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Überraschungserfolg in Cannes Diane Kruger als beste Schauspielerin geehrt

Fatih Akins NSU-Drama "Aus dem Nichts" wird in Cannes gefeiert: Für Hauptdarstellerin Diane Kruger ist es die erste Rolle, die sie in ihrer Muttersprache spricht. Und das wird belohnt. Kruger gewinnt den Preis als beste Schauspielerin.

Die Deutsche Diane Kruger ist beim Filmfestival Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden. Sie wurde für ihre Leistung in Fatih Akins NSU-Drama "Aus dem Nichts" geehrt. In dem Film spielt sie eine Frau, die bei einem Bombenanschlag ihren kurdischen Mann und den kleinen Sohn verliert. Für den in Niedersachsen geborenen Hollywoodstar ist es die erste Rolle auf Deutsch.

Kruger nahm den Preis sichtlich gerührt entgegen und widmete ihn den Terroropfern und deren Angehörigen. Es ist der erste Preis für eine deutsche Schauspielerin seit 1986, als Barbara Sukowa für "Rosa Luxemburg" von Margarethe von Trotta gewann.

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht derweil an die schwedische Gesellschaftssatire "The Square" von Ruben Östlund. Das Werk erzählt von einem Museumskurator, dessen Leben außer Kontrolle gerät, als er sein Handy verliert. Regisseur Ruben Östlund wirft dabei Fragen zu Moral, Männlichkeit und Bigotterie der bürgerlichen Schicht auf. Es ist die erste Goldene Palme für Schweden.

Preis für beste Regie geht an Coppola

Mit dem Großen Preis der Jury, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals, wurde das Aids-Drama "120 battements par minute" des Franzosen Robin Campillo gewürdigt. Der Jurypreis ging an den Russen Andrej Swjaginzew für sein Familiendrama "Nelyubov (Loveless)". Für die beste Regie vergab die Jury den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für ihr Historienstück "Die Verführten".

Die Auszeichnung für das beste Drehbuch verlieh die Jury an zwei Filme: Die Griechen Giorgos Lanthimos und Efthimis Filippou gewannen mit dem Psychothriller "The Killing of a Sacred Deer" mit Nicole Kidman und Colin Farrell - während die Schottin Lynne Ramsay für ihren Thriller "You Were Never Really Here" ausgezeichnet wurde. Ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix wurde als bester Schauspieler geehrt.

Die Preise wurden von einer internationalen Jury unter Vorsitz des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar verliehen. Eines der Mitglieder ist die deutsche Regisseurin Maren Ade, die im vergangenen Jahr mit "Toni Erdmann" selbst im Wettbewerb lief. Auch Will Smith, Paolo Sorrentino und Jessica Chastain sind in der Jury dabei.

Quelle: ntv.de, jug/dpa