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Senioren verfolgen eine Versammlung.
Senioren verfolgen eine Versammlung.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 11. März 2011

Oder umgekehrt: Affen altern wie Menschen

Bisher nahmen Forscher an, dass Menschen anders und vor allem langsamer alterten als ihre nahen Verwandten, die Affen. Dass diese Annahme ein Trugschluss ist, beweisen nun Forscher mit den Untersuchungsergebnissen von fast 3000 Affen aus sieben verschiedenen Arten.

Auch bei den meisten Affenarten leben die Weibchen länger als die Männchen. Das zeigt ein Vergleich des menschlichen Alterns mit dem seiner nächsten Verwandten. Unsere Art ist zwar die langlebigste unter den Primaten, aber der Ablauf unserer Alterung unterscheidet sich nicht wesentlich, berichten US-Forscher im Fachjournal "Science". Bisher waren Biologen davon ausgegangen, dass die Menschen während ihrer langen Lebenszeit anders und langsamer altern.

Anne Bronikowski von der Iowa-State-Universität in Ames und Susan Alberts von der Duke-Universität in Durham verglichen den individuellen Verlauf der Alterung bei fast 3000 Affen aus sieben Arten: Sifaka-Lemuren aus Madagaskar, Kapuzineraffen aus Costa Rica, Spinnenaffen aus Brasilien, Diadem-Meerkatzen und Paviane aus Kenia, dazu Schimpansen und Gorillas. Ihr Alterungsverlauf, gemessen daran, wie sich die Sterbewahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens verändert, glich sich bei all diesen Arten und entsprach dem auch für Menschen typischen: Nach einem hohen Risiko in jungem Alter folgt eine Phase der relativen Sicherheit, danach steigt die Wahrscheinlichkeit zu sterben kontinuierlich an.

Streit um Weibchen lässt schneller altern

Ein Diademsifaka-Lemure.
Ein Diademsifaka-Lemure.

Auch in einem anderen Punkt ähneln die Menschen ihren nächsten Verwandten: Bei fast allen untersuchten Arten leben die Weibchen länger, das Todesrisiko der Männchen steigt früher. Eine Ausnahme machen hier die brasilianischen Spinnenaffen: Ihre Männchen leben ebenso lange und mit gleichem Risikoverlauf wie die Weibchen, möglicherweise wegen ihres sehr wenig aggressiven Verhaltens bei der Konkurrenz um Weibchen. Sifaka-Lemuren verhalten sich da völlig anders. Die Männchen konkurrieren ihr Leben lang heftig um die Weibchen - und sie altern und sterben besonders schnell.

Die Unterschiede in der Alterung der verschiedenen Arten zeigte keinen Zusammenhang mit ihrer Verwandtschaft, sondern könnte ausschließlich auf ihren Lebensumständen beruhen, berichten die Forscher. Dies bedeute, dass der Mensch trotz seiner langen Lebensspanne immer noch ein typischer Primat ist. Die moderne Medizin hat es erlaubt, dass Menschen in vielen Teilen der Welt heute viel älter werden als in früheren Zeiten. "Wir wissen aber immer noch nicht, was unser maximales Alter bestimmt", betonte Alberts. "Einige Studien deuten darauf hin, dass wir noch älter werden könnten als heute. Ein Blick auf unsere tierischen Verwandten könnte uns zeigen, wie flexibel unser Altern ist, und diese Frage klären."

Quelle: n-tv.de

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