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Mitsubishi versucht wieder Coupé Eclipse Cross - neu mit altem Namen

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Gut 4,41 Meter misst der Mitsubishi Eclipse Cross in der Länge.

Mitsubishi baut mit dem Eclipse Cross sein SUV-Portfolio aus. Dabei spielen die Japaner zum einen mit der Vergangenheit, zum anderen besetzen sie ein vergleichsweise junges Segment. Ob sich das SUV-Coupé am Ende durchsetzt, wird sich zeigen.

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Am Heck findet man einige recht bekannte Zitate wieder.

An SUV-Offerten mangelt es Mitsubishis Modellpalette nicht. Vom kompakten ASX bis zum gewaltigen Pajero wird einiges abgedeckt. Mit dem Eclipse Cross bringen die Japaner nun frische Ware zu den Händlern. Aber nicht nur das: Der Modellname weckt auch Erinnerungen. In den Neunzigern handelte es sich beim Eclipse um ein Coupé, das im Straßenbild Europas häufig zu finden war.

Dass die Neuauflage mit der Zusatzbezeichnung Cross nun ebenfalls ein Coupé sein soll - wenn auch in der SUV-Liga -, erkennt man unschwer an der deutlich nach hinten abfallenden Dachlinie. Anders als bei einem herkömmlichen Coupé verfügt der zwischen 21.990 und 34.890 Euro teure Eclipse Cross aber immer über vier Türen. Zum Marktstart im Januar 2018 wird es lediglich einen neu entwickelten 1,5-Liter-Turbobenziner mit 163 PS geben. Der 2,2 Liter große Vierzylinder-Diesel wird später nachgereicht.

Raumnot herrscht nicht

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Die um 20 Zentimeter verschiebbare Sitzbank im Fond sorgt für mehr Beinfreiheit oder mehr Platz im Gepäckabteil. Das schluckt im Normalfall 359 Liter.

Doch setzen wir uns zuerst in den Fond - hier wird es vor allem interessant, weil Coupés ja eher etwas fürs Auge als für hoch aufgeschossene Zeitgenossen sind. Zumindest normalgroße Europäer kommen aber ohne Blessuren am Kopf in den Neu-Eclipse und müssen sich auch nicht über Gebühr verrenken. Und wie viel Platz die Knie haben sollen, lässt sich per Hebel kurzerhand variieren, denn die durchaus körpergerecht geformten Rücksitze können unabhängig voneinander um 20 Zentimeter verschoben werden. Raumnot leidet hier jedenfalls niemand so schnell.

Vorn schon gar nicht, da besteht eher Not, das Infotainment schnell in den Griff zu bekommen. Hier hat Mitsubishi ein bisschen von der Lexus-Truppe geklaut, die ja auch ein Touchpad verwendet. Kann man machen, ist eine nette Variation – funktioniert aber auch nicht besser als der inzwischen eingebürgerte Dreh-Drück-Steller. Immerhin grassiert die Menüritis bei Mitsubishi noch nicht – denn das Wunschklima sowie die Regulierung der Sitzheizung wird über physische Schalter geregelt. Die mittels ihrer vielen Knöpfchen technoid angehauchte Innenarchitektur mit ihrer Mischung aus geschäumten Kunststoffen und etwas Glanzdekor macht einen soliden, klapperfreien Eindruck.

Viele Anleihen genommen

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Auch im Innenraum hat man sich bei anderen Herstellern umgeschaut.

Infotainment heißt beim jüngsten Mitsubishi übrigens: Instrumente mit Analoganzeigen inklusive mechanischer Nadeln für Drehzahlmesser und Tacho. Das optionale Head-up-Display arbeitet aus Kostengründen mit einer ausfahrenden Plexiglasscheibe statt Direkt-Projektion in die Windschutzscheibe. Kaum weniger klassisch präsentiert sich der große Bildschirm auf der Mittelkonsole.

Mitsubishi konnte es sich nicht nehmen lassen, diesen auch tabletartig und erhöht auf der Mittelkonsole zu präsentieren. Hier hat der japanische Design-Chef Tsunehiro Kunimoto wohl einmal mehr zu BMW herübergeschielt. Überhaupt steckt der mit einem Hauch Futurismus gesegnete Eclipse Cross voller Designzitate. So ist in der Heckpartie deutlich ein Schuss Honda CR-V, abgemischt mit einer Portion Volvo XC40 zu erkennen. Ganz interessant erscheint der Eclipse-Abschluss bei Dämmerung. Dann wird die opulente Lichtleiste, die die Heckscheibe wie einst die Abrisskante beim Mazda 323C unterteilt, wie der nahende Christbaum beleuchtet.

Sanfter Gasfuß vermeidet Schaltruckeln

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Das Gesicht des Eclipse Cross ist allerdings eindeutig Mitsubishi.

Dafür ist der Downsizing-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum sowie Turboaufladung ein munter agierender und kernig klingender Vierzylinder, dem das Datenblatt in Verbindung mit Allrad und Automatik exakt 7 Liter über 100 Kilometer im kombinierten Verbrauch zugesteht. Wenn man nicht ständig mit Vollgas anfährt, werden hohe Drehzahlen und das leidige Schaltruckeln vermieden. Da der Turbo schon ab niedrigen 1800 Touren sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter aufbaut, lässt sich der Eclipse auch mit gemäßigtem Gaseinsatz souverän bewegen. Allerdings würde es nicht schaden, wenn das Getriebe einen Tick schneller schaltet. Gerade bei spontanen Überholvorgängen lässt sich der Schaltautomat gefühlt unendlich Zeit.

Der Allradantrieb, mit dem die Techniker auch fahrdynamische Manöver unterstützen, wirkt harmonisch in den Antriebsstrang hineingeschneidert. Problemlos arbeitet auch der auf Wunsch erhältliche aktive Tempomat. Er schaltet nicht etwa vorzeitig ab, sondern bremst das Auto bis zum Stillstand ab, um müde Fahrer bei zähem Verkehr nachhaltig zu entlasten.

Bleibt abzuwarten, ob ein Lifestyle-SUV bei der Kundschaft von Mitsubishi funktioniert. Das Zeug zum Erfolg hat der Eclipse Cross jedenfalls – denn echte Schwächen fallen bei den ersten Testrunden nicht auf. Er verfügt über durchaus dynamische Handling-Eigenschaften, ohne Komfort missen zu lassen, ist mit moderner Konnektivität gesegnet (Apple CarPlay sowie Android Auto) und dank einer Vielzahl von Assistenten auch sicher.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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