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Rufen, kreischen, grunzen Die Ursprünge der Lautbildung

Fische tun es, Frösche auch, Vögel und Menschen sowieso - sie kommunizieren mit Hilfe von Lauten. US-Forscher haben jetzt gezeigt, dass die dafür nötigen Hirnstrukturen bereits vor mehr als 400 Millionen Jahren bei einem gemeinsamen Vorfahren dieser Wirbeltiere entstanden sind. Die anderen Strukturen, die für die Lautbildung nötig sind - zum Beispiel die Schwimmblase der Fische oder der Kehlkopf des Menschen - entstanden unabhängig voneinander im weiteren Verlauf der Entwicklung, berichten die Wissenschaftler im US-Fachjournal "Science" (Bd. 321, S. 417).

Das Team um Robert Baker vom Marine Biological Laboratory in Woods Hole (US-Staat Massachusetts) hatte die für die Lautbildung zuständigen Nervenzellen im Gehirn von Larven dreier Arten von Froschfischartigen (Batracoidae) gesucht: dem Nördlichen Bootsmannfisch Porichthys notatus sowie den Krötenfischen Opsanus beta und Opsanus tau. Diese Fische sind berühmt für ihre lauten Paarungs- und Revierverteidigungsrufe. Die Muskeln an der Schwimmblase, welche die Lautbildung steuern, gehören zu den schnellsten im Tierreich und können bis zu 200 Mal in der Sekunde kontrahieren.

Die Wissenschaftler fanden die für die Muskelbewegungen zuständigen Nervenzellen nun an der Basis des sogenannten Rautenhirns und dem oberen Rückenmarkabschnitt der Fische. Ihre Position im Gehirn stimme mit der bei anderen lautbildenden Wirbeltieren wie Fröschen, Vögeln und Säugetieren überein. Daraus folgern die Forscher, dass die Nervenzellen bereits in einem gemeinsamen Vorfahren dieser Tierklassen angelegt wurden. Vermutlich entstanden sie mit der Evolution der Knochenfische (Osteichthyes) vor mehr als 400 Millionen Jahren. Aus den Knochenfischen gingen später die anderen Tierklassen hervor.

Quelle: ntv.de

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