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Hohes Risiko für Lungenleiden COPD häufiger als Krebs

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bronchien verkrampfen sich, die Schleimhäute schwellen an, die Luftgefäße werden verengt: Die Atemwegerkrankung COPD befällt jeden vierten Erwachsen. Damit ist das Risiko, daran zu erkranken, höher, als Krebs oder einen Herzinfarkt zu haben.

Jeder vierte Erwachsene erkrankt einer neuen Studie zufolge irgendwann im Leben am gefährlichen Atemwegleiden COPD. Damit ist das Risiko für die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (Chronic Obstruktive Pulmonary Disease) größer als für Herzinfarkt oder Krebs, betonen Wissenschaftler um Andrea Gershon vom Institut für klinische Evaluation in Toronto, Kanada, im britischen Medizinjournal "The Lancet".

Das Lungenleiden, mit dem die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zusammengefasst werden, sei ein großes vernachlässigtes Problem, heißt es in einem Begleitkommentar in dem Fachblatt. Im Jahr 2030 werde COPD weltweit die dritthäufigste Todesursache sein, erwarteten Epidemiologen.

Schleimproduktion verengt Luftgefäße

Bei der Atemwegerkrankung verkrampfen sich die Bronchien, ihre Schleimhäute schwellen an und die Schleimproduktion steigt dauerhaft an. Das führt zu einer Verengung der Luftgefäße, die lebensgefährlich werden kann. Gershon und ihre Kollegen wollten ermitteln, wie häufig sich eine vom Arzt diagnostizierte COPD bei der erwachsenen Allgemeinbevölkerung entwickelt. Dafür verfolgten sie den Gesundheitszustand aller 35- bis 80-jährigen Einwohner Ontarios 14 Jahre lang. Bei diesen 13 Millionen Menschen gab es in der Beobachtungszeit insgesamt 579 466 COPDFälle. Hochgerechnet auf die Lebenszeit bedeutet das ein Risiko von 27,6 Prozent – mehr als einer von vier Erwachsenen ist betroffen.

"Das COPD-Lebenszeitrisiko ist vergleichbar mit dem von Diabetes und Asthma", berichtet Gershon, "und drei bis viermal so hoch wie für einen Herzinfarkt." Männer haben mit 29,7 Prozent ein etwas höheres Risiko als Frauen (25,6 Prozent), auch ein niedrigerer sozioökonomischer Status erhöht das Risiko. 35-jährige Frauen und Männer hätten im Durchschnitt ein mehr als dreimal höheres Risiko für COPD als für Brust- oder Prostatakrebs, betont Gershon. Verglichen mit anderen Krebsarten sei das Risiko sogar über siebenmal höher. Die neuen Ergebnisse unterstrichen die Notwendigkeit, die Bevölkerung besser aufzuklären und Anti-Raucher-Programme voranzutreiben.

Quelle: n-tv.de, dpa

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