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Prinz Andrew im Kreuzfeuer Queen Elizabeth hält zu ihrem Sohn

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Die Kritik an Prinz Andrew (links) reißt nicht ab. Seine Mutter zeigt sich davon unbeeindruckt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seine frühere Freundschaft zu Jeffrey Epstein holt den britischen Prinzen Andrew im Hier und Jetzt ein. Mit einem Interview versucht er, angebliche Verstrickungen in die Machenschaften des verstorbenen Multimillionärs zu negieren. Das misslingt. Die Fürsprache seiner Mutter ist ihm dennoch gewiss.

Die britische Königin Elizabeth II. hat sich erneut mit dem schwer in die Kritik geratenen Prinz Andrew gezeigt. Wie auf Fotos in der britischen Presse zu sehen war, ließ sich die 93 Jahre alte Monarchin von ihrem zweitältesten Sohn beim Austritt auf dem weitläufigen Schlossgelände in Windsor nahe London begleiten. Die Queen gilt als Pferdeliebhaberin, die noch immer mehrmals in der Woche in den Sattel steigt.

Der gemeinsame Ausritt dürfte als Solidaritätsbekundung gedeutet werden. Der Buckingham-Palast wollte sich auf Anfrage jedoch nicht dazu äußern. Im Sommer hatte sich die Queen demonstrativ mit Andrew auf dem Weg zur Kirche im schottischen Balmoral gezeigt. Andrew steht derzeit wegen seiner Verbindung zu dem verstorbenen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein im Fokus der Medien.

Der Multimillionär Epstein hatte sich Anfang August nach Angaben von Gerichtsmedizinern in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen. Ihm wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Andrew war jahrelang mit Epstein befreundet und übernachtete auch in dessen Anwesen. Eines der mutmaßlichen Opfer, Virginia Giuffre, behauptet, sie sei mehrmals zum Sex mit dem Royal gezwungen worden. Andrew streitet das ab und will überhaupt nichts von den Machenschaften seines ehemaligen Freundes mitbekommen haben.

In einem BBC-Interview, das am vergangenen Wochenende ausgestrahlt wurde, versuchte er sich zu rechtfertigen. Doch der Schuss ging nach hinten los. Seine Erklärungsversuche wurden weithin als unglaubwürdig wahrgenommen. Zudem wurde ihm vorgeworfen, kein Mitgefühl mit den Epstein-Opfern zum Ausdruck gebracht zu haben.

Privatsekretärin als Bauernopfer?

Der Druck auf den Prinzen stieg im Laufe der Woche enorm. Immer mehr Sponsoren entzogen ihre Förderung für Projekte, die Andrew als Schirmherr unterstützt. Am Mittwoch kündigte er an, seine Aufgaben für die Königsfamilie ruhen zu lassen und versprach, "allen zuständigen Ermittlungsbehörden" zu helfen. US-Opferanwältinnen forderten den Prinzen auf, auch bei Zivilklagen unter Eid auszusagen.

Als Konsequenz aus dem BBC-Interview soll Prinz Andrew auf Wunsch der Königin seiner Privatsekretärin Amanda Thirsk gekündigt haben. Das berichten mehrere britische Medien. Thirsk werde vorgeworfen, die treibende Kraft hinter dem Interview gewesen zu sein - trotzdem soll Andrew angeblich planen, sie privat weiter zu beschäftigen. Seit Jahren sei sie eine der engsten Vertrauten des Prinzen.

Derweil soll auch die vom Royal mutmaßlich missbrauchte Virginia Giuffre der BBC ein Interview gegeben haben. Berichten zufolge soll es in der kommenden Wochen ausgestrahlt werden.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/spot