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Auch vor der Antarktis Atlantik wird immer wärmer

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Die "Polarstern", das AWI-Flaggschiff, kehrt heute nach sieben Monaten auf der Südhalbkugel in seinen Heimathafen Bremerhaven zurück.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es geht um eine Erwärmung von sechs Hundertstel Grad und damit um einen scheinbar geringen Wert. Doch er betrifft die Tiefen des Ozeans. Forscher gehen davon aus, dass die Auswirkungen weltweit zu spüren sein werden.

Als Folge des Klimawandels wird das Wasser in den Tiefen des Atlantiks nördlich der Antarktis immer wärmer. Das haben Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) während der jüngsten Expedition des Forschungseisbrechers "Polarstern" herausgefunden. Das AWI-Flaggschiff kehrt heute nach sieben Monaten auf der Südhalbkugel in seinen Heimathafen Bremerhaven zurück. Während der Reise konzentrierten sich die Forschungsarbeiten unter anderem auf das Weddelmeer im atlantischen Teil der Antarktis. Dort passen sich die Lebewesen laut AWI nur langsam an die Veränderungen an.

In den vergangenen 26 Jahren ist die Wassertemperatur in den Tiefen des Weddelmeers um sechs Hundertstel Grad angestiegen. Obwohl es sich um einen scheinbar geringen Wert handelt, "ist damit eine erhebliche Wärmemenge verbunden, die im Ozean gespeichert wird", zitiert das AWI den Fahrtleiter Eberhard Fahrbach.

Ozeane nehmen Wärme auf

Für die Klima- und Polarforscher ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass die Ozeane Wärme aus der durch den Treibhauseffekt erhitzten Atmosphäre aufnehmen. Der Weltklimarat IPCC hat bislang angenommen, dass etwa 80 Prozent aus dem Treibhauseffekt in den oberen Ozeanschichten bis 1500 Meter Wassertiefe landet.

Laut Fahrbach hat die Polarstern-Expedition nun gezeigt, "dass auch der tiefe Ozean mit seinem riesigen Volumen an diesem Prozess beteiligt ist". Die AWI-Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Veränderungen dieser Wassermassen weltweite Auswirkungen haben werden.

Bei weiteren Untersuchungen im östlichen Weddelmeer stellten die AWI-Wissenschaftler fest, dass sich die Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser nur sehr langsam an die Veränderungen anpassen. Das zeige, wie empfindlich das Ökosystem reagiere.

Die "Polarstern" soll nach einem Werftaufenthalt am 15. Juni zu einer mehrwöchigen Arktis-Expedition aufbrechen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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