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Gefährliche Infektion Schlaffes Baby sofort zum Arzt

Eine Infektion mit Meningokokken kann bei Babys einen dramatischen Verlauf annehmen. Bei welchen Warnzeichen Eltern schnell reagieren sollten, erläutert Martin Terhardt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

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Bei den Anzeichen einer Meningokokken-Infektion gehört das Baby sofort zum Arzt.

(Foto: REUTERS)

Wirkt ein Baby schlaff und reagiert kaum auf Reize, sollte es schnell von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Denn dahinter steckt möglicherweise eine Infektion mit Meningokokken, die innerhalb weniger Stunden einen dramatischen Verlauf nehmen kann und zu Hirnhautentzündung und Blutvergiftung führt. Darauf weist Martin Terhardt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln hin. Weitere Warnzeichen seien schnelles Atmen, jammernde Geräusche und eine sich vorwölbende Lücke am Schädel des Neugeborenen.

Hirnhautentzündung und Blutvergiftung machen sich Terhardt zufolge oft auch durch stecknadelgroße dunkelrote, blaue oder bräunliche Flecken auf der Haut bemerkbar. Doch das sei nicht immer der Fall. Alarmiert sein sollten Eltern daher ebenfalls bei sich besonders schnell entwickelnden, grippeartigen Symptomen wie hohem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen sowie Muskelschmerzen und kalten beziehungsweise gefühllosen Händen und Füßen. Außerdem möglich sind Benommenheit, blasse Haut, ein steifer, empfindlicher Nacken, Lichtscheue sowie unkoordinierte Zuckungen.

Vor allem gefährdet von einer Menigokokken-Erkrankung sind laut dem Mediziner Kinder unter 5 Jahren und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren.

In der kalten Jahreszeit ist die Ansteckungsgefahr durch Tröpfcheninfektion besonders groß. Da sie sich auch bei guter Hygiene nicht gänzlich ausschließen lässt, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), Kinder im zweiten Lebensjahr gegen die verbreiteten und besonders gefährlichen Meningokokken der Serogruppe C impfen zu lassen. Bis zum Alter von 17 Jahren erstatten die Krankenkassen die Impfung, wenn sie später nachgeholt wird.

Quelle: ntv.de, dpa