Das war Donnerstag, der 2. März 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
eine der spektakulärsten Nachrichten heute war der Bericht über angebliche Gefechte auf russischem Boden. Der russische Geheimdienst berichtete, es gebe Kämpfe mit "ukrainischen Nationalisten". Deswegen rief Präsident Putin laut Kreml den nationalen Sicherheitsrat zusammen. Die Ukraine bestreitet die Kämpfe, es handele sich um gezielte Desinformation aus Russland.
In Deutschland ist nach den Schüssen vor einer Schule in Bramsche bei Osnabrück ein 16-Jähriger laut Staatsanwaltschaft an seinen schweren Verletzungen gestorben. Der Jugendliche war am Dienstagmorgen von einem 81-Jährigen lebensgefährlich verletzt worden.
Ukrainische Verbände haben eigenen Angaben zufolge in einem dreiwöchigen Kampf um die ostukrainische Bergbaustadt Wuhledar mindestens 130 Panzer und gepanzerte Mannschaftstransporter zerstört. Ein Kommandeur hat den Hinterhalt gegenüber der "New York Times" erklärt.
Weitere Nachrichten, die heute wichtig waren:
Panzer statt Pipeline: Scholz trifft Biden, aber Fragen darf keiner stellen
Dividenden in Milliardenhöhe: Warum der reichste Deutsche immer reicher wird
Verkehrsministerium widerspricht: Deutschlandtakt zum Jahr 2070 sorgt für Spott
Schwarz-Rot in der Hauptstadt? Berliner CDU stimmt für Koalitionsverhandlungen mit SPD
"Schießt über das Ziel hinaus" - Zu viele LNG-Terminals lösen auch keine Probleme
Trotz heftiger FDP-Gegenrede: Habeck treibt Gesetz zu fossilen Heizungen voran
Edeka erklärt Wucherpreis: Gurke für 3,29 Euro sorgt für Wirbel
Täter erbeuten mehrere Millionen: Geldtransporter auf Autobahn eingekeilt und ausgeraubt
Alle Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie hier in unserem Liveticker verfolgen. Was in der Welt des Sports so passierte, ist an dieser Stelle nachzulesen.
Ich wünsche Ihnen eine erholsame Nacht. Der Tag ist morgen ab 6 Uhr wieder für Sie da!
Eine Kugel Krabbeltierchen mit Sahne? Eisverkäufer setzt auf Insekten
Er hat schon Eiscreme aus Gorgonzola gefertigt, aus Leberwurst und mit 24-karätigem Gold. Aber die neueste Kreation eines Eisverkäufers aus Baden-Württemberg ist nichts für empfindliche Mägen: Thomas Micolino behauptet, er führe die erste deutsche Eisdiele mit Insekten-Eis, überprüfen lässt sich das nur schwer. In München wirbt ein Eismacher nun mit proteinreichem "Buffalowurmeis".
Ihn habe einfach die Lust am Experimentieren getrieben. Er habe selbst schon Insekten im Urlaub probiert, auch Schlange und Krokodil, berichtet er. "Mir wird langweilig, wenn ich immer dasselbe mache." Monatelang hat er in seiner kleinen Eisfabrik im Hinterzimmer herumprobiert, an der richtigen Komposition mit dem Krabbeltier gearbeitet, den Geschmack verfeinert.
Aktivisten zählen viele Hinrichtungen im Iran seit Jahresbeginn
Im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten seit Jahresbeginn bereits mehr als 90 Menschen hingerichtet worden. "Allein im Januar und Februar wurden 94 Menschen hingerichtet", teilten Amnesty International und das in den USA ansässige Abdorrahman-Boroumand-Zentrum für Menschenrechte mit. Beide Organisationen zeigten sich alarmiert angesichts dieses "deutlichen Anstiegs" im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insbesondere gegen verfolgte Minderheiten werde die Todesstrafe "zunehmend" angewandt. Beide Organisationen berichteten zudem von "Vorwürfen sexueller Gewalt und anderer Arten von Folter", um Geständnisse zu erzwingen.
Lastwagenfahrer lässt Spur der Verwüstung hinter sich und verletzt Polizisten
Ein 32 Jahre alter Lastwagenfahrer ist in Sachsen nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei vorläufig festgenommen worden. Der Mann verursachte unter Drogeneinfluss mehrere Unfälle, wie die Polizei in Leipzig mitteilte. Die Fahrt des 40-Tonners endete nach mehr als einer Stunde in einem Straßengraben bei Dresden.
Der Vorfall begann laut Angaben in der Nacht zum Donnerstag auf der Autobahn 38 bei Leipzig, als der Lastwagen eine Leitplanke touchierte. Ein Streifenwagen der Polizei wollte den Mann stoppen, der 32-Jährige fuhr den Polizisten jedoch hinten auf. Dabei wurden die Beamten verletzt. Ein Drogentest fiel positiv aus, demnach hatte der Mann Amphetamine und Kokain eingenommen. Er machte laut Polizei einen "stark verwirrten Eindruck" und kam in ein Krankenhaus.
Konsequenzen aus Müll-Dilemma: Bundestag beschließt Plastikabgabe
Vielleicht ist das ja eine gute Idee, immerhin spült sie wohl Geld in die Kassen: Weil Verpackungen Städte und Dörfer vermüllen, was die Kommunen viel Geld und Arbeit kostet, sollen Hersteller jetzt für die Entsorgung zahlen. Der Bundestag hat eine Sonderabgabe für Produkte aus Einwegplastik beschlossen, um Städte und Gemeinden bei der Reinigung finanziell zu entlasten. Mit dem verabschiedeten Gesetz müssen die Hersteller bestimmter Getränkebecher, Essensverpackungen oder Zigaretten künftig in einen staatlichen Fonds einzahlen und sich so an den Kosten für die Beseitigung weggeworfener Kaffeebecher und Chipstüten beteiligen. Auch Feuerwerkskörper wurden in die Regelung einbezogen.
Jährlich sollen so insgesamt 400 Millionen Euro in die Kassen der Kommunen fließen. Die Städte und Gemeinden in Deutschland zahlen eigenen Angaben zufolge jedes Jahr Hunderte Millionen Euro, um Einwegplastik aus dem Stadtbild zu entfernen und öffentliche Abfallbehälter zu leeren.
Franzosen werden Wein nicht mehr los - Staat zahlt fürs Herausreißen von Reben
Für viele ist der Bordeaux der Rotwein schlechthin. Nun zahlt Frankreich den Winzern in der Region eine Prämie zum Herausreißen der Reben, da es eine Überproduktion gibt. Bis zu 67 Millionen Euro wollen Staat, Region und der Branchenverband für eine Restrukturierung des Weinanbaus rund um Bordeaux zahlen, kündigte Agrarminister Marc Fesneau an. Ein Grund für die Absatzprobleme ist der rückläufige Konsum von Rotwein. Aufgegebene Anbauflächen sollen aufgeforstet werden. Der Weinbau im Raum Bordeaux erwirtschaftet einen Jahresumsatz von vier Milliarden Euro und sichert 48.000 Arbeitsplätze.
Vor einigen Wochen hatte Frankreich bereits beschlossen, wegen Absatzproblemen 2,5 Millionen Hektoliter vor allem an Rotweinen zu Alkohol zu destillieren. Der aus Wein destillierte Alkohol kann zur Herstellung von Desinfektionsmitteln, Parfüm oder Bioethanol verwendet werden. Insbesondere geht es um Bordeaux-Weine.
Fünffache Kindsmörderin nimmt Sterbehilfe in Anspruch
In Belgien hat eine fünffache Kindsmörderin Sterbehilfe in Anspruch genommen. Die 56-jährige Geneviève Lhermitte wurde am 16. Jahrestag ihrer Tat für tot erklärt, wie ihr Anwalt Nicolas Cohen mitteilte. In Belgien ist Sterbehilfe unter bestimmten Auflagen erlaubt. Am 28. Februar 2007 hatte die Hausfrau ihre vier Töchter und ihren Sohn in ihrem Haus südlich von Brüssel zuerst bewusstlos geschlagen und ihnen dann mit einem Küchenmesser die Kehlen durchgeschnitten. Die Kinder waren zwischen drei und 14 Jahre alt. Anschließend versuchte die Mutter, Suizid zu begehen, sie überlebte jedoch.
Lhermitte wurde 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt. Die belgische Psychologin Emilie Maroit sagte dem Fernsehsender RTL-TVI zum Todeswunsch der Kindsmörderin, dieser sei womöglich eine verspätete "symbolische Geste an ihre Kinder" gewesen.
Saxofon-Legende Wayne Shorter ist tot
Leider gibt es heute den nächsten Todesfall zu vermelden: Der Jazz-Musiker Wayne Shorter ist verstorben. Er sei heute im Alter von 89 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, berichteten zahlreiche US-Medien unter Berufung auf die Sprecherin des Musikers und einen Sprecher des Plattenlabels Blue Note Records.
Shorter habe "die Farbe und Konturen des modernen Jazz geformt, als einer seiner am intensivsten bewunderten Komponisten", schrieb die "New York Times". Der 1933 im US-Bundesstaat New Jersey geborene Musiker hatte sich neben dem Komponieren von Stücken wie "Lester Left Town", "Nefertiti", "E.S.P." und "Footprints" auch am Saxofon einen Namen gemacht und war für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet worden. Schon als Teenager in seiner High-School-Band galt Shorter als "Wunderknabe des Jazz".
Journalist befragt ARD-Chef wegen seines Gehalts - Luft im Studio "brennt"
Wie viel Geld verdienen Sie so im Monat? Mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger, als der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant Kai Gniffke. Der bekommt rund 30.000 Euro - fast genauso viel wie Bundeskanzler Olaf Scholz. Im "Zapp Talk" des NDR auf sein Gehalt angesprochen, reagierte der ARD-Chef gereizt auf Nachfragen von Journalist Tilo Jung. Der wollte wissen, wieso Gniffke so viel verdient. "Gute Frage, falscher Adressat", antwortete dieser. Der Verwaltungsrat lege sein Gehalt fest.
Danach versucht der ARD-Chef sichtlich verärgert, den Fokus auf ein ganz anderes Thema zu lenken: Sparkassen-Vorstände würden noch deutlich mehr als der Kanzler verdienen. "Ich durfte heute zum ersten Mal im NDR moderieren und prompt hat die Luft im Studio gebrannt", resümierte Tilo Jung die Sendung auf Twitter. Das Durchschnittsgehalt von Vollzeitbeschäftigten lag laut Statistischem Bundesamt im April 2022 in Deutschland bei 4105 Euro brutto.
Mann in Frankreich erstickt im Restaurant an Steak
Im nordfranzösischen Le Havre ist ein Mann beim Essen eines Steaks in einem Restaurant erstickt. Trotz Rettungsversuchen des Restaurantchefs und der Besatzung eines Krankenwagens sei der 55 Jahre alte Mann gestorben, berichtete die Zeitung "Paris-Normandie". Der Stammgast habe mit Freunden am Tisch gesessen und ein Bavette-Steak bestellt. Beim Essen habe er plötzlich gehustet und sei nach hinten gekippt, berichtete die Inhaberin.
Mit dem Heimlich-Handgriff, einer lebensrettenden Sofortmaßnahme, habe ihr Mann vergeblich ein Ersticken zu verhindern versucht. Um Luft ringend sei der Gast, ein Spanischlehrer, vor das Restaurant getaumelt und sei zusammengebrochen. Herbeigerufene Sanitäter konnten dem Mann trotz intensiver Bemühungen nicht mehr helfen. Der Lehrer sei ein regelmäßiger Gast gewesen. "Wir waren seine zweite Familie", sagte die Inhaberin.
Nach Vorfällen: Verschärfte Zugangsregeln für den Bundestag beschlossen
Nach den Umsturzplänen einer Reichsbürger-Gruppierung sind die Zutrittsregeln für den Deutschen Bundestag verschärft worden. Das Anmeldeverfahren für Gäste werde so geändert, dass vorab eine Zuverlässigkeitsüberprüfung möglich sei, entschied der Ältestenrat laut Bundestagsverwaltung. Ehemalige Abgeordnete erhalten demnach zudem künftig nicht mehr automatisch einen lebenslangen Zugang zum Gebäude.
Der Bundestag verwies ausdrücklich auf die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete Birgit Malsack-Winkemann. Sie war im Zuge der Razzia gegen ein mutmaßliches Terror-Netzwerk aus der Reichsbürger-Szene im Dezember festgenommen worden. Es soll unter anderem eine gewaltsame Erstürmung des Parlaments geplant haben.
Apple lässt App mit ChatGPT-Nutzung nicht zu - Entwickler enttäuscht
Die ganze Technikwelt ist fasziniert von der neuen Künstlichen Intelligenz (KI) ChatGPT. Apple will allerdings vorerst ein E-Mail-App-Update mit KI-gesteuerten Sprachtools nicht zulassen. Es gebe Bedenken, dass die Künstliche Intelligenz ungeeignete Inhalte für Kinder generieren könnte, teilte Apple dem App-Hersteller mit. Der Softwareentwickler zeigte sich mit der Entscheidung von Apple nicht einverstanden.
Die neue KI-Funktion von BlueMail nutzt den neuesten Chatbot ChatGPT von OpenAI, um das Schreiben von E-Mails anhand der Inhalte früherer E-Mails und Kalenderereignisse zu automatisieren. ChatGPT ermöglicht es den Nutzern, sich mit einer KI auf scheinbar menschenähnliche Weise zu unterhalten, und ist in der Lage, fortgeschrittene lange Texte zu einer Vielzahl von Themen zu schreiben. "Ihre App enthält KI-generierte Inhalte, scheint aber zurzeit keine Inhaltsfilterung zu enthalten", schrieb Apples App-Review-Team letzte Woche in einer Nachricht an den Entwickler.
Witwe von Altbundespräsident Roman Herzog verstorben
Die langjährige Geschäftsführerin der Burgfestspiele Jagsthausen und Witwe des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, Alexandra Freifrau von Berlichingen, ist tot. Wie die Festspiele mitteilten, starb sie am Mittwoch im Alter von 82 Jahren. Baden-Württembergs stellvertretender Ministerpräsident Thomas Strobl von der CDU würdigte sie als "starke und beeindruckende Persönlichkeit".
Von Berlichingen hatte nach dem Tod ihres ersten Manns Götz Freiherr von Berlichingen 1994 seine Nachfolge bei den Burgfestspielen in der Nähe von Heilbronn angetreten. Sie habe diese zu "überregionaler Bekanntheit und zu einem kulturellen Höhepunkt im Land Baden-Württemberg" geführt, erklärten die Festspiele.
Edeka-Markt verlangt irren Preis für normale Gurken - und kassiert reichlich Spott
Dass die Preise beim Einkauf von Lebensmitteln teilweise enorm gestiegen sind, hat jeder mitgekriegt. Dieses Beispiel aber zeigt den ganzen Wahnsinn und sorgt für reichlich Entrüstung: In einem Video auf Tiktok ist das Preisschild von gewöhnlichen Salatgurken in einem Edeka-Markt zu sehen. Kosten: 3,29 Euro - und dafür gibt es nicht mal Bio-Qualität.
Eine Sprecherin von Edeka Nord sagte auf Anfrage von t-online: „Nach Rücksprache mit dem entsprechenden Marktpersonal können wir bestätigen, dass das Produkt zum Zeitpunkt der Aufnahme so verkauft wurde.“ Inzwischen habe man den Preis nach unten korrigiert. Für reichlich Häme sorgt das Ganze trotzdem. "Ziemlich teuer für Wasser mit grüner Schale", heißt es in einem Kommentar unter dem Video. Über drei Millionen Mal wurde es bereits aufgerufen.
Seit über drei Jahren vermisste Studentin tot aufgefunden
Drei Jahre lang wurde die Studentin Yolanda Klug aus Leipzig vermisst. Jetzt gibt es traurige Gewissheit: Die bei ihrem Verschwinden 23 Jahre alte Frau wurde von einem Passanten am Samstag in einem Wald in Sachsen-Anhalt gefunden, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig mitteilte.
Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden sollen nicht vorliegen und die Todesursache noch unklar sein. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Die Studentin war das letzte Mal am 25. September 2019 in Leipzig gesehen worden. Sie wollte zu einem Möbelhaus in der Stadt Leuna in Sachsen-Anhalt fahren.
Funktionsfähiger Sprengsatz bei Gepäck-Check an Flughafen sichergestellt
In den USA ist ein Mann festgenommen worden, der Sprengstoff an Bord eines Flugzeuges bringen wollte. Die Bombe sei am internationalen Flughafen von Allentown im Bundesstaat Pennsylvania beim Gepäck-Check entdeckt worden, teilten die Behörden mit. Der Mann sei aus dem rund 160 Kilometer westlich von New York liegenden Flughafen geflohen, aber später in seinem Haus festgenommen worden.
Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Montag. Nachdem das von dem Mann aufgegebene Gepäck einen Alarm ausgelöst habe, sei dieses untersucht worden. "Das FBI und lokale Bombenexperten stellten fest, dass es wirklich ein funktionsfähiger Sprengsatz war."
E-Fuels: Luftfahrt dringt auf Vorzugsbehandlung vor Autos
Die FDP um Verkehrsminister Wissing kämpft für die Zulassung der energieintensiven E-Fuels bei Autos. Jetzt meldet sich noch eine ganz andere Branche zu der Thematik zu Wort: Die Luftfahrt dringt beim Einsatz klimafreundlichen Treibstoffs auf eine Vorzugsbehandlung gegenüber der Autoindustrie. Jede Initiative zur Steigerung der Produktion synthetischen Kraftstoffs sei zu begrüßen, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). "Unverzichtbar dabei ist, wie auch im Koalitionsvertrag verankert, jenen Sektoren Priorität einzuräumen, die keine Alternative zu flüssigen Kohlenwasserstoffen haben. Dazu zählt unsere Branche", ergänzte BDLI-Chef Volker Thum.
Der Einsatz von E-Fuels in Verbrennungsmotoren von Pkw ist laut Umweltbundesamt "hochgradig ineffizient". Für dieselbe Fahrleistung muss demnach die drei- bis sechsfache Menge Strom im Vergleich zu einem Elektro-Pkw eingesetzt werden. Auch der ADAC spricht von hohen Wirkungsverlusten.
Schichtwechsel
Meine Kollegin Christina Lohner befindet sich im Feierabend, jetzt habe ich an dieser Stelle übernommen. Ich heiße Robin Grützmacher und versorge Sie bis zum Abend mit Nachrichten aus der Welt.
Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie gerne eine Nachricht an: dertag@n-tv.de.
Vater von Hanauer Attentäter muss ins Gefängnis
Weil er eine Geldstrafe nicht bezahlt hat, ist der Vater des Hanauer Attentäters in Haft genommen worden. Er soll unter anderem wiederholt gegen ein richterliches Annäherungsverbot verstoßen und sich mehrfach nahe eines Wohnhauses aufgehalten haben, in dem die Mutter eines der Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 lebt.
Deswegen erhielt er eine Geldstrafe über 4200 Euro, die er aber nicht zahlte. Der Sohn des Mannes, ein 43-jähriger Deutscher, hatte in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen und danach seine Mutter und sich selbst getötet.
Retter bergen 23 Tage nach Erdbeben lebenden Hund
Endlich mal wieder eine schöne Nachricht: Türkische Rettungskräfte haben mehr als drei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und in Syrien einen Hund lebendig aus den Trümmern geborgen. Wie türkische Medien berichten, wurde der Hund namens Aleks an eine Tierschutzorganisation in der schwer zerstörten Stadt Antakya übergeben.
Jeder Sechste ist nach Deutschland zugewandert
Wir sind ein Einwanderungsland, betonen Politiker immer wieder. Stimmt: Rund 14,2 Millionen der heute in Deutschland lebenden Menschen sind seit 1950 selbst eingewandert. Damit machen sie einen Anteil von rund 17,3 Prozent gemessen an der Gesamtbevölkerung aus, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Weitere 4,7 Millionen Menschen beziehungsweise 5,7 Prozent waren direkte Nachkommen von Eingewanderten.
Insgesamt hatten damit 2021 in Deutschland knapp 19 Millionen Menschen eine Einwanderungsgeschichte. Ihr Anteil an der Bevölkerung betrug rund 23 Prozent. Bei weiteren 3,7 Millionen Menschen oder 4,5 Prozent, die in Deutschland geboren wurden, war nur einer der Elternteile seit 1950 eingewandert.
Leons Vater muss in U-Haft
Der Vater des damals sechsjährigen Leon, der vor einem halben Jahr in Österreich ertrunken ist, muss wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft. Das habe das Landgericht Innsbruck entschieden, teilt die Staatsanwaltschaft mit. "Der Mann ist demnach dringend verdächtig, am 28.8.2022 den Buben vorsätzlich getötet und einen Raubüberfall vorgetäuscht zu haben", so die Anklagebehörde.
Der 38-jährige Vater des geistig beeinträchtigten Kindes ist laut Behörden nicht geständig und bleibt bei seiner Darstellung. "Mein Mandant weist die Behauptung der Polizei, er habe seinen Sohn in die hochwasserführende Kitzbüheler Ache geworfen, um ihn von seinem Leiden zu erlösen, entschieden und als völlig absurd zurück", teilt der Anwalt des Verdächtigen mit. Gerade in der Zeit vor dem Vorfall hätten sich der Zustand des Jungen sowie die Betreuungssituation gebessert.
Speicherfüllstände sinken
Die Füllstände der deutschen Gasspeicher nehmen derzeit - wie im Winter üblich - weiter ab. Am Morgen lag der Gesamt-Füllstand bei 69,5 Prozent. Das waren knapp 0,6 Prozentpunkte weniger als am Vortag, wie aus Daten des europäischen Gasspeicherverbandes GIE hervorgeht.
Der größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden verzeichnete einen Füllstand von 84,6 Prozent. EU-weit lag der Füllstand bei rund 61,1 Prozent.
16-Jähriger nach Schüssen in Bramsche gestorben
Ein von einem Schuss aus der Waffe eines 81-Jährigen getroffener 16-Jähriger aus dem niedersächsischen Bramsche ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Schüler sei am Mittwochabend im Krankenhaus gestorben, teilt die Polizei in Osnabrück mit.
Schwere Vorwürfe nach Zugunglück in Griechenland
Nach dem schweren Zugunglück in Griechenland mit mindestens 46 Toten und Dutzenden Verletzten werden schwere Vorwürfe gegen das staatliche griechische Eisenbahnunternehmen OSE erhoben. Medienberichten zufolge hatten Eisenbahngewerkschafter längst vor Unfällen gewarnt, weil das elektronische Leitsystem auf der Strecke Athen-Thessaloniki kaum funktionierte. Das jüngste Schreiben dieser Art ist erst drei Wochen alt, wie die Wirtschaftszeitung "Naftemporiki" schreibt.
Demnach soll es auf der Strecke immer wieder zu kleineren und Fast-Unfällen gekommen sein. "Solange keine Schutzmaßnahmen für die Arbeitsplätze und den sicheren Betrieb und Verkehr der Züge getroffen werden, nehmen die Unfälle kein Ende", heißt es in dem Schreiben vom 7. Februar. Man könne die gefährliche Situation nicht mehr ertragen. "Worauf warten Sie noch, um einzugreifen? Was muss noch passieren?" Der OSE-Chef trat gestern bereits zurück.
Polizei sucht nach Überfall auf Geldtransporter Täter
Unbekannte haben am Morgen einen Geldtransporter in Vorpommern überfallen und Beute in noch unbekannter Höhe gemacht. Wie eine Polizeisprecherin sagt, ereignete sich der Vorfall an der A20-Anschlussstelle bei Gützkow in der Nähe von Usedom.
Verletzt wurde nach bisherigen Ermittlungen niemand. Die Täter sollen den Transporter gestoppt, gewaltsam geöffnet und mit der Beute geflohen sein. Die Fahndung nach den Tätern laufe derzeit großräumig.
Schröder darf in der SPD bleiben
Altkanzler Gerhard Schröder kann trotz seiner umstrittenen Haltung zu Russland Mitglied der SPD bleiben. Auch in zweiter Instanz lehnte ein Schiedsgericht den Antrag mehrerer Gliederungen der Partei, ihn auszuschließen, ab.
Schröder steht vor allem wegen seiner Mitarbeit für russische Staatsunternehmen und seiner mangelnden Distanzierung vom russischen Angriff auf die Ukraine in der Kritik.
Grüne springen FDP bei E-Fuels bei
Ausgerechnet: Verkehrsminister Volker Wissing bekommt in seinem Widerstand gegen ein pauschales Zulassungsverbot neuer Verbrenner ab 2035 in der EU Unterstützung vom grün geführten Wirtschaftsministerium. Wirtschaftsstaatssekretär Sven Giegold sagte am Rande eines EU-Treffens in Brüssel: "Wir haben immer gesagt als Deutschland: Wir unterstützen das Aus für alte, konventionelle Verbrennungsmotoren, wir wollen aber außerhalb der Flottengrenzgrenzwerte, also außerhalb dieses Gesetzes, eine Lösung für solche Verbrennungsmotoren, die nur mit nachhaltigen E-Fuels betrieben werden."
Die EU-Kommission müsse jetzt alle Koalitionspartner davon überzeugen, dass derlei Maßnahmen betrieben würden, forderte Giegold.
Berichte: Polizei fahndet nach Rapper Travis Scott
Dem US-Rapper Travis Scott wird laut Medienberichten vorgeworfen, den Tontechniker eines New Yorker Nachtclubs mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Die Polizei von New York City suche Scott deshalb, der außerdem einen Lautsprecher und eine Videoleinwand im Wert von 12.000 Dollar beschädigt haben soll. Dessen Anwalt weist die Vorwürfe zurück. Er arbeite mit dem Nachtclub und den Behörden zusammen.
Kind "überfällt" Sparkasse bei Hannover - Polizei ermittelt
Ein etwa zehn Jahre altes Kind hat gestern Mittag in einer Sparkassen-Filiale in Garbsen bei Hannover Geld gefordert - und mit Gewalt gedroht. Über einen entsprechenden Notruf berichtet der NDR. Die Mitarbeiter rückten aber demnach ebenso wenig Bares heraus wie der kleine "Räuber" - ob Junge oder Mädchen, ist unklar - seine Drohung in die Tat umsetzte. Das Kind rannte weg und hinterließ einen Koffer, in dem keine gefährlichen Gegenstände gefunden wurden.
Trotzdem ermittelt dem Bericht zufolge die Polizei wegen schwerer räuberischer Erpressung. Die Beamten wollen etwa herausfinden, ob das Kind angestiftet wurde, zum Beispiel von einem Erwachsenen. Maskiert war es mit einer OP-Maske.
Wärmepumpen lassen bis zu 1,5 Jahre auf sich warten
Während Klimaschutzminister Robert Habeck ehrgeizige Pläne für klimafreundlicheres Heizen verfolgt, müssen Kunden derzeit bis zu anderthalb Jahre auf die Lieferung einer Wärmepumpe warten. "Es gibt zurzeit einen Engpass bei Wärmepumpen - dies liegt in erster Linie an der rasant gestiegenen Nachfrage aufgrund der geopolitischen Lage", zitiert die "Bild"-Zeitung den Bundesverband Wärmepumpen. Daher lägen die Wartezeiten derzeit bei sechs bis 18 Monaten. Der Verband rät zu einer langfristigen Planung für den Heizungstausch.
Mehrere Verletzte nach Turbulenzen deutscher Flieger
Sowohl die Lufthansa als auch Condor berichten über Turbulenzen auf ihren Flügen. Während eines Fluges einer Condor-Maschine von Frankfurt nach Mauritius wurden demnach mehrere Menschen verletzt. Insgesamt seien rund 20 Verletzungen bei Fluggästen und Crew-Mitgliedern gemeldet worden, sagt eine Condor-Sprecherin. Die Menschen würden medizinisch untersucht. Einige hätten Prellungen.
Eine Lufthansa-Maschine auf dem Weg aus Texas nach Frankfurt geriet sogar in derart schwere Turbulenzen, dass sie außerplanmäßig in Washington landen musste. Wie die Lufthansa berichtet, wurden dabei einzelne Menschen leicht verletzt.
Elon Musk schon wieder vom Thron der Reichsten gestoßen
Das ging schnell: Nur zwei Tage, nachdem Tesla-Chef Elon Musk in der Rangliste der reichsten Menschen wieder auf Platz eins rückte, muss er die Position schon wieder abgeben. Laut dem "Billionaires Index" des Finanzinformationsdienstes Bloomberg hat nun wieder der Franzose Bernard Arnault die Nase vorn.
Dessen Vermögen ist demnach mit aktuell rund 186 Milliarden Dollar um etwa zwei Milliarden größer als das von Musk. Arnaults Reichtum basiert vor allem auf seinem Anteil am Luxusgiganten LVMH, zu dem zahlreiche Traditionsmarken wie Louis Vuitton gehören.
CO2-Ausstoß hoch wie nie - aber niedriger als befürchtet
Die Energiekrise ließ noch Schlimmeres befürchten, freuen können wir uns angesichts dieser Zahlen trotzdem nicht: Die weltweit energiebedingten CO2-Emissionen sind im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 36,8 Milliarden Tonnen gestiegen.
Wie die Internationale Energieagentur mitteilt, liegt der Wert immerhin unter den Erwartungen, da der Aufschwung grüner Energiequellen teilweise den höheren Verbrauch von Öl und Kohle ausglich. Die energiebedingten Emissionen seien jedoch auf einem "unhaltbaren Wachstumskurs" und trieben den Klimawandel weiter an.
"Tribute von Panem"-Darstellerin: Wurde bei Dreh sexuell missbraucht
Jena Malone wurde bei den Dreharbeiten für die "Tribute von Panem"-Filmreihe nach eigenen Angaben sexuell missbraucht. Das macht die US-amerikanische Schauspielerin, die in drei von vier Teilen die Johanna Mason spielte, bei Instagram öffentlich.
Sie lerne erst jetzt, das Erlebte zu ordnen, schreibt die 38-Jährige. Für sie sei es schwierig gewesen, in der Vergangenheit über ihre Rolle oder über "Die Tribute von Panem" zu sprechen, ohne an das Erlebte zurückerinnert zu werden.
Neue SpaceX-Crew startet zur ISS
Diesmal hat es geklappt: Zwei US-Amerikaner, ein Russe und ein Emirati sind gemeinsam zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die vier Raumfahrer starteten an Bord eines "Crew Dragon" der privaten Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten.
Damit fliegen zum wiederholten Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und den immensen Spannungen zwischen den USA und Russland Raumfahrer beider Länder gemeinsam ins All.
USA liefern Taiwan Waffen für über 600 Millionen Dollar
Ein weiteres Signal Richtung China: Die USA haben eine Waffenlieferung an Taiwan im Umfang von 619 Millionen US-Dollar genehmigt. Es handelt sich um einige Hundert Raketen unter anderem für F-16-Kampfjets sowie Start- und Steuerungssysteme und andere Ausrüstung, wie das Pentagon mitteilt. "Der beantragte Verkauf wird zur Fähigkeit des Empfängers, seinen Luftraum, die regionale Sicherheit zu verteidigen, und zur Interoperabilität mit den USA beitragen."
Das wird heute wichtig
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
nachdem rund 40 Prozent der Argentinier zeitweise keinen Strom hatten und ich Probleme mit meinem Computer, hoffe ich, Sie starten besser in diesen Tag.
Viele Berliner warten auf die Bekanntgabe, wer sie künftig regieren wird. Nach dem Ende der Sondierungsgespräche will die CDU über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen beraten. Der Landesvorstand trifft sich am Abend zu einer Sondersitzung, anschließend will sich Landeschef Kai Wegner äußern, ob die CDU mit SPD oder Grünen Koalitionsverhandlungen aufnehmen möchte. Bisher stehen die Zeichen auf SPD.
Im Berliner Bundestag will Kanzler Olaf Scholz gut ein Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und der damit verbundenen Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik eine Zwischenbilanz ziehen. Der Titel seiner Regierungserklärung: "Ein Jahr Zeitenwende".
Um den Ukraine-Krieg geht es auch beim Treffen der Außenminister der G20-Gruppe, die über die Zukunft internationaler Konfliktlösung beraten. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock verlangt ein klares Signal gegen den russischen Angriffskrieg. Über alle Entwicklungen in dem Krieg halten wir Sie wie gewohnt in unserem Liveticker auf dem Laufenden.
Nach dem geplatzten Start sind in diesen Minuten zwei US-Amerikaner, ein Russe und ein Emirati zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen, an Bord eines "Crew Dragon" der privaten Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk.
Autofahrer, die beim Fahren ihr Handy benutzt haben, wehren sich nun auch noch vor Gericht gegen die Strafe: Vor dem Amtsgericht Trier werden erstmalig Einsprüche gegen Bußgeldbescheide wegen "Handy-Verstößen" am Steuer verhandelt, die aufgrund der Bilder eines neuen "Handy-Blitzers" ergangen sind. Dafür sollen sie ein Bußgeld von je 100 Euro zahlen und einen Punkt in Flensburg bekommen.
Legen Sie Ihr Handy im Auto doch am besten beiseite und passen Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf. Wenn Sie angekommen sind, können Sie alles Wichtige auf ntv.de nachlesen ;) Mein Name ist Christina Lohner und ich halte Sie bis zum Nachmittag auf dem Laufenden. Bei Kritik, Fragen oder Anregungen erreichen Sie mich unter christina.lohner[at]ntv.de. Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Tag!
20 Millionen Argentinier ohne Strom
Auch noch ausgerechnet während einer Hitzewelle mit bis zu 40 Grad: Nach einem Brand an einer Hochspannungsleitung in Argentinien ist in Millionen Haushalten der Strom ausgefallen. Rund 20 Millionen Menschen waren am Mittwoch zeitweise ohne Elektrizität, wie die Zeitung "La Nación" berichtet.
Aus Sicherheitsgründen wurde nach dem Brand im Zentrum des Landes das Kernkraftwerk Atucha I vom Netz genommen. Auch andere Kraftwerke gingen vom Netz. In der Hauptstadt Buenos Aires, der gleichnamigen Provinz sowie in den Provinzen Santa Fe, Córdoba, Mendoza, Tucumán und Salta fiel daraufhin der Strom aus. Insgesamt waren rund 40 Prozent der Argentinier betroffen.