Unterhaltung

Provokant und schockierend Horrorfilm "Titane" gewinnt "Goldene Palme"

Neon.jpg

Mit "Titane" triumphiert ein wildes und bizarres Werk in Cannes.

(Foto: Neon)

Ein feministisches Horrordrama ist der große Gewinner bei den Filmfestspielen in Cannes. "Titane" begeistert sein Publikum mit provokanten Bildern und schreibt mit seiner Regisseurin Julia Ducournau auch noch Geschichte.

Die Goldene Palme in Cannes geht in diesem Jahr an den französischen Film "Titane". Die Jury kürte das Fantasy-Drama der Französin Julia Ducournau zum besten Film des diesjährigen Wettbewerbs. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Filmfestivals geht die Goldene Palme damit an eine Frau - 1993 hatte Jane Campion für "Das Piano" die Auszeichnung erhalten.

88b69dcd9491714e2918f3b8215703b0.jpg

Julia Ducournau hat erst bei zwei Filmen Regie geführt.

(Foto: AP)

"Titane" ist erst der zweite Spielfilm von Ducournau. Immerhin legt die Französin damit eine wilde Tour de Force vor, fordert ihr Publikum in mehrfacher Hinsicht heraus und erzählt von einer selbstbewussten jungen Killerin. Im Mittelpunkt von "Titane" steht Alexia. Wenn ihr ein Mann zu aufdringlich wird, sticht sie ihm ihre spitze Haarnadel durchs Ohr in den Schädel. Auch andere, die ihr in die Quere kommen, werden umgebracht.

Nach Sex mit (genau: mit!) einem Auto wird sie schwanger, und um der Polizei zu entfliehen, gibt sie sich als vor langer Zeit verschwundener Sohn eines Feuerwehrchefs aus. Es ist ein Fantasy-Horrorfilm mit klaren feministischen Aspekten, der toxische Männlichkeit an den Pranger stellt und mit seinen Bildern provoziert und schockiert.

Spike Lee wirbelt Preisverleihung durcheinander

Jury-Präsident Spike Lee sorgte für eine Überraschung, als er gleich zu Beginn der Gala die Preisträgerin der Goldenen Palme verkündete. Eigentlich sollte er als Erstes den Preis für den besten männlichen Darsteller bekannt geben. Dieser geht an den US-Schauspieler Caleb Landry Jones für seine Rolle als junger Mann mit Borderlinesyndrom in dem australischen Film "Nitram" über das schlimmste Massaker in der Geschichte Australiens.

Als beste weibliche Darstellerin wurde die Norwegerin Renate Reinsve für ihre Rolle in "The Worst Person in the World" des norwegischen Regisseurs Joachim Trier ausgezeichnet. Mit der Goldenen Ehrenpalme war bereits zu Beginn des Festivals die zweifache Oscar-Gewinnerin Jodie Foster aus den USA geehrt worden.

In diesem Jahr standen 24 Filme an der Côte d'Azur im Wettbewerb, bei vier von ihnen führten Frauen Regie. Die Festspiele fanden unter Corona-Auflagen statt, nachdem sie im vergangenen Jahr ausfallen mussten. Zuletzt hatte 2019 der südkoreanische Regisseur Bong Joon Ho die Goldene Palme für seinen Film "Parasite" erhalten.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.