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Das Puzzle ist fertig Eisenzeit-Wand neu zusammengesetzt

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Die Puzzle-Stücke waren 2009 bei Ausgrabungen entlang der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle bei Wennungen gefunden worden.

(Foto: picture alliance / dpa)

1500 Einzelstücke fügten Experten aneinander. Nun wird die wiederhergestellte Lehmputzwand in Halle präsentiert. Sie ist rund 2600 Jahre alt.

Teile einer rund 2600 Jahre alten, bemalten Lehmputzwand aus der Eisenzeit sind im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle vorgestellt worden. Archäologen hatten die bemalte Wand vor zwei Jahren bei Grabungen an der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle in einer prähistorischen Siedlung nahe Wennungen im Burgenlandkreis entdeckt - in rund 1500 Einzelstücken. Seitdem hatten Experten die Fragmente in mühsamer Kleinarbeit wie bei einem großen Puzzle zusammengesetzt. Nach Angaben von Sachsen-Anhalts Landesarchäologen Harald Meller ist dies der bisher größte Fund von Wandmalerei der Eisenzeit nördlich der Alpen.

Vorzeit war farbenfroh

"Wir wissen jetzt, dass die Vorzeit nicht grau war, sondern prähistorische Häuser farbenfroh bemalt wurden", sagte Meller. Insgesamt ließ sich aus den zusammengesetzten Teilen ein Wandstück von rund 2 Meter Länge und 1,5 Meter Höhe rekonstruieren. Ein Stück der bemalten Lehmputzwand werde 2012 in einem neuen Teil der Dauerausstellung in dem Museum in Halle gezeigt, wo auch die berühmte rund 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra zu sehen ist. Die Gesamtmasse der entdeckten Wandreste beträgt rund 200 Kilogramm.

"Möglicherweise zierte die bemalte Wand die Front eines bedeutsamen Hauses", sagte Meller. Dominierende Farben der Malerei seien Rot, Beige und Weiß. Der Farbstoff sei das Eisenoxidmineral Hämatit, auch als Rötel bekannt. Neben typischen Ornamenten der Eisenzeit wie Dreiecken und sogenannten S-Haken sind nach Angaben der Experten auf den Teilen der Wand auch Ornamente von symbolhaftem Charakter zu erkennen.

Die prähistorische Anlage bei Wennungen hatte den Angaben zufolge einst die Größe von mehr als 200 Fußballfeldern. Die bemalten Lehmputzteile lagen in einer der rund 3000 Siedlungsgruben.

Quelle: n-tv.de, dpa