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"Roc Ritchie Son Of A Bitch" Madonnas Sohn vergreift sich im Ton

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"Lady Madonna, children at your feet, wonder how you manage to make ends meet", sangen schon die Beatles.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Am Ende ist sowieso Mutti schuld: Wenn das Kind Mist erzählt, Hater-Posts schreibt, sich selbst hasst, anderen wehtut, seine Eltern ätzend findet - Mutti hat's versemmelt. Sie war zu streng oder zu locker. In diesem Fall trifft es leider wirklich mal zu.

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Es ist dieser Traum von der Familie, den viele Frauen - und sicher auch einige Männer - träumen. "Girl meets boy" und wenn sie nicht gestorben sind, dann vermehren sie sich noch heute. So sollte es idealtypischerweise sein. Das dachte sich sicher auch Popstar Madonna, als sie im Jahr 2000 den zehn Jahre jüngeren britischen Drehbuchautor und Regisseur Guy Ritchie heiratete, der zum damaligen Zeitpunkt gerade Erfolge mit den schrägen Filmen "Bube, Dame, König, grAS" oder "Snatch" feierte. Sie brachte Tochter Lourdes mit in die Ehe, er höchstwahrscheinlich nur eine Sporttasche.

Im Jahr der Hochzeit wurde dann auch gleich Söhnchen Rocco John Ciccone Ritchie geboren, seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Dass Rocco einmal so starke Geschütze  gegen seine berühmte Mutter auffahren würde - damit hätte niemand gerechnet. Mit dem Posten von "Roc Ritchie Son Of A Bitch" sagt Rocco nun also indirekt, dass er der Sohn einer Schlampe sei - auch wenn "Sonofabitch" im umgangssprachlichen Gebrauch gar nicht so unfreundlich gemeint ist, wie es sich zuerst anhört.

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Cooler als Mama? Schwer ...

(Foto: imago/ZUMA Press)

Anfangs wirkten die vier fast wie eine normale Familie. Okay, Mama ist extrem berühmt, Papa eher nur ein bisschen, aber das schien niemanden zu stören. Nach ihrer Ehe mit Enfant terrible Sean Penn schien Madonna in ruhigeren, sicheren Gefilden angekommen zu sein. Was die Ehe nachher schließlich zerstörte, darüber kann nur spekuliert werden. War es doch ihr größerer, weltweiter Erfolg? War es eine gewisse Egozentrik, die von der erfolgsverwöhnten Sängerin ausging? Oder war Guy doch nur ein Pimpf, der mit dem Ikonen-Status seiner Frau nicht klarkam? Doch eine Provokateurin zu sein schien ihr immer schwerer zu fallen: Der Grad zwischen "Ich zeig's euch, ihr Spießer" und sich selbst lächerlich zu machen wurde für Madonna immer schwerer.

Statt sich in dem neuen Lebensabschnitt zumindest vorübergehend mal einzurichten, schien Madonna immer weiter zu suchen. Und wenn es schon nicht der berufliche Erfolg sein sollte, dann bitte der private.

Mama ist peinlich

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Der Anheizer von Mama?

(Foto: imago stock&people)

Grundsätzlich eine gute Idee daher: Madonna adoptiert ein Kind. Sie fand den kleinen David aus Malawi, ein paar Jahre später und ohne Guy dann noch ein Mädchen, Mercy. Alles unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Das Heranwachsen der Kinder? Unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Mama und ihre Lover? Ebenso. Wie trägt Lourdes die Haare, wann muss Rocco nachts zu Hause sein und wie groß sind eigentlich die Adoptivkinder inzwischen? All das, inklusive Tanz-Videos der Kleinen und Lourdes' erste Fluppe auf Instagram und ähnlichen Kanälen. Plus - und das kann sich kein Jugendlicher von seiner Mutter gefallen lassen - "Schwanzwitze" der Mutter über ihren Sohn. Zum Eklat zwischen beiden soll es gekommen sein, weil sie ein Video auf Instagram postete. Darin zu sehen: Rocco, der in einer Badehose aus dem Stand einen Flickflack springt. Doch statt ihn zu loben, witzelt die 57-Jährige: #nosausage - also "kein Schwanz". So geht das echt nicht, Mudda!

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Da (2007) war die Welt noch in Ordnung - der Versuch von Normalität.

(Foto: imago stock&people)

Das Harte an so flippigen Müttern wie Madonna, die mit ihrer Musik, ihren Auftritten, ihren Foto-Bänden und ihrer zur Schau gestellten Sexualität immer wieder aneckt: Solche Mütter haben dermaßen strenge Regeln für ihre Kinder, dass denen oft nichts als die Flucht bleibt. Während Madonna also in ihren Videos lasziv an Flaschenhälsen lutscht und sich selbst nackt oder nur mit einem Hauch von Leder auf Tischen, in Kirchen und zwischen mehreren Männern und Frauen räkelt, erwartet sie von ihren heranwachsenden Kindern äußerste Disziplin, wozu selbstverständlich gehört, gut in der Schule zu sein, sich makrobiotisch zu ernähren und pünktlich ins Bett zu gehen, no drugs, no alcohol! Klar - sie will schließlich auch nur, dass die Kinder es mal besser haben.

Sorgerechtsstreit á la Ciccone

Das kann so aber nicht klappen! Fand auch Rocco und setzte sich während der Tour seiner Mutter, auf der er sie oft begleitete, bereits vor Weihnachten zu seinem Vater nach England ab. Der ist wieder verheiratet, hat drei weitere Kinder und ermöglicht dem Jungen ein Leben fernab des Showbusiness, denn Guy Ritchie  gehört zu den ruhigeren Kalibern. Er lässt seinen Sohn Gitarre spielen, Mädchen treffen und ausgehen. Eine vermeintlich lange Leine, die aber zum Erwachsenwerden eines Pubertisten gehört.

Madonna, meist am anderen Ende der Welt, entweder auf Tour oder wohnhaft, rastet seitdem regelmäßig aus und das Wort "Sorgerechtsstreit" hat eine vollkommen neue Dimension erlangt.

So heftig, dass Richter die Erwachsenen schon bitten mussten, sich angemessen zu verhalten. So heftig, dass Madonna auf der Bühne regelmäßig zusammenbricht, ausrastet, vom Dreirad fällt, alkoholisiert ist, Stunden zu spät kommt oder Videos ihres Sohnes als Kleinkind über die Bühnen flimmern und sämtliche Konzertbesucher in alter Dia-Abend-Manier an ihrem Leid teilhaben lässt. So heftig nun, dass Rocco sich bemüßigt sah, seiner Mutter diese Nachricht zukommen zu lassen, die keine Mutter erhalten möchte. 

Eins hat Madonna allerdings erreicht: Die Aufmerksamkeit für ihre Australien-Tour war so hoch wie lange nicht mehr.

Quelle: n-tv.de

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