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Wenn Eltern ihre Kinder verlieren Todeszeitpunkt verschiebt sich

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wenn Eltern ihre Kinder verlieren, ist das eine traumatische Erfahrung, die sich auf den Todeszeitpunkt von Müttern und Vätern auswirkt. Das Risiko eines frühen Todes bei einer Mutter, die ihr Baby verliert, vervierfacht sich in den ersten 15 Jahren nach dem Tod des Kindes. Über die Gründe können die Forscher bisher nur spekulieren.

Wer sein Baby verliert, stirbt früher: Zu diesem Ergebnis kommt eine veröffentlichte britische Studie, bei der die Todesdaten von Eltern verglichen wurden. Die Forscher um Mairi Harper von der Universität York analysierten die Sterbestatistiken von Müttern und Vätern in Schottland in den Jahren zwischen 1991 und 2006 sowie entsprechende Daten von Müttern in England und Wales in einem Zeitraum von 35 Jahren (1971 bis 2006).

Dabei fanden sie heraus, dass in Schottland diejenigen Eltern früher starben, die ein Kind vor dessen erstem Geburtstag verloren hatten, Totgeburten eingeschlossen. Der Studie zufolge hatten diese Eltern in den 15 Jahren nach dem Tod des Kindes ein doppelt so hohes Risiko zu sterben oder ihren Partner zu verlieren, wie Eltern, die nicht den Tod ihres Kindes erleben mussten.

Ursachenforschung steht noch aus

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Ein Kind zu Grabe zu tragen, ist für Eltern eine große Herausforderung.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

In England und Wales, wo nur die Daten von Müttern untersucht wurden, lag das Risiko zu sterben in den 15 Jahren nach dem Tod ihres Babys sogar viermal höher als bei anderen Müttern. Nach 25 Jahren war das Sterberisiko bei den betroffenen Müttern noch 50 Prozent höher und 35 Jahre nach dem Verlust des Kindes 20 Prozent höher als bei anderen.

Um die genaue Ursache für den frühen Tod der betroffenen Eltern zu ergründen, sind den Forschern zufolge weitere Untersuchungen nötig. Als mögliche Gründe nannten die Wissenschaftler Alkoholismus bei betroffenen Eltern, wodurch Krankheiten und Unfälle ausgelöst werden könnten, sowie Selbstmorde aus Kummer. Zudem könne die Trauer die Gesundheit deutlich beeinträchtigen, etwa das Immunsystem schwächen. Möglich sei auch, dass Totgeburten und Kindstode eher bei Eltern vorkommen, die selbst in schlechter gesundheitlicher Verfassung sind. Die Studie erschien in der Zeitschrift "BMJ Supportive and Palliative Care".

Quelle: ntv.de, AFP

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