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Daron Malakian wurde mit System Of A Down berühmt.
Daron Malakian wurde mit System Of A Down berühmt.(Foto: imago/ZUMA Press)
Dienstag, 21. November 2017

"Sehr traurig" über Mansons Tod: Empörung über "System Of A Down"-Musiker

Charles Manson geht als Killer, Psychopath und Sektenguru in die Geschichte ein. Und als Popikone - trotz oder gerade wegen seiner Bösartigkeit. Dass "System Of A Down"-Gitarrist Daron Malakian Mansons Tod nun öffentlich betrauert, erhitzt dennoch die Gemüter.

Charles Manson ist tot. Der Mann, der mehrere Menschen bestialisch ermorden ließ, der seine ihm verfallenen Anhänger grausam unterdrückte und der bis zu seinem Tod keine Spur von Reue zeigte. Doch die Faszination, die der Killer, Rassist und Sektenguru auf manche Menschen ausübte, scheint trotzdem noch immer ungebrochen. Das belegen nun die Aussagen von Daron Malakian, seines Zeichens Gitarrist und Songschreiber bei den Alternative-Rockern System Of A Down.

"Sehr traurig, die Nachricht von Charles Mansons Tod zu hören. Während ich das 'Toxicity'-Album schrieb, waren Mansons Interviews und Musik ein großer Einfluss für mich als Künstler", schrieb der Musiker auf seiner Facebook-Seite. Dazu postete er ein Foto, auf dem er ein T-Shirt mit dem Konterfei Mansons trägt. Immerhin schob der 42-Jährige hinterher: "Mein Interesse galt der Art, wie er seine Gedanken und seinen Blick auf die Gesellschaft artikulierte, nicht seinen Morden."

"Manson war ein Genie"

Dennoch handelte sich Malakian damit unweigerlich einen Shitstorm ein. "Sein 'Blick auf die Gesellschaft' war es, einen Rassenkrieg anzuzetteln, indem er unschuldige Leute umbrachte, weil sie weiß und reich waren", wetterte etwa eine Kommentatorin. Ein anderer erklärte: "Kumpel, tu das nicht. Es gibt keinen Grund, Fan eines Mannes zu sein, der fähig ist, eine schwangere Frau zu ermorden." Und eine dritte Nutzerin ist womöglich nicht länger ein System Of A Down-Fan: "Dieser einzige Post hat gerade meine Meinung über die Lieblingsband meiner Kindheit geändert."

In diversen Antworten auf die Kommentare versuchte Malakian, seinen Ursprungspost zu erklären und zu relativieren. "Wenn Manson nur ein Idiot gewesen wäre, der Menschen ermordete, würde er mich in keinster Weise inspirieren", schrieb er etwa. Und: "Ich rechtfertige Morde oder Mörder in keiner Art, Weise oder Form!" Zugleich betonte er jedoch erneut die Faszination, die von Manson nicht nur als Songwriter ausgegangen sei. "Manson war ein Genie, der seine Gedanken sehr clever artikulieren konnte", schrieb Malakian und griff zu einem gewagten Vergleich: "Manchmal tun talentierte Menschen schlechte Dinge. O. J. Simpson zum Beispiel hat seine Frau getötet, was schrecklich ist. Aber man kann nicht bestreiten, dass er einer der besten Football-Spieler auf der Welt war."

"Zu viele Drogen, Daron"

Die Gemüter damit zu beruhigen, gelang eher nicht. "Also, ... du bist armenischer Abstammung und denkst, dass der Führer eines Mord-Kults mit einem tätowierten Symbol für Massenvernichtung auf der Stirn ein Genie ist, weil er ein paar gute Songs geschrieben hat", ätzte etwa ein Nutzer in Richtung Malakian, während ein anderer mutmaßte: "Zu viele Drogen, Daron."

Tatsächlich ist der Gitarrist von System Of A Down jedoch nicht der einzige, der trotz oder gerade wegen dessen Bösartigkeit eine gewisse Bewunderung für Manson hegt. So hinterließ der Killer in der Popwelt schon zu Lebzeiten Spuren. 1993 coverten etwa Guns N' Roses Mansons Song "Look At Your Game Girl". Schockrocker Marilyn Manson wiederum nutzte für sein Pseudonym den Namen des Mörders, um den aus seiner Sicht größtmöglichen Gegensatz zu erzeugen - zwischen der Bestie Charles Manson und Everybody's Darling Marilyn Monroe.

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Quelle: n-tv.de

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