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Nach Klage-Einreichung R. Kelly soll mutmaßliches Missbrauchsopfer bedrohen

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Faith Rodgers (l) mit ihrer Anwältin Gloria Allred bei einer Pressekonferenz.

(Foto: AP)

Faith Rodgers bezichtigt R. Kelly des sexuellen Missbrauchs. Nun berichtet die 21-Jährige, der Musiker bedrohe sie und versuche, sie in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Die Anwältin zieht Vergleiche zum US-Präsidenten.

Eine Frau, die den US-Sänger R. Kelly wegen sexueller Vergehen verklagt hat, wird nach eigenen Angaben von dem Musiker bedroht und eingeschüchtert. Ihre Mandantin Faith Rodgers sei nach Einreichung ihrer Klage "Versuchen der Einschüchterung und Vergeltung" durch Kelly ausgesetzt, sagte die bekannte Frauenrechtsanwältin Gloria Allred. Auch Rodgers' Eltern werden nach eigenen Angaben bedroht.

Die 21-jährige Rodgers, die Kelly im Alter von 19 Jahren kennenlernte,  wirft dem Sänger unter anderem sexuelle Übergriffe und die wissentliche Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit, einem unheilbaren Herpesvirus, vor. Rodgers sagte auch in der Anfang Januar im US-Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation aus, in der mehrere Frauen den Sänger schwer belasten.

Rodgers' Anwälten zufolge richteten R. Kelly und sein Team nach der Dokumentation eine Facebook-Seite ein, mit der Rodgers und die anderen Frauen diskreditiert werden sollten. Facebook löschte die Seite wegen Verstößen gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks.

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Außerdem schrieb Kelly nach Angaben von Allred einen Brief an eine ihrer Anwältinnen und erklärte, er wolle medizinische Beweise einfordern, um die Behauptung zu der Geschlechtskrankheit zu überprüfen. Überdies wolle er ihre Version des Geschehenen durch männliche Zeugen anfechten, die unter Eid über das Sexleben von Rodgers aussagen würden. Kellys Anwalt Steve Greenberg sagte, der mutmaßliche Brief sei "eine komplette Fälschung".

"Es scheint, als schaue Herr Kelly sich die Spielzüge von Donald Trump ab, der denjenigen Frauen mit Klagen drohte, die im Wahlkampf über sein Verhalten ihnen gegenüber gesprochen hatten", sagte Allred. Diese "widerliche Taktik" werde nicht funktionieren.

Erste öffentliche Anschuldigungen gegen R. Kelly gab es bereits vor knapp 20 Jahren. Derzeit prüfen Staatsanwaltschaften in verschiedenen US-Bundesstaaten Vorwürfe der Pädophilie und sexueller Übergriffe durch den Sänger.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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