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Bestände leicht gesunken Deutschlands Hasen leiden

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Die meisten Hasen gibt es in Nordrhein-Westfalen. Hier leben bis zu 242 Hasen pro Quadratmeter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie sind viele und sie haben große Ohren: Über vier Millionen Hasen hoppeln über Deutschlands Wiesen und Felder. Im März und April werfen die Häsinnen ihre ersten Jungen des Jahres. Ostern ist für die Vierbeiner also Familienzeit. Doch die harten Winter der vergangenen Jahre haben den Tieren zugesetzt.

Nach neuesten Zählungen sind die Hasen-Bestände in Deutschland leicht gesunken, wie der Sprecher des Deutschen Jagdschutzverbandes, Torsten Reinwald, sagte. "Die Hasen vermehren sich nach wie vor fleißig", betonte Reinwald. "Aber in den vergangenen Wintern mit Schnee und Kälte bis in den März hinein haben viele Tiere nicht überlebt."

Nach Hochrechnung des Verbandes hoppeln bundesweit vier bis sechs Millionen Hasen über Wiesen und Felder. Die jüngste Zählung in 400 Regionen vom Herbst 2011 habe ergeben, dass es zwischen 5 Feldhasen pro Quadratkilometer im Osten Deutschlands und 26 Hasen in der nordwestdeutschen Tiefebene gebe. Das sei im Durchschnitt ein Rückgang von einem Hasen pro Quadratkilometer im Vergleich zur Erhebung im Jahr davor, erklärte der Sprecher. "Nordrhein-Westfalen ist das Hasenland Nummer eins. Dort werden in manchen Gebieten sogar bis zu 242 Hasen pro Quadratkilometer gezählt."

"Randstreifen sind überlebenswichtig"

In diesen Tagen steht in vielen Hasenfamilien Nachwuchs an. Die Häsinnen legen ihren Wurf von bis zu drei Jungtieren auf Feldern und Wiesen ab, wo sie schutzlos dem Wetter ausgeliefert sind. Deshalb ist trockene und warme Witterung wichtig.

Neben den kalten Wintern ist nach Einschätzung des Verbandes die Zusammenlegung von Ackerflächen für den Rückgang verantwortlich. Dadurch verschwinden die Feldränder. Vor allem dort finden Hasen aber ihre Gräser, Kräuter sowie Klee, Knospen, Rinde und Kohl. "Randstreifen sind überlebenswichtig für viele Tierarten", sagte Reinwald. Bundesweit gebe es immer weniger solcher nicht bewirtschafteten Flächen. Seit dem Jahr 2000 seien Brachflächen von der doppelten Größe des Saarlandes verschwunden.

Der Verband fordert mehr Schutz der Tiere und zum Beispiel "hasenfreundliche Blühstreifen" an den Äckern, wo sie in Ruhe mümmeln können. "Die Jäger nehmen bereits Rücksicht und passen die Jagd an die Bestände an", betonte Reinwald. "Es wird nur so viel geschossen, dass der Bestand nicht gefährdet ist." So hätten Jäger in der vergangenen Saison nur noch rund 370.000 Hasen erlegt - rund ein Drittel weniger als drei Jahre zuvor.

Quelle: ntv.de, dpa

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