Wissen

Fünf Fälle in Kalifornien Polio-ähnliche Krankheit entdeckt

Sie wird von Viren hervorgerufen und befällt die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks: Kinderlähmung, auch Polio genannt, gilt seit den 50er Jahren als weitgehend besiegt. Doch nun ist in den USA eine Krankheit aufgetreten, die stark an Polio erinnert.

12281035.jpg

In den Industrienationen gilt Polio inzwischen als besiegt - jetzt ist ein neuer Erreger mit ähnlichen Symptomen in den USA aufgetaucht.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

In den USA ist eine seltene Polio-ähnliche Krankheit bei Kindern entdeckt worden. Fünf Kinder waren von den Symptomen betroffen, die der Kinderlähmung ähnelten, wie Wissenschaftler bei der Jahrestagung der American Academy of Neurology in Philadelphia sagten. Alle Fälle traten im Bundesstaat Kalifornien auf.

"Obwohl das Poliovirus praktisch weltweit weitgehend ausgerottet ist, können andere Viren ebenfalls das Rückenmark angreifen und Polio-ähnliche Symptome hervorrufen", sagt der Autor des Fallberichts, der Neurologe Keith van Haren von der Universität Stanford. So seien im vergangenen Jahrzehnt neue Enteroviren entdeckt worden, die zu Polio-ähnlichen Erkrankungen bei Kindern in Asien und Australien geführt hätten.

Die Kinder in Kalifornien wurden alle negativ auf das Poliovirus getestet und waren alle gegen Kinderlähmung geimpft. Sie zeigten jedoch vergleichbare Symptome, insbesondere länger anhaltende Lähmungserscheinungen in einem oder mehreren Gliedmaßen.

Kinderlähmung gilt seit Mitte der 1950er Jahre als weitgehend besiegt. Vor allem in Pakistan, Afghanistan und Nigeria kommt es jedoch immer wieder zu Ausbrüchen der hoch ansteckenden Krankheit - wobei die Fallzahlen in Afghanistan und Nigeria im vergangenen Jahr sanken, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mitte Januar mitteilte. Grund zur Sorge gaben der WHO zuletzt verstärkt die Bürgerkriegsländer Syrien und Somalia, während Indien im vergangenen Monat nach einer massiven Impfkampagne offiziell die Ausrottung der Kinderlähmung feierte.

Quelle: n-tv.de, asc/AFP

Mehr zum Thema