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Staub, Smog, Schlammregen Sahara-Sand trübt die Sonne ein

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Trübes Licht über der Hamburger Hafencity: Sandkörner aus der Sahara verschleiern derzeit die Sonne über großen Teilen Deutschlands.

(Foto: dpa)

Nun ist der Frühling da, doch das schöne Wetter bringt uns nicht nur Sonne und angenehme Temperaturen: Zusammen mit der warmen Luft kommt Sand aus der Sahara - deutlich mehr als sonst. Mancherorts führt das sogar zu Smog-Alarm oder zu Schlammregen.

Winzige Sandkörner aus der Sahara lassen die Sonne derzeit in Deutschland milchig-rötlich erscheinen. In Bayern wurden mancherorts am Mittwoch 30 Mikrogramm Sahara-Staub pro Kubikmeter gemessen. "Das ist mehr als sonst", sagt Frank Wagner vom Deutschen Wetterdienst. Am heutigen Donnerstag soll die Konzentration der Wüstenpartikel noch zunehmen, besonders am Abend im Süden und Westen.

Etwa einmal im Monat gelangen Mineralstaubpartikel aus der Sahara über Marokko und Frankreich nach Deutschland, allerdings in deutlich geringeren Konzentrationen. Besonders häufig ist Sahara-Staub im Frühling sowie im Hochsommer. Die klein gemahlenen Körner sind mit bloßem Augen nicht zu erkennen, denn sie haben einen Durchschnitt von nur fünf bis zehn Mikrometern. "Sie sind kleiner als ein Wolkentropfen", so Wagner.

Der Saharastaub kommt zusammen mit warmer Luft aus Nordafrika nach Deutschland. Diese Strömung entsteht aktuell aus dem Zusammenspiel von Hoch "Linus" über Ostgrönland und Tief "Karola" westlich der Biskaya.

Dicke Luft auch in England

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Keine gute Aussicht derzeit: London versinkt in Smog und Sandstaub.

(Foto: AP)

Dichter Smog verdeckt derzeit auch in London und weiten Teilen Englands die Sicht auf den Himmel. Das britische Umweltministerium empfahl empfindlichen Personen, Aktivitäten im Freien auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die Luftverschmutzung im Süden und Osten des Landes könne Werte von neun auf der zehnstufigen Skala erreichen, hieß es.

Ursache des Smogs sind nach Angaben des Umweltministeriums wie in Deutschland der durch einen Südostwind herbeigetragene Staub aus der Sahara, örtliche Emissionen sowie Abgase vom europäischen Kontinent. Die Belastung soll voraussichtlich noch bis mindestens Freitag andauern.

Saharastaub geht in Spanien als Schlammregen nieder

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Sandstaubbedeckte Motorräder in Barcelona am 3. April.

(Foto: dpa)

Auch in Spanien kommt der Sandregen runter, aber als Schlammregen - der hat am heutigen Donnerstag den Nordosten des Landes mit einer Schmutzschicht überzogen. Wie das Wetteramt mitteilte, hatte sich eine riesige Sandwolke aus der Sahara mit Regenwolken vermischt. Von dem Schlammregen waren vor allem die Region Katalonien und die Mittelmeer-Insel Mallorca betroffen.

Nach Schätzungen des Wetteramts gingen auf Katalonien mit dem Regen etwa 50.000 Tonnen Sahara-Staub nieder. In der Gegend von Barcelona dürften pro Quadratmeter etwa zwei bis vier Gramm Sand auf die Erde gefallen sein, teilte die Behörde der Online-Zeitung "lavanguardia.com" mit.

In der katalanischen Metropole waren Straßen, Bürgersteige, Autos und Müllcontainer mit einer bräunlichen Schicht bedeckt. Ein Autofahrer berichtete: "Als ich zur Arbeit fahren wollte, musste ich meinen Wagen zuerst mit einem Wasserschlauch abspritzen, weil ich durch die Scheiben nichts sehen konnte."

Quelle: n-tv.de, abe/dpa/AFP

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