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FIT - Das Gesundheitsmagazin Erektionsstörungen

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(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Es ist ein Thema, über das Männer nicht gern sprechen: Erektionsstörungen belasten sie so sehr, dass sie die Konsultation beim Arzt scheuen, obwohl den meisten Männern gut geholfen werden kann. Neben körperlichen Ursachen sind auch psychosomatische möglich. Eine genaue Diagnose kann nur der Facharzt stellen.

Bei Erektionsstörungen wird der Penis nicht oder nicht vollständig steif. Synonym für Erektionsstörungen wird der Begriff Impotenz verwendet. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von psychosomatischen Gründen bis hin zu Gesundheitsstörungen. Als mögliche Folgeerscheinung können Erektionsstörungen bei nachstehenden Krankheiten und Umständen auftreten:

  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Bluthochdruck
  • Depressionen
  • Diabetes mellitus
  • Durchblutungsstörungen, auch durch Rauchen bedingt
  • Hormonstörungen
  • Leberzirrhose
  • Medikamente (als Nebenwirkung)
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Nierenversagen
  • Schädigungen des Schwellkörpers
  • Schilddrüsenerkrankungen

Häufig spielen mehrere Ursachen bei Erektionsstörungen eine Rolle.

Wie äußern sich Erektionsstörungen?

Wenn es trotz Erregung nicht gelingt, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erlangen, spricht man von Erektionsstörungen. Als Krankheit werden Erektionsstörungen erst bezeichnet, wenn diese über einen längeren Zeitraum vorkommen. Bei sexueller Erregung wird der Schwellkörper des Penis vermehrt mit Blut versorgt, gleichzeitig verengen sich die Venen, damit das Blut nicht mehr abfließen kann. So wird die für den Geschlechtsverkehr notwendige größtmögliche Härte erlangt. Bei Erektionsstörungen wird diese Härte gar nicht oder nicht mehr vollständig erreicht bzw. kann nicht dauerhaft aufrechterhalten werden.

Wie werden Erektionsstörungen diagnostiziert?

Wenn Erektionsstörungen über einen längeren Zeitraum auftreten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. In einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden (Anamnese) geht es insbesondere um die Vorgeschichte, mögliche Krankheiten, Operationen und Medikamenteneinnahme. Auch der Lebensstil wird dabei eingehend besprochen, denn Stress, übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum oder Drogenmissbrauch können eine Ursache für Erektionsstörungen sein. Die körperliche Untersuchung und die Entnahme einer Blutprobe gehören ebenfalls zur Diagnose.

Wie können Erektionsstörungen behandelt werden?

So unterschiedlich, wie die Ursachen von Erektionsstörungen sind, so vielfältig sind auch deren Behandlungsmöglichkeiten. Sind die Erektionsstörungen Symptom einer Krankheit, muss diese ursächlich behandelt werden. Zusätzlich können Erektionsstörungen medikamentös, mit mechanischen Hilfsmitteln oder operativ behandelt werden. Auch eine psychotherapeutische Behandlung kommt bei Erektionsstörungen infrage.

  • Am häufigsten werden Fünf-Phosphodiesterase-Hemmer eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass sich die Muskulatur um den Schwellkörper entspannt, so dass bei sexueller Erregung vermehrt Blut einströmen kann. 5-Phosphodiesterase-Hemmer können Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Hautrötungen verursachen. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente, insbesondere gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden, kann es zu weiteren unerwünschten Nebenwirkungen kommen.
  • Vakuum-Pumpen, die über den Penis gestülpt werden, erzeugen einen Unterdruck. Dadurch füllt sich der Schwellkörper des Penis vermehrt mit Blut. Um dem Abfließen des Bluts aus dem Schwellkörper entgegenzuwirken, kann anschließend ein Penisring umgelegt werden.
  • Sprechen alle anderen Behandlungsmöglichkeiten nicht an, kann in einer Operation ein Penis-Implantat eingesetzt werden. Dabei wird in den Schwellkörper ein hydraulisches Kunststoffimplantat angebracht und bei Bedarf aufgepumpt. Diese Operation ist nicht umkehrbar, so dass eventuell neue Therapiemöglichkeiten von Erektionsstörungen nicht mehr angewendet werden können.

Wie ist die Prognose von Erektionsstörungen?

Die Prognose von Erektionsstörungen richtet sich nach der Ursache. Erektionsstörungen aufgrund psychischer Probleme oder Stress sind häufig nur vorübergehend und lassen sich effektiv behandeln. Bei körperlichen Ursachen hängt der Verlauf maßgeblich vom Erfolg der Therapie ab.

Wie kann man Erektionsstörungen vorbeugen?

Auch die Vorbeugung hängt maßgeblich von der Ursache ab. Bestimmten Krankheiten, die Erektionsstörungen auslösen können, lässt sich jedoch vorbeugen. Dazu gehört eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung an der frischen Luft, einer ausgewogenen Ernährung sowie dem Verzicht auf Nikotin. Es ist sinnvoll, nicht zu viel "Leistungsdruck" vor dem Geschlechtsverkehr aufzubauen, da so ein Teufelskreis entsteht, der wiederum die Erektionsstörungen verstärken kann.

Was sind Prostata-Untersuchungen?

Manche Männer gehen erst sehr spät zum Arzt, weil sie Beschwerden beim Wasserlassen als Alterswehwehchen abtun.jpg

Frühzeitig entdeckt, lässt sich Prostatakrebs oft heilen.

Prostata-Untersuchungen dienen der Feststellung sowie der Früherkennung von Erkrankungen der Vorsteherdrüse (Prostata). Die Prostata gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen und bildet einen Teil der Samenflüssigkeit. Mit zunehmendem Alter nehmen Prostataprobleme zu und das Risiko für Prostatakrebs steigt. Frühzeitig entdeckt und behandelt, lässt sich dieser Krebs oft heilen oder unter Kontrolle bringen.

Jeder Mann ab dem Alter von 45 Jahren kann eine jährliche Krebsvorsorge-Untersuchung auf Prostatakrebs in Anspruch nehmen. Hierbei wird zunächst eine rektale Tastuntersuchung mit dem Finger (digitale Rektaluntersuchung, DRE) durchgeführt. Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Vorsteherdrüse sind, neben Blut-Untersuchungen, ggf. weitere Untersuchungen, wie ein Ultraschall der Prostata, eine Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) oder bildgebende Verfahren (Röntgen-Untersuchung, Computertomographie, Magnet-Resonanz-Tomographie) notwendig. Zur Verlaufsbeurteilung von Prostatakrebs dient der PSA-Test, bei dem die Konzentration des Prostata-Spezifischen Antigens (PSA) im Blut bestimmt wird.

Wie wird die Prostata-Untersuchung durchgeführt?

Nach einem ausführlichen Gespräch über mögliche Beschwerden, z.B. Probleme beim Wasserlassen, sowie Vorerkrankungen, Operationen, Medikamente und Lebensweise, wird der Arzt die Prostata untersuchen. Weil die Vorsteherdrüse direkt neben dem Mastdarm (Rektum) liegt, führt er eine sogenannte digitale rektale Untersuchung (DRE) durch: Er führt seinen mit einem Fingerling und Gleitmittel versehenen Zeigefinger in den After des Untersuchten ein und kann so die Beschaffenheit der Prostata sowie eventuelle Knoten ertasten.

Bei Auffälligkeiten bei der DRE wird ein sogenannter transrektaler Ultraschall (TRUS) durchgeführt, um Veränderungen der Prostata besser beurteilen zu können. Besteht der Verdacht auf Prostatakrebs, werden im Rahmen einer Biopsie mithilfe einer dünnen Nadel Gewebeproben aus der Prostata entnommen und anschließend im Labor untersucht. Je nach Befund können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

PSA-Test: Der PSA-Test ist keine Routineuntersuchung bei Prostatakrebs-Vorsorge. Beim PSA-Test wird die Konzentration des Prostata-Spezifischen Antigens (PSA), eines in der Vorsteherdrüse gebildeten Eiweißes, im Blut gemessen. Er dient der Verlaufsbeurteilung bei Prostatakrebs, zu dessen Früherkennung wird er nicht empfohlen. Nicht nur Prostatakrebs, sondern auch eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH), eine Prostataentzündung (Prostatitis) sowie das Alter und sexuelle Aktivität können die PSA-Konzentration beeinflussen.

Was sind die Anwendungsgebiete von Prostata-Untersuchungen?

Prostata-Untersuchungen können entweder bei Beschwerden wie Schmerzen oder Problemen beim Wasserlassen durchgeführt werden, um Erkrankungen der Vorsteherdrüse (Prostataentzündung, gutartige Prostatavergrößerung) festzustellen. Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung von Prostatakrebs empfiehlt sich die ärztliche Untersuchung der Vorsteherdrüse jedem Mann ab dem Alter von 45 Jahren.

Welche Risiken birgt die Prostata-Untersuchung?

Prostata-Untersuchungen, vor allem die digitale rektale Untersuchung (DRE) und der transrektale Ultraschall (TRUS), können als unangenehm empfunden werden. Schwere Risiken und Komplikationen sind nicht bekannt, jedoch kann es bei der Entnahme von Prostatagewebe im Rahmen einer Biopsie zu kleinen Verletzungen kommen. Blutungen und Reizungen der Prostata bis hin zu einer Prostataentzündung (Prostatitis) sind möglich.