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Vorwurf der Körperverletzung ASAP Rocky in Stockholm vor Gericht

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Hat er sich nur verteidigt oder doch offensiv zugeschlagen? ASAP Rocky.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Weder Justin Bieber noch Kim Kardashian noch Donald Trump konnten das verhindern: Dem Rapper ASAP Rocky wird in Stockholm der Prozess gemacht. Er soll in Schweden einen Mann geschlagen haben. Dass es dazu kam, streitet der Musiker nicht ab. Er spricht jedoch von "Selbstverteidigung".

Knapp einen Monat nach der Inhaftierung des US-Rappers ASAP Rocky wegen einer Straßenschlägerei in Schweden hat sein Prozess vor einem Stockholmer Gericht begonnen. Der 30-jährige Musiker, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, muss sich wegen Körperverletzung verantworten. Auch zwei seiner Begleiter sind angeklagt. Zum Auftakt des Prozesses wies der Rapper den Vorwurf zurück.

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Zum Prozess erschien auch ASAP Rockys Mutter Renee Black (M.).

(Foto: imago images / TT)

ASAP Rocky gebe zu, den Kläger zu Boden gestoßen, auf seinen Arm getreten und ihm gegen die Schulter geschlagen zu haben, sagte der Anwalt des Musikers, Slobodan Jovicic, zum Prozessauftakt. Es handele sich jedoch nicht um Körperverletzung, sondern um einen Akt der "Selbstverteidigung".

"Ein Ass im Ärmel"

Einer der Anwälte der drei Angeklagten, Martin Persson, kündigte an, neue Beweise anzuführen. "Wir haben ein Ass im Ärmel", sagte er der schwedischen Zeitung "Aftonbladet". Die Angeklagten hätten aus Notwehr gehandelt. "Wir werden zeigen, dass keine Flasche angewendet wurde, um jemanden zu schlagen oder zu verletzen", so Persson im Schwedischen Fernsehen SVT.

Für das Verfahren hat das Gericht drei Tage angesetzt. Auch ASAP Rockys Mutter Renee Black ist für die Verhandlung angereist.

Trump griff zum Telefon

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"Lasst ASAP Rocky sofort frei", steht auf dem Poster, das vermutlich Personen aus dem Dunstkreis des Musikers vor dem Gericht in Stockholm angebracht haben.

(Foto: imago images / TT)

Der Rapper war am 30. Juni in Stockholm nach einem Konzert an einer Schlägerei beteiligt. Er wurde wenige Tage später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Handy-Aufnahmen zeigen, wie der Rapper einen jungen Mann zu Boden schleudert und auf ihn einschlägt. Der New Yorker Musiker gibt an, er habe in Notwehr gehandelt, da er von dem Kläger belästigt und provoziert worden sei.

Der Vorfall sorgte vor allem in den USA für Aufsehen. ASAP Rockys Fans, Kollegen aus der Musikszene wie Justin Bieber, Showgrößen wie Kim Kardashian und Politiker bis hin zu US-Präsident Donald Trump setzten sich für den Rapper ein. Trump ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung und forderte sogar in einem Telefonat mit Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven die Freilassung des Sängers.

Die Regierung in Stockholm wies jedoch wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin - auch im Gespräch mit Trump. "Ich war sehr deutlich, dass das schwedische Justizsystem nicht verhandelbar ist - egal wer anruft oder twittert", sagte Löfven im Interview mit der Zeitung "Allehanda".

Quelle: n-tv.de, vpr/AFP/dpa

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