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Unter Wasser Seekuh kann Schall orten

Eine Seekuh namens Buffett im Mote Marine Laboratory in Florida kann die Richtung erkennen, aus der ein Ton kommt. Beckengenosse Hugh zeigte hingegen ein schlechteres Hörvermögen.

Eine Seekuh namens Buffett im Mote Marine Laboratory in Florida kann die Richtung erkennen, aus der ein Ton kommt. Das berichtet eine Forschergruppe um Debborah Colbert von der University of Florida im "Journal of Experimental Biology”.

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Eine Seekuh unter Wasser.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Ob auch andere Seekühe (Trichecus manatus) diese Fertigkeit haben, ist unklar: Buffetts Beckengenosse Hugh zumindest zeigte ein schlechteres Hörvermögen. Beide Männchen der stark gefährdeten Art waren bereits vor den Experimenten darauf trainiert worden, an ähnlichen Untersuchungen teilzunehmen. Daher schwammen sie auf ein entsprechendes Signal hin an eine Stelle ihres Beckens, an der mehrere Unterwasser-Lautsprecher angeordnet waren.

90 Prozent korrekte Richtungsermittlung

Colbert wählte Frequenzen, die von den Seekühen bekanntermaßen wahrgenommen werden können, und ließ diese Töne mit einer Länge von 0,2, 0,5, 1 und 3 Sekunden aus zufällig gewählten Lautsprechern erklingen. Dabei beobachteten die Forscher die Tiere. Buffett ermittelte die Richtung in 90 Prozent der Fälle korrekt, erklären die US-Wissenschaftler in dem Journal. Hugh schnitt schlechter ab.

An Land nutzen Tiere für das Richtungshören den Zeitunterschied, mit dem der Schall zunächst das erste und dann das zweite Ohr erreicht. Im Wasser ist das schwieriger, denn die Flüssigkeit leitet den Schall fünfmal schneller als die Luft. Der Zeitunterschied ist also geringer. Dennoch geht Colbert davon aus, dass auch die Seekühe diesen Mechanismus nutzen.

Quelle: ntv.de, dpa

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