Frage & Antwort

Frage & Antwort Welche Nuss ist am gesündesten?

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(Foto: imago stock&people)

Nüsse sollen ja so gesund sein. Trifft das auch auf Erdnüsse zu? Die esse ich nämlich am liebsten. Welche Nuss ist denn die gesündeste? (fragt Karl T. Saarlouis)

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares "Das kommt darauf an". Welche Nuss die gesündeste ist, hängt nämlich davon ab, auf welche Inhaltsstoffe man Wert legt. Wem mehrfach ungesättigte Fettsäuren besonders wichtig sind, isst am besten Walnüsse. 100 Gramm Walnusskerne enthalten 41,7 Gramm ungesättigte Fettsäuren, in 100 Gramm frisch gepulten Erdnüssen dagegen sind nur 14,4 Gramm der gesunden Fette. Dafür haben Erdnüsse mehr Ballaststoffe und auch Folsäure ist reichlich in ihnen enthalten. Der Eiweißanteil ist in Erdnüssen ebenfalls bemerkenswert. Wer hingegen seinen Eisenhaushalt aufbessern möchte, sollte zu Pistazien greifen. Darin ist auch besonders viel Kalium.

"Jede Nuss hat ihre Vorteile", sagt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. "Einen Favoriten auszumachen, fällt da schwer." Die Expertin kann uns jedoch erklären, was Nüsse so gesund macht: "Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die in unterschiedlichen Anteilen in allen Nüssen enthalten sind, können sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System und auf die Blutfette auswirken", sagt Olias. "Studien zufolge reicht da schon der tägliche Verzehr von etwa 30 Gramm Walnüssen. Und auch der hohe Kalium-Gehalt von Nüssen ist gut für das Herz-Kreislauf-System. Kalium trägt dazu bei, den Blutdruck auf einem moderaten Niveau zu halten."

Paranüsse sind Nervennahrung

Dass Nüsse im Ruf stehen, Nervennahrung zu sein, liegt an den B-Vitaminen, die in einigen Arten in beachtlicher Menge vorhanden sind. "Den B-Vitaminen sagt man nach, dass sie sich günstig auf unser Nervenkostüm auswirken", erklärt Olias. Besonders hoch ist der Anteil von B-Vitaminen in Pekan- und Paranüssen. Aber auch Erdnüsse haben recht viel B-Vitamine. Mit Magnesium, das der Körper in stressreichen Zeiten ebenfalls braucht, können vor allem Cashewkerne aufwarten.

Günstige Fette, Ballaststoffe, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe: Nüsse sind Alleskönner. Zwar haben sie es auch in puncto Kalorien in sich, aber auch das ist kein Grund, vor einem maßvollen Verzehr zurückzuschrecken: "100 Gramm Nüsse haben um die 600 Kilokalorien. Das entspricht etwa einer Tafel Schokolade", sagt Olias. Doch sie berichtet auch von Studien, denen zufolge sich selbst übergewichtige Menschen Nüsse gönnen können. Der regelmäßige Verzehr wirkte sich in den Untersuchungen nicht nachteilig auf das Körpergewicht aus. "Wissenschaftler führen dies auf die sättigende Wirkung der Nüsse zurück", so die Expertin.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, täglich 25 Gramm Nüsse zu essen. Das US-amerikanische Pendant, die Food and Drug Administration, spricht von gut 40 Gramm. So oder so: Es läuft auf eine Handvoll Nusskerne am Tag hinaus. Auch lange nach Weihnachten lohnt es sich also noch, die eine oder andere Nuss zu knacken.

Übrigens: Kinder unter vier Jahren - so die dringende Empfehlung vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte - sollten keine Nüsse oder Mandeln essen. Kleinkinder verschlucken sich leicht. Dann können Nussstückchen in die Atemwege gelangen und eine akute Erstickungsgefahr auslösen. Und noch ein Warnhinweis: Schimmelpilze, die Nüsse befallen, sind sehr giftig und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Daher sollte man Nüsse vor dem Verzehr gut kontrollieren und solche, auf denen man Verfärbungen entdeckt oder die muffig riechen, aussortieren.

Quelle: ntv.de