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Dohlen vor aufziehenden Regenwolken auf der Zugspitze bei Grainau (Oberbayern).
Dohlen vor aufziehenden Regenwolken auf der Zugspitze bei Grainau (Oberbayern).(Foto: dpa)
Freitag, 14. Oktober 2011

Intelligent, treu und gefährdet: Dohle ist "Vogel des Jahres 2012"

Sie ist ihrem Partner ein Leben lang treu, kümmert sich aufopfernd um ihren Nachwuchs und liebt das gesellige Leben: Die Dohle ist der "Vogel des Jahres 2012". Die Lebensgrundlage der Tiere ist aber bedroht. In mehreren Bundesländern steht der Rabenvogel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Die Dohle ist der "Vogel des Jahres 2012". Das teilten der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Berlin mit. Die Naturschützer wollen damit auf die zunehmende Beschneidung der Lebensräume der Singvögel aufmerksam machen. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit fänden sie immer weniger Nistmöglichkeiten. In mehreren Bundesländern stehen Dohlen demnach bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten oder auf der Vorwarnliste.

Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben die Dohle (Coloeus monedula) zum "Vogel des Jahres 2012" gekürt
Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben die Dohle (Coloeus monedula) zum "Vogel des Jahres 2012" gekürt(Foto: dpa)

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge nur noch rund 100.000 Brutpaare. Größere Dichten erreicht die Art nur noch regional, etwa am Niederrhein. Zum Rückgang der Dohlen, deren lateinischer Name Coloeus monedula lautet, tragen laut NABU auch viele Gebäudesanierungen bei, die zwar wichtigen Energiesparzielen dienten, aber den Dohlen Brutplätze in Nischen, Mauerlöchern und Dachstühlen versperrten. Wegen ihrer Vorliebe für Kirchtürme wurden die Singvögel früher auch "des Pastors schwarze Taube" genannt, doch die Türme vieler Kirchen wurden nach Angaben der Umweltschützer inzwischen zur Taubenabwehr vergittert.

Einst nützliche Helfer

Zudem verschwinde zunehmend ihre Nahrungsgrundlage. Für die Landwirtschaft waren die schwarz gefiederten Vögel mit den silber-blauen Augen, die Käfer, Heuschrecken, Würmer und Schnecken fressen, einst nützliche Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Doch mit der Versiegelung von immer mehr Grünflächen, dem großflächigen Anbau von Energiepflanzen wie Mais und Raps und dem flächendeckenden Pestizideinsatz fänden die Vögel immer schwerer Futter, erklärte der NABU.

"Vogel des Jahres 2011" ist der Gartenrotschwanz. Der NABU kürt den Vogel traditionell gemeinsam mit dem bayerischen Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Quelle: n-tv.de