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Autos der Dekade: Nissan Leaf Ein Stück Zukunft

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Schön ist er ja nicht, aber der Leaf ist trotz Elektroantrieb ein vollwertiges Auto.

Zehn bedeutende Autos der letzten Dekade: Der Nissan Leaf wurde gerade zum „Auto des Jahres 2011“ gewählt. Als erstes "erwachsenes" Großserien-Elektroauto geht seine Bedeutung aber weit über den Tag hinaus.

Zugegeben: Den Nissan Leaf gibt es im Moment nur in wenigen Märkten zu kaufen, nach Deutschland kommt er sogar erst Ende nächsten Jahres. Trotzdem zählt das Elektroauto zu den wichtigsten Fahrzeugen des jetzt auslaufenden Jahrzehnts. Und das liegt nicht allein an der E-Technik, erst recht nicht am Design oder innovativen Ausstattungsmöglichkeiten. Entscheidend ist vielmehr: Der Leaf ist das erste in Großserie gebaute Elektrofahrzeug, das zu erschwinglichen Preisen (in Deutschland ca. 35.000 Euro - ohne die anderswo gewährte staatliche Subvention) angeboten wird und das, anders als ein Mitsubishi i-MiEV und dessen Ableger, Platz für eine ganze Familie bietet. Der für ein Kompaktauto nicht eben geringe Preis wird durch die Komplettausstattung des Leaf u.a. mit Navigation, Rückfahrkamera und LED-Scheinwerfern zumindest teilweise kompensiert. So viel billiger ist ein ähnlich leistungs- bzw. drehmomentstarker VW Golf am Ende dann auch nicht mehr.

Der Leaf revolutioniert auch die Art, wie und warum wir mobil sein wollen. Fahrspaß im klassischen Sinne bietet ein Elektroauto ja weniger, abgesehen von schnellen Ampelstarts. Auf den ersten 30 Metern wird ein Leaf selbst von einem Sportwagen kaum zu schlagen sein, schließlich stellt ein Elektromotor sein maximales Drehmoment stets ab der ersten Umdrehung zur Verfügung.

Spannung während der Fahrt

Technisch stellt ein E-Motor keine Herausforderung dar, den Unterschied machen die Batterien. Sie sind die größte Herausforderung bei Elektroautos: Die Akkus sind teuer, schwer - und ihre Speicherkapazität ist begrenzt. Trotz moderner Lithium-Ionen-Batterien hat der Leaf eine Reichweite von gerade mal um die 175 Kilometer. Und dies auch nur theoretisch. Wer gerne "Vollgas" fährt, die Klimaanlage arbeiten lässt und vielleicht noch das Licht eingeschaltet hat, kommt nur noch auf Reichweiten um die 100 Kilometer. Dies ist der Grund, warum die Fahrt in einem Leaf noch relativ aufregend ist - man schielt mit einem Auge immer auf die Restkilometer und rechnet, ob es bis nach Hause oder zumindest bis zu einer der noch sehr seltenen öffentlichen Stromtankstellen reicht.

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Die Reichweite des Autos ist noch nicht überzeugend. In Deutschland wird der Nissan Leaf erst Ende nächsten Jahres erhältlich sein.

Trotzdem, so wie der Toyota Prius als erstes Hybridfahrzeug Ende der 90er-Jahre seiner Zeit weit voraus war, so ist es nun der Leaf als erstes "erwachsenes" Großserienelektroauto. Und ähnlich wie damals beim ersten Prius überrascht auch beim Nissan, wie spielerisch einfach die neue Technik im Alltag einsetzbar ist.

Nur eines ist dieses Elektroauto (noch) nicht: komplett emissionsfrei. Das stimmt nur lokal gesehen, also mit Blick auf das Fahrzeug selbst. In Deutschland wird aber der Strom selbst noch zu "dreckig", also zu CO2-intensiv produziert, als dass man hier wirklich von einem Zero-Emission-Fahrzeug sprechen könnte. Für dieses Problem kann der Nissan Leaf allerdings nun wirklich nichts.

Die Autos der Dekade:
 

In dieser Serie stellen wir Ihnen die bedeutendsten Autos des nun zu Ende gehenden Jahrzehnts vor. Die wichtigsten, spektakulärsten und prägendsten Automobile zwischen 2000 und 2010 -  Die Autos der Dekade.

Toyota Prius - Prototyp des Klimafreundes

Hyundai i30 - Der koreanische Emporkömmling

Dacia Logan - Der Preisbrecher

Opel Insignia - Neustart einer Marke

Nissan Leaf - Ein Stück Zukunft

Tata Nano - Der indische Volkswagen
 

 

Quelle: ntv.de, sp-x