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"Divorce" zeigt die neue Carrie Sarah Jessica Parker will die Scheidung

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Frances ist ein bisschen Carrie.

(Foto: HBO)

Die Zeiten von "Sex and the City" sind vorbei. Die Hoffnung auf eine Rückkehr von Carrie Bradshaw wird bei "Divorce" zerschlagen. Stattdessen plagen Sarah Jessica Parker in ihrer neuen TV-Serie ein verrückter Ehemann, Vorstadtlangeweile und Teenagerkinder.

Eine Scheidung ist frustrierend, schmerzhaft und langwierig. Es werden Dinge gesagt, die man im Nachhinein möglicherweise gerne zurücknehmen würde. Gegenstände fliegen durch die Luft und man muss sich eingestehen, dass der gemeinsame Weg ein Ende hat. Letztlich leiden auch die Kinder unter dem Gezanke der Eltern. Genauso ergeht es Frances und Robert. Der einzige Unterschied ist, dass ihre Trennung im Fernsehen übertragen wird und lediglich fiktiv ist.

*Datenschutz

Mit "Divorce" startet der Sender HBO eine neue Serie mit einem altbekannten Gesicht. Keine Geringere als Sarah Jessica Parker, bekannt als Carrie Bradshaw, ist in der Rolle der Frances zu sehen. Ihren Gegenpart, Ehemann Robert, spielt Thomas Haden Church. Über zehn Jahre haben Fans von Parker nach dem Serienende von "Sex and the City" (SATC) auf ihre Rückkehr gewartet. Doch "Divorce" knüpft nur entfernt an alte SATC-Zeiten an.

Faltige Haut, schlaffer Hintern

Die Party zum 50. Geburtstag einer Freundin wird für Frances und Robert zum Wendepunkt in ihrem Leben. Es kommt zum Streit zwischen den Gastgebern, eine Waffe wird abgefeuert und es gibt einen Verletzten. Die Ereignisse lassen Frances nachdenklich werden. Soll das Leben genauso weitergehen und gibt es überhaupt noch Glück und Liebe in der eigenen Ehe? Die Antwort darauf liefert "Divorce".

Parker ist ihrem alten Ego Carrie Bradshaw hier längst entstiegen. Es geht nicht mehr darum, den Mann fürs Leben zu finden und dabei möglichst aufsehenerregende Kleider und Schuhe zu tragen, sondern um Eheprobleme, Kinder im Teenageralter und wie man damit umgeht, wenn die Haut faltig und der Hintern schlaff wird.

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Robert und Francis stehen vor den Trümmern ihrer Ehe.

(Foto: HBO)

Frances und Robert befinden sich genau in der Phase in ihrem Leben, in der die aufregendste Zeit hinter ihnen zu liegen scheint: Sie haben zwei Kinder, eine Karriere und ein Haus in der New Yorker Vorstadt. Der Fokus verschiebt sich zurück auf die eigenen Wünsche und Träume. Dabei steht das Paar vor den Ruinen seiner Ehe und muss eine Entscheidung treffen: Trennung, Scheidung oder gar Versöhnung?

Fast wie im echten Leben

"Divorce" ist beinahe aus dem Leben gegriffen, wenn nicht viele Szenen und Kulissen überspitzt wären. Hier finden sich Parallelen zu SATC. Wie bereits bei der Erfolgsserie bleibt auch diesmal fraglich, wie es Frances gelingt, nach einem langen Arbeitstag und trotz Kindern mit perfekter Mähne und Zehnzentimeterabsätzen mit ihren Freundinnen in einer Bar zu sitzen. Miranda, Samantha und Charlotte heißen diesmal Diane (Molly Shannon) und Dallas (Talia Balsam), sind aber nicht minder unterhaltsam.

Modisch bleibt Parker in "Divorce" ihrer Rolle als Carrie Bradshaw treu. Auch Frances trägt Rippunterhosen zu Collegekniestrümpfen, viel zu lange Herrenhemden und dicke Strickpullover, die an den meisten Menschen völlig daneben statt stilvoll aussehen würden. Ihrem Image als Modeikone kann Parker nicht gänzlich entsteigen. Und auch Mimik und Gestik von Frances erinnern an Carrie. Pluspunkte sammelt hingegen Church in der Rolle des Robert, der leicht verrückt daherkommt, dessen Gemeinheiten gegen seine Frau deshalb aber immer wieder überraschen.

Interessant bleibt, wie es mit der Beziehung zwischen Frances und Robert sowie mit "Divorce" weitergehen kann. Bisher gibt es eine Staffel der von Parker mitproduzierten Serie. Der Plot genügt eigentlich nicht für mehrere Episoden. Möglicherweise wäre daher eine Kinoversion erfolgversprechender gewesen.

"Divorce" wird auf Sky ausgestrahlt.

 

Quelle: n-tv.de

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