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Neue Behandlung von Schlaganfällen Forscher sehen tief ins Hirn

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In Kiel wurde eine neue Methode zur Behandlung von Schlaganfällen entwickelt.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Der Schlaganfall ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. Jährlich ereilt er rund 260.000 Menschen. Die Behandlungsmethoden waren bislang sehr begrenzt. Forscher der Uniklinik Kiel entwickeln nun eine Technik, die in bestimmten Fällen besonders effektiv ist.

Mediziner sind mit Hilfe eines neuen Diagnoseverfahrens in der Lage, Schlaganfall-Patienten besser zu behandeln. Mit der sogenannten Dünnschicht-Computertomografie können Neuroradiologen die Länge eines Blutgerinnsels milllimetergenau bestimmen und danach entscheiden, welche Therapieform die beste ist.

Blutgerinnsel sind häufig Auslöser für Schlaganfälle. Die Dünnschicht-Computertomografie ermöglicht es Ärzten, das Gehirn in milllimeterdünnen Scheiben darzustellen. Sowohl die Lage als auch die Größe des Gerinnsels sind auf den Aufnahmen genau zu erkennen. Die Größe des Blutgerinnsels entscheidet letztlich über die Art der Behandlung. Bislang wurden Schlaganfälle mit der sogenannten Thrombolyse, auch Lyse genannt, behandelt. Dabei wird den Patienten ein Medikament verabreicht, das das Gerinnsel im Gehirn auflösen soll. Diese Behandlungsart ist jedoch nicht in jedem Fall erfolgreich und birgt diverse Risiken. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Lyse bei kleinen Gerinnseln mit einer Länge von weniger als sechs Millimetern gute Ergebnisse erzielen kann. Wenn die Gerinnsel länger sind, bleibt sie in der Regel erfolglos", sagt Prof. Dr. Olav Jansen vom Universitätsklinikum Kiel.

Wahl der effektivsten Methode

Bei größeren Blutgerinnseln kann unter Umständen eine sogenannte Thrombektomie hilfreich sein. Dabei wird ein feiner Katheter über die Leistenarterie bis in die Hirnarterie vorgeschoben. Dieser Eingriff ermöglicht es den Ärzten, das Thrombolyse-Medikament direkt vor das Gerinnsel zu spritzen oder es gleich komplett zu entfernen. "Die Erfolgsrate der Thrombektomie liegt auch bei längeren Gerinnseln mittlerweile bei mehr als 90 Prozent", so Jansen.

Die neue Methode verbessert zwar die Behandlungsmöglichkeiten und damit die Aussicht auf Heilung, kann aber nur helfen, wenn der Schlaganfall-Patient rechtzeitig in einer Klinik von Fachärzten behandelt wird. Wenn seit dem Eintreten des Schlaganfalles mehr als sechs Stunden vergangen sind, sind Dauerschäden im Gehirn kaum noch zu verhindern. Die häufigsten Symptome bei einem Schlaganfall sind Seh- und Sprachstörungen, sowie Taubheitsgefühle- und Schwindelgefühl. Auch starke Kopfschmerzen können ein Anzeichen sein.  

 

Quelle: ntv.de, tle