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Endlich ein BMW der wieder alles zu haben scheint. Aber wird die Serie wie die Studie?
Endlich ein BMW der wieder alles zu haben scheint. Aber wird die Serie wie die Studie?
Montag, 29. Mai 2017

Großes Coupé mit der Acht: BMW bringt die 8er-Serie zurück

Ende der 90er-Jahre beerdigte BMW seine 8er-Serie. Ab 2018 soll es aber wieder ein großes Coupé geben. Doch nicht nur das: Mit dem Coupé soll auch der Startschuss für ein neues Design und eine Modelloffensive der Bayern gegeben werden.

Traditionell zeigen die Designer von BMW am Vorabend des Concorso d`Eleganza Villa d`Este ein extravagantes Konzeptfahrzeug bei dem sie vor dem Hintergrund der versammelten klassischen Schönheiten ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Doch bei dem BMW Concept 8 Series ist die Zielsetzung nicht reine Zukunftsmusik, sondern ganz konkret. Bereits 2018 wird diese Studie als Serie die Tradition der großen Coupés mit der Acht neu begründen.

Gegen das S-Klasse Coupé

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Die künftige 8er-Serie markiert nicht nur den neuen, selbstbewussten bayerischen Anspruch auf das Luxussegment, das Mercedes mit dem S-Klasse Coupé besetzt. Das Konzept ist im 101. Jahr des Bestehens auch der Auftakt zu einer ehrgeizigen Modelloffensive. BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson kündigte nichts weniger, als den größten Wandel der Marke in den nächsten zwei Jahren an.

Diesen Anspruch verkörpert allein schon der neue Grill des Konzept-Achters: Es ist die bekannte Niere, aber nie zuvor war sie so dominant in die Breite gezogen. Designchef Adrian van Hooydonks Team hat ein Coupé gezeichnet, das überraschend schlank und sehnig wirkt. Der lange, tief angesetzte Bogen vom Heck bis zur Haifischnase, die extrem flache Frontscheibe, der lange Radstand und die kaum ausgestellten Radgehäuse lassen vermuten, dass in den nächsten Jahren neue Designakzente gesetzt werden, die auch in den anderen Baureihen aufgegriffen werden.

Muskulös und sehnig

Die Studie zur 8er-Serie hat alles, was ein rassiges Sport-Coupé braucht.
Die Studie zur 8er-Serie hat alles, was ein rassiges Sport-Coupé braucht.

Die extrem schrägen, fast schlitzartigen Frontleuchten besitzen Lasertechnik, die roten Hecklichter erinnern mit ihrer aus der Karosserie heraus gewölbten plastischen Form an den i8. Unter der konturierten Motorhaube, die viel muskulöser wirkt, als beim oft unterschätzten 8er-Coupé der neunziger Jahre, könnte man sich als mögliche Antriebe eines Luxus-GT durchaus acht oder zwölf Zylinder vorstellen.

Auch im Innenraum herrscht die Reduktion auf das Wesentliche: Ein großes Display und dafür kaum Schalter und Knöpfe auf dem edlen Metall der Mittelkonsole verweisen auf die zunehmende Digitalisierung der Bedienung. Aber die Studie wirft nicht nur den Blick voraus auf die künftige Serie. Es wird wieder wie einst einen M8 geben, mit dem BMW auch zum Langstreckenrennen nach Le Mans zurückkehren will. Und jenseits des Motorsports kommt demnächst der i8-Roadster, der quasi den Doppelkreis der Acht schließt.

Erste Runden in der Grünen Hölle

Als Erlkönig wirkt das 8er Coupé allerdings schon wieder wesentlich nüchterner.
Als Erlkönig wirkt das 8er Coupé allerdings schon wieder wesentlich nüchterner.

Wie ernst es BMW mit dem 8er meint beweist noch ein anderer Umstand: Im Rahmen des 24 Stunden Rennens am Nürburgring war nämlich ein Erlkönig des M8 zu sehen. Zwar hat das Fahrzeug nicht aktiv am Renngeschehen teilgenommen und sieht unter der Tarnfolie deutlich schlichter aus als die Studie, wurde aber "im Rahmenprogramm fahraktiv präsentiert". Auf den entstandenen Fotos sind beim Testträger vier Auspuff-Endrohre, eine größere Bremsanlage sowie gewachsene Lufteinlässe zu sehen.

"Unser Entwicklungsprogramm mit dem M8 GTE für unsere Rückkehr nach Le Mans läuft bereits auf Hochtouren", sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. Der M8 GTE beerbt den M6 GTE und soll sein Rollout noch in der ersten Jahreshälfte feiern können. 2018 tritt BMW seit einigen Jahren erstmals wieder werksseitig beim Langstreckenklassiker an der Sarthe an. Dabei kämpfen die Münchner in der GTE-Klasse gegen die Teams von Porsche, Ferrari und Co.

Quelle: n-tv.de