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Feuer verschlingt Millionen Euro Motorradmuseum im Ötztal abgebrannt

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Die Feuerwehr konnte bei dem Großbrand am Ötztaler Timmelsjoch das Motorradmuseum nur kontrolliert abbrennen lassen.

(Foto: dpa)

Im Jahr 2016 eröffneten die Brüder Schreiber eines der größten Motorradmuseen Europas. Auf 3000 Quadratmetern wurden dort Raritäten ausgestellt, wie man sie heute nur noch selten findet. Nun ist die Ausstellung ein Opfer der Flammen geworden.

Am Morgen des 18. Januar sind bei einem Großbrand am Ötztaler Timmelsjoch in Tirol nicht nur unersetzliche Motorrad-Oldtimer und damit Millionenwerte unwiederbringlich vernichtet worden, es ist auch das Lebenswerk der Brüder Attila und Alban Schreiber vernichtet worden. Die Privatsammlung umfasste 280 historische Motorräder und Autos und war in einem imposanten Gebäude aus Lärchenholz untergebracht.

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Auch die Ardie RBU 505 Waldläufer aus dem Jahr 1938 gehörte zu den Raritäten des Museums.

(Foto: Holger Preiss)

Das Motorradmuseum an der Timmelsjoch-Mautstation in Hochgurgel wurde von den Hoteliers im Jahr 2016 eröffnet. Schwerer als der materielle Schaden wiegt der ideelle. Auf insgesamt 3000 Quadratmetern waren neben historischen Zweirädern auch wertvolle Autos wie ein Porsche Speedster oder ein Ur-911 Targa ausgestellt. Fast alle Exponate hatten die Brüder in den letzten Jahrzehnten aus aller Welt zusammengetragen. Zu den absoluten Raritäten gehörte auch eine dreirädrige Brough Superior Austin Straight Four aus den 1930er-Jahren, die allein mindestens eine Million Euro wert war. Von der englischen Marke hatten die Schreiber-Zwillinge über die Jahre eine Kollektion von 20 Modellen zusammengetragen.

Den Flammen war nicht beizukommen

Ausgebrochen war das Feuer am Montagmorgen gegen 4.40 Uhr. Spezialisten gehen davon aus, dass die Brandursache sogar im Bereich des Museums zu suchen ist. Nach Angaben der "Tiroler Tageszeitung" hatten zwei Menschen in angrenzenden Wohnungen am Timmelsjoch auf rund 2200 Meter Höhe die Nacht verbracht. Brandmelder rissen sie aus dem Schlaf, so dass sie die Gebäude unversehrt verlassen konnten. Einer der beiden, der Hausmeister, versuchte vergeblich mit einem Feuerlöscher den Flammen beizukommen. Als die Feuerwehr gegen 5 Uhr eintraf, brannte das Gebäude bereits lichterloh.

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Ein Aston Martin DB5 aus dem Jahr 1965 ging ebenfalls in den Flammen auf.

(Foto: Holger Preiss)

Die Brandbekämpfer konnten nur noch das Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindern. So blieben das naheliegende Restaurant und die Seilbahnstation verschont. Was die Feuerwehrleute am Ende nicht verhindern konnten, ist, dass der Traum der Gebrüder Schreiber in Rauch aufging "Es sind Maschinen von uns kaputt", so Alban Schreiber gegenüber der "Tiroler Tageszeitung". "Aber auch Leihgaben von anderen Museen, Oldtimer und Stücke, die uns Freunde, Gönner und bekannte Sammler zur Verfügung gestellt haben. Wir hatten uns vorgenommen, das beste Motorradmuseum Europas zu werden, wollten weiter ausbauen."

Zu den unwiederbringlichen Schätzen des Museums gehörte auch eine Harley-Davidson aus dem Ersten Weltkrieg, eine originale Shell-Zapfsäule aus dem Jahr 1917, eine unrestaurierte Simson von 1959 und alte Ducati, Benelli oder Moto Guzzi. Die Brüder Schreiber haben aber bereits angekündigt, dass sie sich trotz dieses Rückschlags und der Einbußen, die sie durch die anhaltenden Corona-Maßnahmen haben, nicht davon abhalten lassen, das Museum wieder aufzubauen.

Quelle: ntv.de