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Autos der Dekade Der koreanische Emporkömmling

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Mit dem i30 gelang Hyundai der Durchbruch vom Nischenhersteller zum Volumenhersteller.

Zehn bedeutende Autos der letzten Dekade: Der Hyundai i30 steht beispielhaft für den Aufstieg der koreanischen Hersteller in Europa.

Der asiatische Masterplan zur Eroberung Europas ist immer derselbe. Stufe 1: Billiger sein als die Etablierten. Stufe 2: Erfolgreich Nischen besetzen. Stufe 3: Bei der Qualität gleichziehen und den ein oder anderen Konkurrenten überholen. Als erste nutzten die Japaner dieses Erfolgsmodell, zunächst mit Unterhaltungselektronik, später mit Autos. Nun ziehen die Koreaner nach: Namentlich die Schwestermarken Hyundai und Kia haben sich in den letzten Jahren in Deutschland zu ernsthaften Konkurrenten von Opel, Ford und Co. gemausert. Das kommende Jahrzehnt könnte gar zur koreanischen Dekade werden.

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Der Vorgänger des i30, der Elantra, war noch ein sehr biederes Auto.

Der Start war schwierig. Lange wurden Korea-Marken wie Ssangyong und Daewoo hierzulande ob ihrer unaussprechlichen Namen und unansehnlichen Modelle eher belächelt. Auch Hyundai hatte beim Deutschlandstart im Jahr 1991 Probleme. Zunächst versuchte man, mit aggressiver Preispolitik in der Kleinwagenklasse Fuß zu fassen - mit mäßigem Erfolg. Besser wurde die Lage zum Jahrtausendwechsel, als Nischenmodelle wie das SUV Santa Fe und der Geländewagen Terracan auch mangels Alternativen bei anderen Herstellern ihre Fans fanden. Preislich waren die Modelle attraktiv, bei der Qualität näherten sie sich ihren westlichen Konkurrenten langsam an.

Entwickelt in Deutschland, gebaut in Tschechien

Einen echten Quantensprung markierte 2007 die Markteinführung der kompakten Steilhecklimousine Hyundai i30 - die wir deshalb auch in diesem Rahmen vorstellen. Erstmals hatte die Marke in der wichtigsten europäischen Fahrzeugklasse etwas zu bieten, das den Vergleich mit VW Golf, Opel Astra und Ford Focus nicht zu scheuen brauchte. Entwickelt in Rüsselsheim, gestaltet von dem früheren BMW-Designer Thomas Bürkle und mittlerweile in Tschechien gebaut, ist der kompakte Koreaner Welten von seinem biederen Stufenheck-Vorgänger Elantra entfernt.

Im laufenden Jahr fanden in Deutschland bereits rund 29.000 Fahrzeuge einen Käufer. Verglichen mit dem fast zehnmal so häufig verkauften Golf ist das nicht viel, aber doch mehr als ein Achtungserfolg. Denn ein Billigheimer ist der kompakte Hyundai nicht. Mit einem Startpreis von aktuell 15.140 Euro liegt er nur knapp unter dem Wolfsburger Bestseller und auf einem Niveau mit dem Opel Astra. Dafür kann er mit einem Kaufargument auftrumpfen, das die Europäer nicht haben: fünf Jahren Vollgarantie. Das wird nur noch vom nahezu baugleichen Schwestermodell Kia c'eed überboten, auf den es sieben Jahre Garantie gibt. Auch das ist eines der Erfolgsgeheimnisse: Hyundai rennt nicht allein gegen die europäische Konkurrenz an, sondern hat mit Kia eine Marke an der Seite, mit der Entwicklungskosten und Produktionskapazitäten geteilt werden können.

Im Verbund der beiden Schwestern nimmt Hyundai den Platz der "Premium"-Marke ein – mit etwas höheren Preisen und einem besseren Ausstattungsniveau. In Zukunft sollen emotionale Modelle wie das Sportcoupé Genesis oder die dynamisch geschnittene Mittelklasselimousine i40 die Koreaner endgültig zum ernstzunehmenden Vollsortimenter werden lassen. Dann könnte auch in Deutschland passieren, was weltweit schon der Fall ist: Der Aufstieg von Hyundai-Kia unter die Top Fünf der Automobilhersteller.

Die Autos der Dekade:
 

In dieser Serie stellen wir Ihnen die bedeutendsten Autos des nun zu Ende gehenden Jahrzehnts vor. Die wichtigsten, spektakulärsten und prägendsten Automobile zwischen 2000 und 2010 -  Die Autos der Dekade.

Toyota Prius - Prototyp des Klimafreundes

Hyundai i30 - Der koreanische Emporkömmling

Dacia Logan - Der Preisbrecher

Opel Insignia - Neustart einer Marke

Nissan Leaf - Ein Stück Zukunft

Tata Nano - Der indische Volkswagen
 

 

Quelle: ntv.de, sp-x