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NASA schickt Sonnensonde los Bilder aus der Gluthitze

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Das SDO soll mindestens fünf Jahre lang im All arbeiten.

(Foto: NASA/Goddard Space Flight Center Conceptual Image Lab)

Mit einer Sonnensonde will die US-Raumfahrtbehörde NASA den glühenden Riesenstern im Zentrum des Sonnensystems erforschen. Eine Atlas-V-Rakete brachte die Sonde "Solar Dynamics Observatory" (SDO) vom Weltraumzentrum Cape Canaveral in Florida aus ins All, von wo aus die 3,2 Tonnen schwere Sonde Bilder und Messdaten von bislang unerreichter Qualität und Menge zur Erde liefern soll. Zuvor musste der ursprünglich bereits für Dienstag geplante Start zweimal verschoben werden.

Die Mission ist die erste und der NASA zufolge das "Kronjuwel" in einem neuen Programm mit dem Titel "Living With a Star" (Leben mit einem Stern). "Das wird sensationell", jubelte der Direktor der Sonnenphysikabteilung im NASA-Hauptquartier, Richard Fisher, nach dem geglückten Start. "SDO wird uns im Verständnis der Sonne und ihrer Auswirkungen auf Leben und Gesellschaft einen Riesenschritt voranbringen."

Um die ehrgeizigen Erwartungen der Forscher zu erfüllen, hat das SDO drei spezialisierte Instrumente an Bord. Ein System von vier Teleskopen soll die Sonnenoberfläche und -atmosphäre fotografieren. Ein UV-Detektor überwacht die ultraviolette Helligkeit der Sonne - langsame UV-Schwankungen beeinflussen Erdatmosphäre und -klima, schnelle Schwankungen können Satelliten- und Funkkommunikation stören. Ein kombinierter seismischer und Magnetfelddetektor zeichnet die solaren Magnetfelder auf und blickt über die Beobachtung von Dichteschwankungen auf der Sonne wie mit einem Ultraschallgerät ins Innere des Sterns.

Die Mission ist die erste und der NASA zufolge das "Kronjuwel" in einem neuen Programm mit dem Titel "Living With a Star" (Leben mit einem Stern). "Das wird sensationell", jubelte der Direktor der Sonnenphysikabteilung im NASA-Hauptquartier, Richard Fisher, nach dem geglückten Start. "SDO wird uns im Verständnis der Sonne und ihrer Auswirkungen auf Leben und Gesellschaft einen Riesenschritt voranbringen."

Die kaum erforschten Vorgänge im Inneren der Sonne, die Bewegungen des Sonnenplasmas, die Magnetfelder und die energiereichen Sonnenwinde geben den Wissenschaftlern bislang viele Rätsel auf. Die Mission kostet rund 848 Millionen Dollar (619 Millionen Euro). Das fliegende Observatorium soll mindestens fünf Jahre lang die Erde umkreisen und rund um die Uhr die schwankende Sonnenaktivität beobachten.

Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt betreibt ein SDO-Datenzentrum und zwar am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP