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Klimawandel machts möglich Echsen werden schlauer

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Ein Skink sonnt sich auf einem Stein.

(Foto: Fuu Nur, wikipedia)

Echsen, die in Nestern bei 22 Grad Celsius ausgebrütet werden, sind schlauer als ihre Artgenossen, die in Nestern mit 16 Grad Celsius reiften. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von australischen Forschern an Dreistreifenskinks. Die Erhöhung der Temperaturen auf der Erde durch den Klimawandel könnte den Tieren langfristig zugute kommen.

Der Klimawandel könnte Echsen schlauer machen. Wärmere Nester haben nicht nur einen Einfluss auf das Geschlecht, die Größe und Fitness der Jungtiere, sie beeinflussen auch deren Verhalten: Sie lernen besser, berichten australische Biologen in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Joshua Amiel und Richard Shine von der Universität Sydney sammelten trächtige Weibchen des Australischen Dreistreifenskinks (Bassiana duperreyi). Deren Eier wurden entweder bei einer Durchschnittstemperatur von 16 oder von 22 Grad Celsius ausgebrütet. Die jungen Skinke kamen in ein Terrarium mit je zwei umgedrehten Blumenuntersetzern mit Öffnung, die gut einen halben Meter voneinander entfernt standen.

Richtige Öffnung zum Versteck finden

Alle Tiere hatten einen Tag Zeit, zu lernen, dass nur eins der Verstecke tatsächlich zugänglich war – bei dem anderen war die Öffnung mit einer Plexiglasscheibe verschlossen. Zum Test wurden die Tiere schließlich in die Mitte zwischen die beiden Verstecke gesetzt und mit einem Stupser dazu gebracht, sich rasch verstecken zu wollen. Als Erfolg wurde gewertet, wenn das Tier binnen 30 Sekunden die richtige Öffnung fand. Der Test wurde über vier Tage hinweg vier Mal täglich durchgeführt.

Beim Vergleich der Daten zeigte sich, dass die Skinke aus wärmeren Nestern einen deutlich besseren Lernerfolg hatten. Ihre "Lernkurve" stieg steiler an als die ihrer kühl ausgebrüteten Geschwister. Die Unterschiede waren unabhängig vom Geschlecht, der Größe oder Geschwindigkeit der Tiere. Dies zeige, dass Temperaturunterschiede von wenigen Grad, wie sie auch in Folge des Klimawandels erwartet werden, das Verhalten von Echsen beeinflussen.

Höhere Lernerfolge bedeuten eine größere Flexibilität im Verhalten und damit eine bessere Fähigkeit, sich an wandelnde Umweltbedingungen anzupassen. Die Temperatur habe damit indirekte Effekte auf die Konkurrenzfähigkeit der Arten, schreiben die Forscher.

Quelle: n-tv.de, dpa

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