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Traum eines "Glass"-Stars "Ich würde gerne andere Menschen geil machen"

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Samuel L. Jackson, James McAvoy und Bruce Willis (v.l.n.r.) stellen sich in einer Superhelden-Gruppentherapie den Fragen ihrer Psychiaterin.

(Foto: Jessica Kourkounis/Universal Pictures)

Nach "Unbreakable" und "Split" findet die Geschichte von drei ungewöhnlichen Superhelden mit "Glass" ihr definitives Ende. Regisseur und Hauptdarsteller haben im Interview mit n-tv.de verraten, welche Superkraft ihnen gefallen würde.

Im Jahr 2000 legte Drehbuchautor und Regisseur M. Night Shyamalan mit "Unbreakable - Unzerbrechlich" den ersten Teil seiner Superhelden/Superschurken-Trilogie vor, der er stolze 16 Jahre später mit "Split" eine erste Fortsetzung angedeihen ließ.

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Nun läuft mit "Glass" das Finale der sogenannten "Eastrail 177"-Trilogie im Kino, in dem es ein Wiedersehen mit dem titelgebenden Mr. Glass alias Samuel L. Jackson, dem unverwüstlichen David Dunn, gespielt von Bruce Willis, sowie der von James McAvoy verkörperten "Bestie" Kevin Wendell Crumb gibt.

n-tv.de hat Jackson, McAvoy und die deren Psychiaterin Dr. Ellie Staple mimende Sarah Paulson sowie Autor und Regisseur Shyamalan in London getroffen und mit ihnen über die Rückkehr alter Bekannter und die besten Superkräfte fürs Privatleben gesprochen.

Mr. Shyamalan, wann genau war Ihnen klar, dass es nach "Unbreakable" einen zweiten und schließlich noch einen dritten Superhelden-Film aus Ihrer Feder geben wird?

M. Night Shyamalan: Tatsächlich kam diesbezüglich viel Druck von außen, und ich habe mich nicht immer wohl bei dem Gedanken gefühlt. Ich wollte die Trilogie nicht einfach nur machen, weil die Möglichkeit dazu bestand. Einen guten Film zu machen, bedeutet für mich, dabei ganz ehrlich zu sein. Dann hat sich alles aber doch ganz organisch entwickelt, denn ich wollte Kevin Wendell Crumb unbedingt auf die Leinwand bringen. Als das mit "Split" passierte und vom Publikum gut angenommen wurde, fühlte ich die Zeit gekommen, die Geschichte über den Glauben an sich selbst zu Ende zu erzählen.

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Regisseur M. Night Shyamalan bei der Arbeit.

(Foto: Jessica Kourkounis/Universal Pictures)

Was wäre gewesen, wenn auch nur einer der drei Darsteller seine Teilnahme am Finalfilm verweigert hätte?

Shyamalan: Dann hätte ich ihn nicht gemacht. 

Wie fühlt es sich an, dieses langwierige Projekt nun abgeschlossen zu haben?

Shyamalan: Es ist beängstigend, jetzt wieder vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen. Das Gute an meinem Job ist, dass ich mich zwei Jahre lang auf ein Projekt konzentriere und dann das nächste kommt. Das bedeutet aber auch, dass man eine lange Zeit sehr eng mit bestimmten Leuten arbeitet und schließlich wieder bei Null anfängt. Ich habe zwar schon einige Ideen für die Zukunft, trotzdem spüre ich gerade vor allem Angst, weil ich mich für eine von ihnen entscheiden und die dann weitere zwei Jahre verfolgen muss.

Wie waren Ihre Reaktionen auf Mr. Shyamalans Idee, Dunn, Glass und Crumb in einem Film zusammenzubringen?

Samuel L. Jackson: Night erzählte mir von "Split" und wollte, dass ich mir den Film ansehe, allerdings ohne mir zu sagen, warum. Am Ende ahnte ich es dann schon, und hielt es für eine gute Idee. Also sagte ich ihm, dass ich an Bord bin.

James McAvoy: Erstmal war ich überrascht, denn Night erzählte mir davon, als wir gerade noch "Split" drehten. Ich fand das sofort super, aber wir mussten erstmal abwarten, ob das Sequel funktioniert und Geld einspielt. Davon war abhängig, ob es "Glass" geben würde. Also habe ich den Gedanken damals zunächst beiseite geschoben. Dass das dann tatsächlich geklappt hat, ist natürlich toll.

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Dr. Ellie Staple nimmt sich wieder einmal Elijah Price alias Mr. Glass zur Brust.

(Foto: Jessica Kourkounis/Universal Pictures)

Sarah Paulson: Ich habe beide vorherigen Filme im Kino gesehen und war schon immer ein Fan von M. Night Shyamalan. Bei der Schlussszene von "Split", in der David Dunn auftaucht, ist der ganze Saal ausgeflippt. Meine Begleitung musste mir den Gag erstmal erklären, wenn ich ehrlich bin. Er sagte mir, dass "Split" eben eine Fortsetzung von "Unbreakable" sei. Die Idee fand ich einfach genial. Ich musste also nicht lange überlegen, als Night mich fragte, ob ich Dr. Staple spielen möchte.

Mr. Jackson, für Sie und Mr. Willis waren die Dreharbeiten eine Art Klassentreffen mit einigen neuen Gesichtern. Wie hat sich das angefühlt?

Jackson: Die Energie am Set war toll. Bruce und ich haben natürlich eine lange Geschichte, die uns verbindet. Und James McAvoy in "Split" zu sehen, war schon beeindruckend. Direkt mit ihm in einem Raum zu sein, wenn er von einer Persönlichkeit zur anderen switcht, das war aber doch noch mal etwas Besonderes. Insgesamt war die Arbeit an diesem Film ein enorm kreativer Prozess für alle Beteiligten.

Wieder in die Rolle des Elijah Price alias Mr. Glass zu schlüpfen - war das wie nach Hause kommen?

Jackson: Glass sitzt quasi seit 18 Jahren in der Psychiatrie. Erstmal ging es für mich also darum, mich mit dem auseinanderzusetzen, was ihm in dieser Zeit dort angetan wurde. Dieser Ansatz hat es zu einer neuen Erfahrung gemacht. Er lebt in einer - wie ich es nenne - 'aktiven Isolation', denn er weiß trotz allem genau, was draußen vor sich geht und wer die zwei sind, die jetzt eingeliefert werden. Nur ahnt das niemand. Glass ist bereit, loszulegen, und er hat einen ausgefeilten Plan.

Mrs. Paulson, welchen Bezug hatten sie vor dem Dreh zu Superhelden ganz allgemein?

Paulson: Ich bin nicht wirklich ein Fan von Comic-Verfilmungen, aber immer, wenn ich mal eine gesehen habe, hatte ich Spaß dabei. Es ist aber eben nicht so ganz meine Welt, auch wenn die Marvel-Filme sicherlich ganz toll sind. Aber "Glass" hat einfach einen anderen Ansatz, denn die Geschichte ist viel mehr in der Realität verankert, und das macht ihre Magie aus. Sie stellt die Frage, was möglich ist, wozu wir alle fähig sind. Und das ist in diesem Genre meines Wissens nach einzigartig.

Mr. McAvoy, was war die größte Herausforderung dabei, einen Mensch mit einer solch massiven Persönlichkeitsspaltung zu spielen? Immerhin verkörpern sie neben Kevin noch Patricia, Dennis, Hedwig, Barry und einige mehr. Oder war die größere Challenge am Ende die Körperlichkeit des "Biests"?

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Für das "Biest" musste James McAvoy körperlich nochmal eine Schippe drauf legen.

(Foto: Jessica Kourkounis/Universal Pictures)

McAvoy: Die Darstellung des "Biests" war für mich dieses Mal tatsächlich weitaus anstrengender als der schnelle Wechsel zwischen den Persönlichkeiten. Das hat mir eher großen Spaß bereitet. Das "Biest" ist in "Glass" aber noch körperlicher als in "Split". Es ist fast wie ein Alien, auf jeden Fall nicht menschlich. Es verhält sich so irre und bewegt sich fast artistisch, darin lag die größte Herausforderung.

Wenn Sie sich eine Superkraft aussuchen dürften, welche hätten Sie gern und warum?

Paulson: Wenn ich jetzt sage, ich würde mich gerne unsichtbar machen können, wirft das sicher ein schlechtes Licht auf mich. Dann wird man doch sofort verdächtigt, andere Menschen unbemerkt nackt sehen zu wollen. Gedanken lesen zu können, wäre sicher auch interessant. Dann wüsste ich immer, was die Leute wirklich über mich denken. Das ist in manchen Momenten sicherlich hilfreich, kann aber auch sehr schmerzhaft sein. Deswegen würde ich mich lieber fürs Teleportieren entscheiden. So könnte ich für ein Frühstück mit Croissant mal eben nach Paris reisen und säße wenig später schon wieder zu Hause auf meinem Sofa. Das würde mir gefallen.

McAvoy: Diese Frage habe ich in den letzten Jahren häufiger gehört, immerhin habe ich ja auch mehrfach den "X-Men"-Charakter Professor Charles Xavier gespielt. Mir würde die Fähigkeit gefallen, andere Menschen geil zu machen. Also nicht auf mich, sondern aufeinander. Dafür zu sorgen, dass sie sich ineinander verlieben. Das wäre entwaffnend und würde für mehr Frieden in der Welt sorgen.

Shyamalan: Ich fände eine steuerbaren 'Superfokus' gut. Autisten haben die Gabe, sich oft auf ganz bestimmte Dinge zu 100 Prozent fokussieren zu können beziehungsweise zu müssen. Bei gesunden Menschen läuft alles eher kreuz und quer und verschwimmt miteinander. Ein solcher Superfokus wäre nicht nur für meinen Job gut, sondern für das gesamte Leben.

Jackson: Ich wäre wie Sarah fürs Teleportieren. Ich liebe es zu reisen. Die Möglichkeit, sofort und ohne diese langen Wartezeiten am Flughafen, im Flieger selbst und so weiter den Ort wechseln zu können, fände ich praktisch.

Mit Sarah Paulson, M. Night Shyamalan, Samuel L. Jackson und James McAvoy sprach Nicole Ankelmann.

"Glass" läuft seit dem 17. Januar in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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