Doch sollten weitere Musikgrößen dem Beispiel folgen, dürfte es für die Anbieter eng werden. Dann kaufen vielleicht auch Jugendliche schon bald wieder CDs …

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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