Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 205 Woher weiß man, was Stars tragen?

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Am roten Teppich wird nicht nur geschaut, sondern auch gefragt, was die Stars tragen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Wenn ich bunte Zeitschriften lese, stehen nicht nur die Namen der Promis unter den Bildern, sondern auch die Namen der Designer ihrer Kleidung. Woher wissen die Reporter, was die Stars tragen? (fragt Bettina W. aus dem Allgäu)

Fragen, lautet die Antwort. Das ist seit Jahrzehnten geübte Praxis in den USA. Am roten Teppich in Hollywood haken die Reporter gnadenlos nach: What are you wearing? Und sie haben damit in der Regel Erfolg. Die meisten Stars geben dann sehr ausführlich Auskunft und erklären haargenau, was sie von den Schuhen bis zu den Ohrringen am Leib haben. Manche geben auch gleich den Namen ihres Haar-Stylisten preis.

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Der Blick der Reporter am roten Teppich geht hinab bis zu den Schuhen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Gründe dafür sind verschieden. Hochkarätige Stars bekommen von hochkarätigen Mode-Designern die Kleidung gestellt oder dürfen sich diese für bestimmte Anlässe aussuchen. Sie machen also bewusst für einen bestimmten Designer oder ein Label Werbung, einige davon mit hochdotierten Werbeverträgen. Kein Wunder, dass sie dann auch gern Auskunft über die Herkunft ihrer Kleidung geben. Für ein Mode-Label gibt es keine bessere Werbung, als die Kreationen von Prominenten beispielsweise bei der Oscar-Verleihung auf dem roten Teppich präsentieren zu lassen. Mit Schmuck, Schuhen, Taschen und Accessoires läuft es ähnlich. Die meisten Designer-Stücke müssen nach dem Tragen übrigens zurückgegeben werden.

Auch in Deutschland setzt sich allmählich die Praxis durch, am roten Teppich nach den Schöpfern der oft ausgefallenen Garderoben zu fragen. Und auch hierzulande bevorzugen die Stars bestimmte Modemacher. So ist Heike Makatsch oft und gern in Kaviar Gauche zu sehen, Iris Berben bevorzugt für ihre Auftritte in der Öffentlichkeit Klassiker wie beispielsweise Yves Saint Laurent. Zwar bekommen Fachreporter, die sich ernsthaft mit Mode auseinandersetzen, nach einiger Zeit auch ein Auge für die Handschrift von bekannten Modeschöpfern. Aber auch hier gilt: Besser noch mal nachfragen.

Übrigens: In Deutschland scheint das Konzept von Prominenten-Werbung nicht aufzugehen. Laut einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung für die Zeitschrift "Textilwirtschaft" würden es 83 Prozent von 8300 Befragten lieber sehen, wenn Produkte von ganz normalen Menschen statt von Prominenten beworben würden. Nur 26 Prozent geben an, es gern zu sehen, wenn Stars für Mode werben. Lediglich 12 Prozent geben an, schon einmal etwas zum Anziehen gekauft zu haben, weil es vorher ein Promi beworben hatte.

Quelle: n-tv.de

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