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Nach Stimulation des Gehirns Welche Hand zuerst?

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Forscher sind mit moderner Technik auf der Suche nach Methoden gegen Nervenkrankheiten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Forscher können mit der gezielten Stimulation des Gehirns entscheiden, ob Menschen mit der rechten oder mit der linken Hand einfach Aufgaben erledigen. Im Gehirn wurde für die Untersuchung der vordere Parietallappen mit Magnetfeldern gestört. Dieser Teil ist für die Planung von Bewegungen und räumliche Vorstellungen zuständig.

Mit der Stimulation bestimmter Hirnregionen können Forscher beeinflussen, mit welcher Hand ein Mensch einfache Aufgaben erledigt – eine Entscheidung, die jeder täglich trifft. Ein Team um Flavio Oliveira hat gezeigt, dass Probanden häufiger mit der linken Hand greifen, wenn der linke vordere Parietallappen durch sogenannte transkranielle magnetische Stimulation gestört wurde. Diese Hirnregion ist verantwortlich für die Planung von Bewegungen und hier werden auch Informationen über räumliche Verhältnisse verarbeitet.

Bei der transkraniellen magnetischen Stimulation werden Hirnareale mittels Magnetfeldern gereizt. Sie soll unter anderem bei Depressionen helfen.

Linke Hand nach Stimulation bevorzugt

Die Studie umfasste zwei Experimente und eine Kontrolle mit insgesamt 33 Probanden: Auf einem Tisch waren zu greifende Ziele in einem Halbkreis vor den Probanden angeordnet. Sie sollten einen aufleuchtenden Gegenstand entweder nur mit der rechten, nur mit der linken oder mit einer Hand ihrer Wahl so schnell wie möglich ergreifen. Die Zeit zwischen dem Aufleuchten des Ziels und dem Zugreifen wurde gemessen. Alle Probanden waren Rechtshänder. Zunächst wurde die Hand-Wahl untersucht, ohne das Gehirn anzuregen. Im zweiten Experiment wurde dann nahezu zeitgleich mit dem Aufleuchten ein Bereich der Hirnrinde auf der rechten oder linken Seite gereizt.

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Nur 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind Linkshänder.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn die Greif-Hand vorher festgelegt war, griffen die Teilnehmer der Studie schneller zu, als wenn sie entscheiden mussten, welche Hand sie nutzen. Die Stimulation des linken Hirnbereichs führte dazu, dass die linke Hand häufiger genutzt wurde, bei der rechten Seite änderte sich die Wahl nicht. Mögliche Ursachen für letzteres Ergebnis sehen die Autoren darin, dass die verantwortliche Hirnregion auf der rechten Hirnseite kleiner sei und deshalb vielleicht nicht so gezielt gereizt werden konnte.

Aus ihrer Studie, die in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht ist, schließen die Autoren, dass die Hand-Wahl für einfache Bewegungen unter anderem im vorderen Parietallappen festgelegt wird. Sie folgern aus den auftretenden zeitlichen Mustern, dass zunächst mehrere Aktionen im Hirn geplant werden, bevor die Entscheidung fällt, welche Hand genutzt wird.

Quelle: n-tv.de, dpa

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