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Donnerstag, 15. Oktober 2009

Studie: Eis schmilzt schneller: Nordpol im Sommer bald eisfrei

Bereits jetzt hat die Eisschmelze in der Arktis bedrohliche Ausmaße angenommen.
Bereits jetzt hat die Eisschmelze in der Arktis bedrohliche Ausmaße angenommen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wegen der Erderwärmung wird der Nordpol in 20 bis 30 Jahren laut einer aktuellen Studie im Sommer vollkommen eisfrei sein. Die von dem britischen Forscher Pen Hadow auf einer Nordpol-Expedition im Frühjahr gesammelten Daten zeigten zudem, dass das Nordpolarmeer schon in weniger als zehn Jahren eine sicher zu passierende Wasserstraße sein dürfte, sagte Peter Wadhams von der Universität Cambridge bei der Vorstellung einer Klimastudie in London.

Während der 73 Tage dauernden Expedition sei das einjährige Eis und das Packeis vermessen worden, um daraus genauere Voraussagen über dessen veränderte Dicke abzuleiten.

Packeis schmilzt schneller

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Während der Nordpol-Expedition von März bis Mai erfassten Hadow und seine beiden Begleiter mehr als 6000 Daten über die Dicke und Dichte des Eises, wie aus der Studie hervorgeht. Auf der 450 Kilometer langen Expeditionsroute betrug die durchschnittliche Dicke des einjährigen Eises demnach 1,8 Meter.

Das einjährige Eis sei im Sommer "sehr anfällig", sagte Wadhams. Es reiche nicht aus, um zur Regeneration des mehrjährigen Packeises beizutragen. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass das Packeis "schneller wegschmilzt". "Das ist ein konkretes Beispiel für fortschreitende globale Veränderungen", sagte Wadhams.

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Der Klimaexperte der Naturschutzorganisation WWF, Martin Sommerkorn, sagte, die Untersuchung zeichne ein düsteres Bild. Die Eisschmelze gehe "schneller als wir gedacht haben". Das Abschmelzen der Polkappen könne Überschwemmungen nach sich ziehen, von denen ein Viertel der Weltbevölkerung betroffen sein könnte. Dies sei als Aufruf an die Regierungen zu verstehen, sich beim Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen auf eine Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu verständigen.

Quelle: n-tv.de