Leben

Tabuthema Sterben Warum wir öfter über den Tod reden sollten

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Der Tod gehört zum Leben (Imago)

(Foto: imago images/Norbert Neetz)

Obschon jeder Mensch eines Tages stirbt, gehört der Tod zu den größten Tabuthemen unserer Gesellschaft. Aus Angst verdrängen wir die Gedanken über die eigene Endlichkeit. Warum wir aufhören müssen, den Tod als letztes großes Scheitern zu sehen.

In Deutschland über den Tod oder das Sterben zu sprechen, ist nach wie vor ein Tabuthema. Gerade jetzt, in der Corona-Krise, wo sich einige nicht einmal von ihren Liebsten verabschieden können, erhält der Umgang mit dem Tod noch einmal eine ganz andere Dimension. Findet er im öffentlichen Diskurs für gewöhnlich kaum statt, sehen wir seit Monaten täglich die Todesstatistiken. Und doch fühlen sie sich, obschon sie bittere Realität sind, abstrakt an. So viele Menschen, die sterben. Der Tod ist nicht nur in dieser Pandemie ein ständiger Begleiter unseres Lebens.

Ditt & Datt & Dittrich

"Ditt & Datt & Dittrich" - das ist der Podcast von ntv Kolumnistin Verena Maria Dittrich und ihrem Hausmeister Ronny direkt aus Berlin-Pankow. Jede Woche sprechen die beiden über ein neues spannendes Thema aus der Unterhaltung, Politik oder dem Leben. Mal humorvoll und mit Gästen, mal über Dinge, die schmerzen - doch immer aus dem Herzen.

Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Kopieren Sie die Feed-URL und fügen Sie "Ditt & Datt & Dittrich" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Dennoch ist der Umgang mit der unabwendbaren Endlichkeit aktuell schwieriger denn je. Hilflosigkeit, Verzweiflung und Ängste sorgen dafür, die Gedanken über den Tod zu verdrängen, frei nach dem Motto: Das Sterben totschweigen. Viele geraten bei dem Gedanken an den Tod regelrecht in Panik. Die Vorstellung des Verlustes eines Elternteils zum Beispiel schnürt vor allem jungen Menschen regelrecht die Kehle zu. Das Skurrile an unserem Umgang mit der Sterblichkeit: In der Unterhaltung wird sie akzeptiert, dient zum Spannungsbogen eines guten Krimis. Doch in der Wirklichkeit wollen wir weder den Tod noch die Gedanken an ihn an uns heranlassen, aus Angst, sie könnten uns zu sehr belasten. Dabei wird - nicht nur von Bestattern oder Sterbebegleitern - immer wieder betont, wie wichtig es ist, sich mit dem Tod und dem eigenen Sterben auseinanderzusetzen.

Dem Tod entkommt keiner

Menschen sind oft der Meinung, Gespräche über Tabuthemen wie dem Ende des Lebens würden sich wie eine bleierne Decke über einen sonnigen Tag legen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Oft können sie dazu führen, dem Tod seine Schwere zu nehmen. Der Tod gehört zum Leben. Wir alle müssen eines Tages sterben. Oder wie Heiner Geißler einst sagte: "Der Tod ist demokratisch. Von hundert Menschen sterben hundert."

Stattdessen versetzt uns die Vorstellung vom eigenen Ableben oder dem eines geliebten Angehörigen in Schrecken. Doch um diesen Urängsten entgegenzutreten, müssen wir den Tod in unser Leben lassen, ihn enttabuisieren. Indem wir über ihn reden. Indem wir ihn eher zu einem Teil der Gesellschaft machen, als ihn aus selbiger zu verbannen.

Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je, Ängste und Sorgen ob der Endlichkeit des eigenen Lebens die Macht zu nehmen. In der neuen Podcast-Folge von "Ditt & Datt & Dittrich" sprechen Verena Dittrich und Ronny Rüsch über ihre ganz persönlichen Erfahrungen im Umgang mit dem Tod, denn es ist, wie Rüsch sagt, "absolut illusorisch zu glauben, dem Tod zu entkommen, indem man sich nicht mit ihm befasst. (…) Wir können den Tod nicht beherrschen, und wir müssen auch nicht den ganzen Tag über den Tod reden. Aber wir müssen lernen, ihn nicht als Bedrohung zu betrachten, sondern als Motivation unser Leben noch intensiver zu leben."

Warum wir als Gesellschaft damit aufhören müssen, den Tod als letztes Scheitern zu sehen: jetzt im ntv-Podcast "Ditt & Datt & Dittrich".

Quelle: ntv.de