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Grünes Getränk für schöne Haut Was ist dran am Chlorophyll-Hype?

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Beauty-Influencer haben etwas Neues entdeckt.

(Foto: imago images/rubisco)

Mit Chlorophyll versetztes Wasser zu trinken, ist in den sozialen Netzwerken seit ein paar Wochen der letzte Schrei. Der Pflanzenstoff soll einen positiven Effekt auf die Haut haben. Eine Dermatologin erklärt, ob das grüne Getränk tatsächlich das Wundermittel ist, als das es angepriesen wird.

Wer in den vergangenen Wochen auf der Social-Media-Plattform Tiktok unterwegs war, dürfte an diesem Trend nicht vorbeigekommen sein: Beauty-Influencer trinken jetzt Chlorophyll-Wasser. Was das Ganze bringen soll? Die grünen Tropfen, die mit Wasser vermischt werden, sollen sich positiv auf die Haut auswirken und ein Wundermittel gegen Hautunreinheiten sein. Aber auch auf die Organe soll Chlorophyll eine positive Wirkung haben. Nur ein Glas Wasser mit Chlorophyll-Tropfen täglich soll schon nach kurzer Zeit Veränderung bringen. Was steckt wirklich hinter dem Hype?

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Pflanzen benötigen Chlorophyll für die Fotosynthese.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Chlorophyll dürfte den meisten Menschen noch aus dem Biologieunterricht ein Begriff sein. Dabei handelt es sich um den Farbstoff, den Pflanzen bei der Fotosynthese für die Energiegewinnung nutzen. Die Dermatologin Michaela Axt-Gadermann erklärt, dass äußerlich angewendetes Chlorophyll leichte entzündungshemmende Effekte hat und das Wachstum von Aknebakterien hemmen kann.

Es gibt auch einen natürlichen Weg

Wie viele andere Pflanzenstoffe hat auch Chlorophyll antioxidative Effekte und schützt so vor freien Radikalen, erklärt die Dermatologin weiter. "Häufig lassen sich durch sekundäre Pflanzenstoffe auch antiinflammatorische Effekte erzielen." Der antioxidative Stress lasse sich durch die Einnahme von Chlorophyll messbar senken und habe sogar gewisse krebshemmende Effekte. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Chlorophyll sich positiv auf die Darmflora auswirken kann und möglicherweise eine Gewichtsreduktion unterstützen kann.

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Der antioxidative und entzündungshemmende Effekt von Chlorophyll führt laut Axt-Gadermann dazu, dass freie Radikale im Körper reduziert werden. Diese sind für Alterungsvorgänge der Haut und der Organe verantwortlich sowie Krankheiten wie Krebs oder Arterienverkalkung. Vor allem grüne Pflanzenstoffe wie Chlorophyll können hier gegenwirken.

Laut Axt-Gadermann muss man aber nicht unbedingt auf den Trend-Zug aufspringen und viel Geld in Chlorophyll-Tropfen investieren: "Der natürliche Weg, diese Pflanzenstoffe aufzunehmen, ist es, pflanzliche Kost wie Grünkohl, Spinat, Brennnesseln oder andere grüne Blattgemüse zu verzehren." Hoch dosierte Chlorophyllpräparate könnten schädlich für den Körper sein, so die Einschätzung der Dermatologin. "Der Körper braucht Chlorophyll nur in Spuren und in einem ausgewogenen Verhältnis mit anderen Pflanzenstoffen."

Quelle: ntv.de, kse/spot

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