Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 136 Klatschmohn nur am Feldrand?

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Die Ausnahme von der Regel: Eine einzelne Mohnblume hat es geschafft, mitten in einem Getreidefeld bis zur Blüte zu wachsen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Urlaub sind wir oft an Getreidefeldern vorbeigefahren. Ich habe mich gefragt, warum der schön aussehende Klatschmohn immer nur am Rand des Feldes und niemals mittendrin wächst. Können Sie mir weiterhelfen? (fragt Anneliese P. aus Wittenberg)

"Tatsächlich ist der rote Klatschmohn oft nur an Feldrändern zu sehen", bestätigt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). "Klatschmohn wird nämlich intensiv durch Herbizide bekämpft und ist zudem relativ konkurrenzschwach", ergänzt Heiermann.

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Im persischsprachigen Raum symbolisiert Klatschmohn die Liebe. Der schwarze Mittelpunkt steht für die Leiden der Liebe.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Obwohl sich die Samen der Pflanzen mit Hilfe des Windes ausbreiten, haben die Lichtkeimer auf einem dicht besäten Feld keine Chance, zu wachsen.

An Feldrändern findet man jedoch nicht nur Mohnpflanzen, sondern eine ganze Reihe verschiedener Gewächse, manchmal auch seltene Wildkräuter. Da weltweit immer weniger landwirtschaftlich nutzbare Flächen zur Verfügung stehen, haben die Feldränder für den Erhalt der Artenvielfalt eine wichtige Rolle bekommen. Zahlreiche Landwirte beteiligen sich deshalb an verschiedenen Naturschutzprogrammen. Sie minimieren beispielsweise den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln an den Randstreifen ihrer Felder.

Übrigens: Klatschmohn war lange Zeit eine Heilpflanze, aus der Tee gewonnen wurde. Dieser kam bei Husten, Schmerzen und zur Beruhigung von Kindern zum Einsatz. In der wissenschaftlichen Medizin spielt Klatschmohn keine Rolle mehr. In großen Mengen ist er sogar giftig.

Quelle: n-tv.de