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Zum Zerkleinern der Beute T. rex besaß einzigartigen Schädel

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Illustration eines T. rex in der Wüste.

imago/Science Photo Library

Messerscharfe Zähne und ein großer und wendiger Körper: Kaum ein anderes Tier war so gut ausgestattet wie der Tyrannosaurus rex. Auch der gewaltige Schädel des Dinosauriers weist eine absolute Besonderheit auf.

Die Knochen von Dinosauriern beeindrucken bis heute nicht nur Wissenschaftler. Die sterblichen Überreste lassen auch Rückschlüsse auf das Aussehen der Urzeittiere und die damals vorherrschenden Bedingungen zu. Einer der größten Jäger dieser Zeit war der Tyrannosaurus rex, kurz T. rex. Der tonnenschwere Fleischfresser, der auch vor Artgenossen nicht Halt machte, konnte auf seinen zwei Beinen besonders schnell sein. Im Maul trug er messerscharfe Zähne und seine Kiefer waren mit einer unglaublichen Beißkraft ausgestattet.

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Die Schädel der Vergleichstiere. Unterschiedliche Farben zeigen unterschiedliche Schädelmodule.

(Foto: Ingmar Werneburg)

Grund genug für ein internationales Forscherteam, den Schädel des Urzeit-Tiers noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei ihrer Arbeit verglichen die Forscher die Schädelkonstruktionen des T. rex mit denen von heute lebenden Landwirbeltieren, beispielsweise eines Opossums, eines Huhns oder einer Schildkröte. Mithilfe der Anatomischen Netzwerk-Analyse wurde gesehen, welche Schädelknochen in Verbindung zueinander stehen. Es zeigte sich, dass der T. rex im Vergleich zu allen anderen Tieren die meisten Schädelmodule (also Schädelknochen, die eine Einheit mit umliegenden Knochen bilden) besaß.

Doch das ist nicht die einzige Besonderheit, die die Forscher bei der Analyse des Schädels der Raubechse entdeckten. Besonders überrascht waren die Paläontologen um Ingmar Werneburg von der Universität Tübingen, der auch Forscher am Senckenberg Institut ist, als sie sahen, dass sich ein oberes und unteres Schädelmodul im Maul des Tieres wohl unabhängig voneinander bewegen konnten.

Die Forscher gehen davon aus, dass diese strukturelle Besonderheit beim Töten und Verschlingen der Beute besonders hilfreich war. "Diese Eigenschaft gepaart mit den in Zahntaschen verankerten Zähnen und zwei großen Schläfenfenstern als Ansatzflächen für eine kräftige Kiefermuskulatur machten T. rex zum 'idealen Fleischfresser'", fasst Werneburg die Ergebnisse zusammen. Die Flexibilität erleichterte es T. rex nicht nur, große Stücke aus seiner Beute herauszureißen, sie verteilte zudem die Bisskraft im Maul des Tieres flexibel.

Der gewaltige Schädel des Raub-Dinosauriers mit seinen Besonderheiten stellte eine einzigartige Entwicklung in der Natur dar, schreiben die Forscher, die ihre Ergebnisse im Fachjournal "Scientific Reports" veröffentlichten.

Quelle: n-tv.de, jaz

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