Sonntag, 25. Juli 2010
Tierischer Fund im Ammersee: Student entdeckt Kaulbarsch
Die Augen fallen auf, der Kopf ist "knubbelig, irgendwie anders". Ein Zoologie-Student entdeckt so im Ammersee eine bisher unbekannte Art des Kaulbarsches.
Kaulbarsch im Neufeldersee im Süden Wiens, fotografiert von Mitgliedern des Technical Diving Clubs (www.tdc.at)
(Foto: Technical Diving Club (www.tdc.at))
Im bayerischen Ammersee lebt eine bisher unbekannte Art des Kaulbarsches - dies ist das Ergebnis der Diplomarbeit eines Studenten. Die nur in diesem Gewässer vorkommende Art Gymnocephalus ambriaelacus ist maximal 10.000 Jahre alt und damit vergleichsweise jung. Bis vor kurzem war seine Existenz nicht bekannt, wie die Zoologische Staatssammlung München mitteilte.
Im Magazin der Sammlung befindet sich neben Tausenden anderen Tier- und Insektenarten zwar seit Jahrzehnten auch ein Exemplar des Ammersee-Kaulbarsches, doch achtete niemand darauf. Bis sich Zoologe Ulrich Schliewen den Fisch genauer ansah: „Die großen Augen sind mir sofort aufgefallen“, schilderte er. Der Kopf erwies sich als „knubbelig, irgendwie anders“.
DNA-Vergleiche belegen Fund
Der promovierte Zoologe vergab als Thema einer Diplomarbeit an einen Studenten einen wissenschaftlichen Vergleich von Barschen. Dabei stellte sich die Einzigartigkeit des nur etwa 13 Zentimeter langen Fisches heraus. Die Forscher fuhren auch zum See, um weitere Exemplare zu vermessen. Ein DNA-Vergleich mit den bereits bekannten Arten brachte schließlich die Gewissheit: Beim Ammersee-Kaulbarsch handelt es sich um eine bisher unbekannte Art, die es auch nur dort gibt. In der Wissenschaft ist die Art bereits anerkannt.
Die Fischer am Ammersee haben an dem seltenen Kaulbarsch indes kein Interesse: Er ist viel zu klein.
dpa
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