Fundsache

Fundsache, Nr. 1272 "Gewerbegebiet" aus der Bronzezeit

3kn14854.jpg7189410852673003557.jpg

Das Gebiet war für die Menschen vor 3000 Jahren ein besonderer Ort.

(Foto: dpa)

In Sachsen-Anhalt stoßen Archäologen auf einen großen Fund: ein 3000 Jahre altes Gewerbegebiet aus der Bronzezeit. Die Lage der Ausgrabungen und spezielle Funde zeigen: Schon damals waren die Menschen hochspezialisiert.

Eine Art bronzezeitliches Gewerbegebiet haben Archäologen unweit von Bernburg in Sachsen-Anhalt entdeckt. Die rund 3000 Jahre alte Anlage bei der Ortschaft Preußlitz sei in der damaligen Gesellschaft ein großer Produktionsstandort gewesen. "Hier war die Metallproduktion konzentriert, ähnlich wie in unseren heutigen Gewerbegebieten", sagte die Archäologin vom Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, Susanne Friederich, auf der Grabungsstelle.

"Das war für die damaligen Menschen ein besonderer Ort." Das bewiesen in einem Teil des Gebietes Spuren eines doppelten Kreisgrabens mit einem Durchmesser von 100 Metern. "Das Grabenwerk könnte ein Areal mit spezieller Funktion gewesen ein, dafür spricht, dass in der Nähe des umwehrten Bereichs gleich drei Gussformen aus Ton und Stein gefunden wurden", sagte die Archäologin. Das von den Ausgräbern freigelegte Areal umfasst 2,5 Hektar, was nur zehn Prozent der kompletten Produktionsfläche sind. Neben Bronzegussformen für Sicheln und Schmucknadeln wurde auch ein 2,50 Meter tiefer Brunnen freigelegt.

Am Rand des Brunnens fand sich ein Hundeskelett. "Der Hund war das Bauopfer", sagte Friederich. Tieropfer seien immer wieder neben vorgeschichtlichen Brunnen entdeckt worden. Der eigentliche aus Holz gefertigte Brunnen ist kastenförmig und misst 1 mal 1,50 Meter. Als der Brunnen nicht mehr gebraucht wurde, sei er versiegelt worden, wobei erneut Hundeteile wie Kopf und Unterkiefer dort bestattet wurden. "Neben lokalen Gottheiten muss der Hund für diese Menschen ein besonderes Tier gewesen sein", sagte Friederich. Ein weiterer Brunnen ist einige Meter entfernt und muss noch freigelegt werden.

Bereits vor einem Monat wurde im sechs Kilometer entfernten Wörbzig nahe Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) eine bronzezeitliche Fleischverarbeitungs- und Pökelanlage entdeckt. Die Dichte der Fundstellen bedeute, dass die Region in der Bronzezeit aufgrund der fruchtbaren Böden und der Salzvorkommen ein bevorzugter Siedlungsraum war. "Diese Gesellschaft war bereits vor 3000 Jahren hochspezialisiert", sagte Friederich.

Quelle: n-tv.de, hla/dpa

Mehr zum Thema