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Was Japan jetzt noch droht Ein Jahr lang Nachbeben möglich

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Auch ein Nachbeben kann schwere Schäden anrichten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit dem Megabeben vom 11. März wird Japan immer wieder von Erdstößen erschüttert. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für sehr starke Nachbeben mit der Zeit abnimmt, hören sie lange nicht auf. In den nächsten Monaten sei mit Beben der Stärke 7 und höher zu rechnen, warnt der Leiter der Abteilung Erdbebenrisiko und Frühwarnung am Potsdamer Geoforschungszentrum, Professor Jochen Zschau, in einem Gespräch.

Was ist ein Nachbeben?

"Bei einem Beben bricht ein Teil der Erdkruste auf. Da gibt es eine richtige Bruchfläche", erklärt Zschau. Weil bei allen Beben die Erdoberfläche nicht vollkommen durchbricht, sondern nur teilweise, ist die Erde unter Spannung gesetzt und Teile der Erdkruste brechen hintereinander weg. Auch an den Rändern des Bruches baut sich viel Spannung auf. Dort reißt die Erdkruste weiter ein - auch das sind Nachbeben.

Gibt es bei jedem Erdbeben Nachbeben?

Ja. Die Stärke des Bebens spielt keine Rolle. Auch kleinere Erdbeben haben Nachbeben, sie sind einfach schwächer. In Japan gibt es laut Zschau fast täglich Nachbeben der Stärke 4.

Wie stark können Nachbeben sein?

In der Regel sind die Nachbeben kleiner als das Hauptbeben. "Man kann von der Faustregel ausgehen, dass die stärksten Nachbeben etwa eine Stufe kleiner sind als das Hauptbeben", sagt Zschau. Das würde heißen, bei dem Hauptbeben in Japan am 11. März von einer Magnitude 9,0 können die Nachbeben durchaus eine Stärke von 8 erreichen.

Klingen die Nachbeben mit der Zeit ab?

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Professor Jochen Zschau ist Leiter der Abteilung Erdbebenrisiko und Frühwarnung am Potsdamer Geoforschungszentrum.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die gute Nachricht lautet: Ja. Mit der Zeit klingen die Nachbeben ab, weil die Bereiche, die erschüttert worden sind, an der Erdoberfläche durchbrochen wurden. Die Wahrscheinlichkeit für stärkere Ereignisse nimmt ab. Die schlechte Nachricht lautet: Das Beben am 11. März war so stark, dass es in den nächsten Monaten viele weitere Nachbeben geben wird. "Noch nach Jahren wird sich die Aktivität in der Region nicht völlig beruhigt haben", sagt Zschau. Die Gefahr eines großen Nachbebens aber "dürfte in etwa einem Jahr vorbei sein", prophezeit Zschau.

Ist nur die Krisenregion von weiteren Beben betroffen oder sind auch andere Regionen gefährdet?

Die gesamte Region, die vom Hauptbeben im März erschüttert wurde, ist von weiteren Nachbeben bedroht. Ein Beben der Magnitude 7 bricht maximal eine Fläche von 20 bis 30 Kilometer auf. Ein Beben der Stärke 8 könnte laut Zschau eine Fläche weiter als 100 Kilometer erschüttern, das Beben der Stärke 9 muss etwa 500 Kilometer weit gereicht haben. Bei schweren Beben sind deshalb auch Randgebiete der Krisenregion von weiteren Nachbeben betroffen.

Quelle: n-tv.de, Maryam Schumacher, dpa

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