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Nörgeln auf hohem Niveau Deutsche Medizin besonders gut

Das deutsche Gesundheitswesen ist besonders gut, trotzdem sind die Bürger unzufrieden. Dies geht aus einer Vergleichsuntersuchung in sechs Ländern hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Hierzulande sind die Wartezeiten in Praxen und Krankenhäusern demnach kürzer als in anderen Ländern, Patienten bekommen bei stationärer Behandlung seltener eine Infektion, und chronisch Kranke werden häufiger und regelmäßiger vorbeugend untersucht als anderswo. Gleichwohl äußern die Bundesbürger mehr Unmut als Patienten in anderen Ländern. Der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki, zeigte sich überrascht über das widersprüchliche Ergebnis: Nach seiner Vermutung ist die Erwartung der Patienten im Ausland an die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystem realistischer als hierzulande. In der Studie wird Deutschland mit den USA, Australien, Kanada, Neuseeland und Großbritannien verglichen.

Gesundheits-Staatssekretär Klaus Theo Schröder sagte, die Studie zeige die Stärken des "sehr guten" deutschen Gesundheitssystems. Man könne darauf aufbauen, um es weiterzuentwickeln. Dies gelte vor allem für die aufgezeigten Mängel, wie unzureichende ärztliche Informationen der Patienten im Krankenhaus oder schlechte Planung bei der Entlassung. Dabei schneidet Deutschland schlechter als die anderen Länder ab.

Laut Studie ist die Wartezeit für deutsche Patienten in der Notaufnahme oder auf eine Operation am kürzesten - allerdings liegen sie auch am längsten im Krankenhaus. Nach einer Klinikbehandlung mussten sie erheblich seltener zurück ins Krankenhaus als in den anderen fünf Ländern. 28 Prozent der Befragten in Deutschland verzichteten aus Kostengründen auf eine medizinische Behandlung. In Neuseeland waren es 13 Prozent, in den USA 51 Prozent.

Quelle: ntv.de