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Ab jetzt ohne X Opel präsentiert den neuen Crossland

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Der neue Opel Crossland ähnelt mehr einem modernen Hochdachkombi als einem SUV.

(Foto: Opel )

Nach drei Jahren präsentiert Opel den neuen Crossland und passt ihn in der Optik der kommenden Designsprache an. Ob die gefällt, muss der Betrachter entscheiden. Was die Funktionalität betrifft, gibt es auf den ersten Blick wenig zu kritisieren.

Der Opel Crossland X wurde bereits 2012, also weit vor der offiziellen Trennung von General Motors (GM), in Zusammenarbeit mit dem französischen PSA-Konzern entwickelt. Seine Premiere feierte der Nachfolger des Opel Meriva am 1. Februar 2017 in Berlin. Jetzt stellt Opel den Nachfolger vor und will mit neuem Design, verplankten Radhäusern und angedeutetem Unterfahrschutz an Front und Heck einmal mehr den Charakter eines SUV hervorkehren. Ob das gelungen ist, liegt im Auge des Betrachters. Das X im Namen wurde jedenfalls vorsorglich gestrichen.

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An Front und Heck soll der angedeutete Unterfahrschutz dem Betrachter des Opel Crossland das Gefühl geben, es handle sich um ein SUV.

(Foto: Opel)

Die Front des neuen Crossländ präsentiert sich in der neuen Designsprache der Rüsselsheimer. Hier soll der sogenannte "Vizor", der sich unterhalb der Motorhaube über die gesamte Fahrzeugfront erstreckt, für mehr optische Breite sorgen. Das mag sogar gelingen, wobei der recht schmale Kühlergrill diesen Eindruck konterkariert. Wenn der SUV-Gedanke beim Blick ins Gesicht des Crossland noch durchgeht, wirkt er am Heck etwas aufgesetzt. Dunkel getönte Rücklichter betonen das "charakteristische Opel-Lichtdesign" und die teilweise in Schwarz gehaltene Heckklappe soll in Verbindung mit einem ebenso gefärbten Dach den Crossland bulliger erscheinen lassen.

Viel Raumgefühl

Wer beim Crossland weniger die SUV-Optik sucht, sondern sich auf die Vorzüge eines großzügigen Raumgefühls kapriziert, wird auf jeden Fall fündig werden. Ergonomische Aktivsitze sollen für eine bequeme Reise auch auf langen Fahrten sorgen, die Rücksitzbank lässt sich um bis zu 15 Zentimeter in Längsrichtung verschieben und schafft so ein Kofferraumvolumen, das von 410 auf 520 Liter wächst. Wer die Rücksitze komplett umklappt, schafft 1255 Liter Stauraum. Werte, die mit dem des Vorgängers absolut identisch sind. So wie auch die Länge von 4,21 Metern. Für sportliche Fahrer verspricht Opel ein deutlich weiterentwickeltes Chassis, das eine verbesserte Fahrdynamik garantiert. Darüber hinaus wurde nach Angaben von Opel die Lenkung optimiert, was wiederum für ein besseres Gefühl "in der Mittellage und eine erhöhte Lenkpräzision" sorgen soll.

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Wer das "IntelliGrip"-System ordert, bekommt vier Fahrprogramme, die ESP und ASR unterschiedlich ansteuern.

(Foto: Opel)

Wie schon beim Vorgänger wird es auch für den neuen Crossland keinen Allradantrieb geben. Um die bestmögliche Traktion zu garantieren, setzen die Rüsselsheimer hier auf eine adaptive Traktionskontrolle mit dem Namen "IntelliGripp", ein System, das Opel von PSA übernommen hat und das erst ab 2021 lieferbar ist. Hinter dem System verbergen sich fünf Fahrmodi, die sich aber lediglich durch die unterschiedliche Ansteuerung des elektronischen Stabilitätsprogrammes (ESP) und der Antischlupfregulierung (ASR) unterscheiden. Das heißt, je nach Bedarf regeln die Systeme unterschiedlich in den Programmen On-Road, Schnee, Matsch und Sand. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h können ESP und ASR auch deaktiviert werden. Darüber hinaus wird IntelliGrip aus Sicherheitsgründen wieder zugeschaltet.

Über den Antrieb des neuen Crossland verrät Opel noch nichts. Es ist aber anzunehmen, dass er wie sein Vorgänger mit drei Benzinern mit jeweils 1,2 Litern Hubraum und einer Leistungsspanne von 83 bis 130 PS an den Start geht. Für den 130-PS-Crossland dürfte es auf Wunsch auch weiterhin eine Sechsstufen-Automatik geben. Die Dieselpalette könnte sich wie gehabt aus zwei 1,5-Liter-Aggregaten zusammensetzen, die 102 und 120 PS leisten. Auch hier wäre die stärkste Variante optional mit Sechsstufen-Automatik lieferbar. Außerdem könnte der Crossland in naher Zukunft auch mit einem Hybrid-Antrieb auf den Markt kommen.

Im Innenraum bleibt sich Opel treu

Natürlich lassen sich die Infotainment-Systeme, ganz egal welche Ausstattungslinie gewählt wird, mit den Multimedia-Geräten der Passagiere über Apple CarPlay oder Android Auto koppeln. Kompatible Smartphones können auf Wunsch induktiv aufgeladen werden. Die Live-Navigation mit Verkehrsinformationen in Echtzeit und aktuellen Kraftstoffpreisen sowie eine direkte Verbindung zu Pannenhilfe und Notruf gibt es, wenn man das Multimedia Navi Pro mit Acht-Zoll-Farb-Touchscreen in den Crossland konfiguriert. Auch das Head-up-Display, das Opel anbietet, bedarf eines zusätzlichen Kreuzes in der Optionsliste.

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Der Innenraum des neuen Opel Crossland ist mit dem seines Vorgängers weitgehend identisch.

(Foto: Opel)

Im Innenraum bleibt Opel sich beim Crossland treu und übernimmt im Großen und Ganzen alles aus dem Vorgänger. Wer hier Platz nimmt, wird auf gar keinen Fall digital überfordert. Die Rundinstrumente bleiben ebenso analog wie die Schalter und Regler zum Bedienen der Klimaanlage und des Radios. Auch das Lenkrad und dessen Tasten sind alte Bekannte. Zudem bleibt es in der Mittelkonsole bei zwei klassischen USB-Anschlüssen, um Smartphones zu laden oder deren Oberfläche auf dem TFT zu spiegeln.

Zu den im neuen Crossland angebotenen Assistenzsystemen gehören neben einem Frontkollisionswarner mit Gefahrenbremsung auch eine Fußgängererkennung, ein Spurhaltewarner, Müdigkeitserkennung, Totwinkelwarner, eine 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera und ein Geschwindigkeitsregler, der mit einer Verkehrsschilderkennung gekoppelt ist. Was der Opel Crossland, der ab 2021 bei den Händlern stehen wird, kostet, verraten die Rüsselsheimer noch nicht. Das Vorgängermodell, der Crossland X, startete in der Ausstattungslinie Selection bei 16.850 Euro.

Quelle: ntv.de